Sonntag, 6. November 2016

Rezension "Ein Käfig aus Rache und Blut" von Laura Labas

(c)Goodreads

Rezension
Ein Käfig aus Rache und Blut
von Laura Labas

Drachenmond Verlag
ASIN:  
B01KJRW51K
eBook mit ca. 320 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: (Jugend-)Urban Fantasy
Preis: 3,99 €

Reihe: Ein Käfig aus Rache und Blut #1
1. Ein Käfig aus Rache und Blut
2. Ein Thron aus Knochen und Schatten (ET: Februar 2017)




Inhalt
Nach dem grausamen Mord an ihrer Familie wird Alison Talbot von ihrer Tante zur Jägerin ausgebildet. Von nun an streift sie durch die Rayons und tötet Dämonen, die die Erde erobert und zerstört haben. Allein der Wunsch nach Vergeltung treibt sie an.

Eines nachts wird sie von Dämonen entführt und zu Dorian Ascia gebracht, König einer der 21 Dämonenstädte, der ihr ein einzigartiges Training anbietet. Obwohl Alison ihm misstraut, nimmt sie das Angebot an. Fortan wird sie von dem Dämon Gareth trainiert, der sie nicht nur in den Wahnsinn treibt, sondern sie auch an ihrem Weltbild zweifeln lässt. Je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto schwerer fällt es ihr, sich zwischen Rache und längst verloren geglaubten Gefühlen zu entscheiden.(c)Goodreads

Meine Meinung
Man sollte den Leuten beim Drachenmond Verlag mal eine fette Schachtel Pralinen schenken als Dankeschön für ihren untrüglichen Sinn für gute Fantasy-Geschichten. Ich klassifiziere das Genre mit Absicht nicht näher, weil es für mein Dafürhalten zwischen mehreren Genren changiert. 

In Ein Käfig aus Rache und Blut folgen wir Alison Talbot, einer durchaus Urban Fantasy-würdigen Kick Ass-Heldin, die viel einstecken muss und trotzdem willensstark und sturköpfig - und sich damit treu - bleibt. Sie ist eine junge Erwachsene mit viel Mut und Wut in sich, Handlungen bzw. Mundwerk zeigen sie für meinen Geschmack jedoch manchmal noch etwas teeniehaft-jung, weswegen sie für mich noch in die Rolle der toughen Jägerin, als die sie dargestellt wird, hineinwachsen muss. Ich bin gespannt, wie diese Entwicklung in kommenden Bänden vonstatten gehen wird. Von dieser Warte her ist es also eine Art Jugend/Young Adult-Urban Fantasy, falls es die denn gibt.

Die gesamte Geschichte zentriert sich sehr stark um Alison als Protagonistin, die Nebenfiguren waren für mich leider bis über die Hälfte hinaus eine kleine Schwäche der Geschichte. Gareth, gewissermaßen Alisons Gefängsniswärter, spielt zwar von Anfang an eine große Rolle, aber ich bekam ihn erst in den letzten 15 oder 20 % der Geschichte wirklich zu fassen. Vorher war er flach, da seine Motive komplett im Dunkeln blieben. Er war mir recht egal. Das besserte sich wie gesagt erst gegen Ende, wo er Charakter entwickelt und wirklich mit Alison in Interaktion gerät.
Dorian Ascia, der letztendlich Alisons Gefangenschaft zu verantworten hat, ist potenziell als sehr interessante Figur angelegt, aber auch er bleibt irgendwie undurchdringlich und fern. Einzig wirklich sympatische Nebenfiguren waren von ihrem Auftauchen an Evan, Alisons Exfreund, aus dessen Perspektive ein kleiner Nebenstrang erzählt wird, und Noah, ein Trainer und gegen Ende ein Freund Alisons.
Ich hoffe darauf, die Nebenfiguren in kommenden Bänden besser kennenzulernen, sodass sie etwas mehr Tiefe erhalten und zu echten Sympathieträgern werden können.

Das Worldbuilding ist absolut faszinierend und wird im Laufe der Story extrem gut ausgestaltet. Wir erfahren alle nötigen Grundinformationen über die Ordnung dieser Gesellschaft bereits sehr früh im Buch, sodass man sich sehr gut in die Geschichte eingeführt fühlt. Besonders die "Entstehungssage", welche die Weltordnung erklärt, war absolut poetisch und faszinierend angelegt. Tröpfchenweise ergänzt Labas dann weitere Details, vervielfältigt die Bewohner dieses zukünftigen Nordamerikas; ergänzt die verschiedenen zwischenmenschlichen Strukturen. Hierbei haben wir es allerdings nicht mehr so recht mit einer Urban Fantasy-Welt zu tun. Zum einen beginnt die Handlung zwar im städtischen Setting, bewegt sich jedoch dann daraus fort. Zum anderen ist die Welt deutlich dystopischer angehaucht, da wir es hier längst nicht mehr mit einer Welt zu tun haben, die unserer abgesehen von der übernatürlichen Bevölkerung gleicht.

Ein großer Pluspunkt ist außerdem Laura Labas' Schreibstil. Er fließt äußerst angenehm, die Wortwahl ist den Beschreibungen immer angemessen und lässt die Welt lebendig erscheinen, ohne zu schnörkelig zu sein und den Leser mit Wortspielen, Metaphern und Vergleichen zu übergießen. 

Dadurch hat der Stil eindeutig dazu beigetragen, dass ich auch während des plot- und spannungstechnisch etwas schwächeren Mittelteils drangeblieben bin. Wo der Beginn der Geschichte und das letzte Drittel im Plot viel Fortschritt brachten, hatte die Mitte definitiv immer wieder kleinere Längen, an denen mir die Spannung und das Erkennen eines Ziels der Handlung abhanden kamen. Andere Aspekte der Geschichte und das wie gesagt gegen Ende wieder steigende Tempo konnten das aber sehr gut ausgleichen.

Fazit
Mit Ein Käfig aus Rache und Blut ist Laura Labas der Balanceakt zwischen Jugendbuch-, Urban Fantasy- und Dystopie-Elementen sehr gut gelungen. Geschaffen hat sie daraus die Geschichte einer mutigen und charakterstarken jungen Frau mit Ecken und Kanten, die sich weder von ihrer Vergangenheit noch von den Gefahren der Gegenwart unterkriegen lässt. Das dystopische Worldbuilding ist unglaublich düster und faszinierend und gleicht damit kleinere Schwächen im Charakterdesign der Nebenfiguren und im Tempo der Plotentwicklung gut aus.

4 von 5 Buchwelten

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