Freitag, 20. Mai 2016

Contemporary Romance, das Drama und Ich

Hallo ihr Lieben!

Auf Goodreads konnte man in letzter Zeit mitverfolgen, dass ich für meine Verhältnisse recht viel Contemporary Romance am Stück gelesen habe. Und genau mit diesem Genre muss ich mal ein bisschen abrechnen. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich es nicht mag. Wenn ich im Genre lese, dann gefallen mir die Storys meist sehr gut, auch wenn ich nicht allzu oft einen längeren Abstecher zu diesen Geschichten mache.


Wer sehnt sich schließlich nicht nach Romantik, heißen Kerlen und einer süßen wie emotionalen Geschichte? Wonach es mich allerdings weniger dürstet, ist das Drama, dass gegen Ende der Romance-Titel ganz zuverlässig auf mich zu warten scheint: die Trennung nach dem großen Krach und vor der großen Versöhnung und ich-liebe-dich-so-unendlich-bis-ins-Universum-und-zurück-Liebeserklärug.
Ohne in mein Regal schauen zu müssen, fallen mir genug Beispiele ein: Real von Katy Evans, Kein Rockstar für eine Nacht von Kylie Scott, Sweet Filthy Boy von Christina Lauren, Long Hard Ride von Lorelei James, Wie für mich gemacht von Ruthi Knox.

Nicht das ich ein bisschen Drama nicht zu schätzen wüsste, aber müssen die Weiber denn immer abhauen, wenn es dann mal schwer wird? Wahrscheinlich hat ihnen noch keiner erklärt, dass das Leben nicht besser wird, nur weil man seinen Problemen ständig davon läuft. Besonders dann nicht, wenn sie durch Dinge wie miteinander sprechen, einander zuhören und seinen Stolz dem anderen zuliebe auch einmal vergessen, bereinigt werden könnten.

Was wollen uns diese Geschichten sagen? Ich kann jede Wut, Enttäuschung und Trauer verstehen, wenn die Beziehung einen schlimmen Rückschlag erleidet. Und wenn der Partner Mist baut, ist auch eine Trennung selbstverständlich denkbar. Aber bitte, nachdem das Gegenüber wenigstens Gelegenheit gehabt hat, sich zu erklären; nachdem man festgestellt hat, dass man es wirklich nicht bewältigen kann. Die Hälfte der Dispute könnten dadurch wirksam gelöst werden.

Natürlich wäre das aber langweilig, denn die Geschichte braucht ja einen ordentlich Showdown, der noch einmal das Happy End verzögert und über den Haufen schmeißt. Ich wünsche mir, das die Autoren dafür wenigstens manchmal einen anderen Aufhänger finden. Kann nicht ein Hindernis auftauchen, dem sich die Partner zusammen stellen müssen? Ich weigere mich anzuerkennen, dass scheinbar nur durch (räumliche) Trennung und durchs Weglaufen die Liebe erkannt werden bzw. wachsen kann. Das sollte kein erstrebenswertes Weltbild sein.

Was sagt ihr dazu? Lese ich einfach die falschen Contemporary Romances und bin zufällig auf diese Häufung der Drama-Trennungen gestoßen? Mögt ihr diese Tendenz des Genres vielleicht sogar oder empfindet sie als völlig normal und unspektakulär? Und am wichtigsten: habt ihr Gegenbeispiele, die meine Wunschliste bereichern würden?
Erzählt es mir gerne in den Kommentaren!

Liebe Grüße, Jasmin.

Kommentare:

  1. Ich bin auch gerade in einer Phase, in der ich viel contemporary romances lese und ja, von Zeit zu Zeit nervt es mich schon, wie mit dem Drama am Ende umgegangen wird. Manche Bücher würden mit viel weniger Drama und auch anderen Reaktionen der beteiligten hervorragend funktionieren, aber meist läuft es nach Schema F ab. Einfach mal miteinander reden wäre wohl zu einfach.

    Wenn das Paar sich gemeinsam einer Situation stellt, finde ich das generell gut, aber bitte nicht, wenn es darum geht, dass auf einmal eine Ex des Kerls schwanger ist, das ist eine Entwicklung, mit der ich so gar nichts anfangen kann.

    LG
    Sabrina

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    1. Manchmal sind die Entwicklungen tatsächlich haarsträubend - warum sollte die Ex auch NICHT ausgerechnet in dem Moment schwanger werden, wenn eine neue Beziehung am kritischen Punkt ist? Das Timing ist sowieso anscheinend der beste Freund der Contemporary Romance. Sie sind immer kurz davor, die Scharade selbst aufzulösen und dann kommt irgendeiner daher und plappert es doch aus, bevor das Paar miteinander darüber reden kann *lach*. Aber ich bin froh, dass es mir nicht allein so geht ;)

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  2. Genau das ist ein großer Punkt neben dem oftmals zu dominanten Sex im Vergleich zur Romantik wieso ich Contemporary Romances in 99% aller Fälle nicht mag. Ganz ehrlich, in der heutigen Zeit, ist es eigentlich so "einfach" glücklich zu sein im Vergleich zu Historical Romances wo zig Sachen im Weg stehen können oder Paranormal Romances wo Bösewichte oder sonst was einem das Leben schwer machen. Aber WENN man heute einen Menschen gefunden hat, den man lieben kann, der einen liebt, ist es vergleichsweise einfach. Und wir haben in Romances ja immer solche Paare, die natürlich die GROßE Liebe verbindet und nicht so ein "Naja, wenn man nichts besseres findet tut der Kerl es auch"-Liebesmist. Und dann machen die sich das Leben immer mega-schwer. In dem der Partner verurteilt wird, bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen. In dem gar nicht miteinander geredet wird oder der andere nicht gelassen wird zu erklären. Nein, man hat über zig Ecken gehört, dass er mit einer anderen gesehen wurde, natürlich muss er mit der gleich ein Kind haben und fremdgehen. Natürlich. Könnte ja nicht sein, dass das eine ehemalige Schulfreundin ist. Eine Kollegin. Oder gar die Schwester. *grr* Und am Ende wird doch alles gut, obwohl ich als Held oftmals gesagt hätte: Wenn du mir so wenig vertraust, hat eine Beziehung eigentlich keinen Sinn... XD Jetzt habe ich mich in Rage geredet, aber Contemporary Romances haben mich schon so oft aufgereget (und andere Romances auch, aber da ist es meist nicht ganz so extrem...)

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    1. Aha, da beschäftigt dieses Thema jemanden ähnlich stark wie mich *lach*. Deinen Kommentar kann ich so komplett unterschreiben!
      Manchmal frage ich mich, wenn ich philosophisch abdrifte, ob dieses Verhalten in den Büchern symptomatisch für echte zwischenmenschliche Beziehungen steht... Keiner redet miteinander, alle machen hinter dem Rücken der anderen irgendwelche Spekulationen, die sich dann zu falschen Annahmen entwickeln und so weiter *seufz*. So oder so: das brauche ich in meinen Büchern nicht, also dann doch lieber zurück zur PNR, bis ich mich wieder etwas beruhigt habe *lach*.

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