Mittwoch, 8. März 2017

Rezension: "Die Krone der Sterne" von Kai Meyer


Rezension
Die Krone der Sterne
von Kai Meyer

Fischer TOR
Illustrationen von Jens Maria Weber
ISBN: 978-3596035854
Broschiertes Taschenbuch mit 464 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Science Fiction, Space Fiction
Preis: 14,99 €

Reihe: Die Krone der Sterne #1
1. Die Krone der Sterne
2. - noch kein Titel - (ET: 2018)
3. - noch kein Titel - (ET: ?)



Inhalt
Das galaktische Reich von Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht. Regelmäßig werden ihr Mädchen von fernen Planeten als Bräute zugeführt. Niemand weiß, was mit ihnen geschieht.
Als die Wahl auf die junge Adelige Iniza fällt, soll sie an Bord einer Weltraumkathedrale auf die Thronwelt gebracht werden. Ihr heimlicher Geliebter Glanis, der desillusionierte Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern tun alles, um den Plan der Hexen zu vereiteln. Im Laserfeuer gewaltiger Raumschiffe kämpfen sie um ihre Zukunft – und gegen eine kosmische Bedrohung, die selbst die Sternenmagie der Gottkaiserin in den Schatten stellt.
©Goodreads

Meine Meinung
So selten, wie ich Science Fiction lese, war ich doch sehr angetan von Kai Meyers Ausflug in dieses Genre. Wir haben es mit einem unglaublich vielschichtigen Worldbuilding zu tun. Nach und nach wird man in eine rätselhafte galaktische Welt eingeführt, deren Geschichte tausende Jahre zurückreicht und doch immer noch die Gegenwart hineinragt. Es ist mir schleierhaft, wie Meyer bei all diesen faszinierenden Details den Überblick behalten konnte. Noch viel beachtlicher ist es, dass Meyer es schafft, dieses Worldbuilding mit den doch sehr vielfältigen Erklärungspassagen gekonnt in die Geschichte einzubauen, ohne dass es in Infodumping ausartete. Meyer ist nicht ohne Grund einer der renommiertesten Fantasyautoren im deutschsprachigen Raum.

Die Gruppe an Hauptfiguren bietet von Beginn an viel Potenzial, denn hier ist für jeden etwas dabei: Überlebenskünstler und starke Charakterköpfe sind Iniza, Glanis, Kranit und Shara alle zusammen, war für allerlei Konflikte und Kräftemessen sorgte, und doch einen gewissen Zusammenhalt schuf. Das Liebespaar sorgt für einen romantischen Touch. Eingestrickt sind diese Figuren in eine Geschichte, die beinahe von der ersten Seite an ein sehr hohes Tempo vorlegte und dieses auch halten konnte - einigen Plot Twists sei Dank, die das Weltbild der Protagonisten tüchtig durcheinander bringen. 

Meinem Lesegeschmack entsprechend sagte mir der spannungs- und temporeiche Plot sehr zu, allerdings ging mir darüber das Charakterdesign leider ein wenig verloren. Während ich die beiden Frauen Iniza und Shara sehr nachvollziehbar und sympathisch fand, blieben mir Glanis und Kranit zu flach, über sie habe ich nichts erfahren, dass sie mir ans Herz wachsen und mich für ihr Schicksal bangen lässt. Glanis wünscht man das Überleben eher um Inizas Willen, auch Kranit wird am ehesten dadurch sympathisch, dass er im Laufe der Ereignisse immer stärker eine schützende Hand über Iniza und Glanis hält. Hier hoffe ich darauf, dass Meyer das in den beiden angekündigten Folgebänden noch aufholt, denn Potenzial dazu ist mit Sicherheit da.

Meyer Schreibstil kann man wie immer nur loben, er ließt sich flüssig und die Formulierungen sind manchmal überraschend tiefsinnig und die ein oder andere Sentenz bleibt im Gedächtnis. Seine Dialoge fließen, die Stimmen und Wortwahl der Figuren wirken authentisch und individuell.
Highlight des Buches ist natürlich die aufwendige Gestaltung: nicht nur das Cover sieht sehr edel aus und passt hervorragend zum Inhalt, sondern auch Illustrationen von Jens Maria Weber auf den ersten 10 Seiten hauchen der Geschichte leben ein und fangen die Kreativität von Meyers Welt in Bildern ein. Ich hoffe, die Illustrationen bleiben uns in weiterhin erhalten.

Fazit
Meyer entwickelt hier ein komplexes Wordlbuilding, dessen Nuancen und Geheimnisse zwischen Technik und Magie wir bisher nur angestupst haben. "Die Krone der Sterne" bietet ein galaktisches Weltraumspektakel voller Spannung, Tempo und Verfolgungsjagden, die den Atem rauben. Allein die Charaktere könnten in folgenden Bänden ein wenig mehr Background und Tiefe vertragen. Für all jene, die Science Fiction/Space Fantasy einmal ausprobieren wollen oder es gelegentlich gerne lesen, einen Blick wert!

4 von 5 Buchwelten

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