Mittwoch, 13. April 2016

Rezension "Spinnenbeute" von Jennifer Estep

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Rezension
Spinnenbeute
von Jennifer Estep

Piper
ISBN: 9783492280747
Broschiertes Taschenbuch mit 416 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Urban Fantasy
Preis: 12,99 €

Reihe: Elemental Assassin/Gin Blanco #5
1. Spinnenkuss
2. Spinnentanz
3. Spinnenjagd
4. Spinnenfieber 
5. Spinnenbeute 
6. Spinnenfeuer (ET: 01.08.2016)
Band 7 bis 15 noch nicht übersetzt


Inhalt
Als ehemalige Auftragskillerin hat »die Spinne« Gin Blanco einiges an Erfahrung im Töten vorzuweisen. Doch diesmal ist ihr Ziel niemand Geringeres als Feuerelementar Mab Monroe - die Frau, die einst Gins Familie umbrachte. Dass dieser Mord kein Spaziergang wird, scheint klar. Denn Mab ist nicht nur mächtig, sondern auch skrupellos. Um Gin niederzustrecken, hetzt Mab sowohl ihr als auch auch ihrer kleinen Schwester Bria eine Armee Kopfgeldjäger auf den Hals. Gin ist entschlossen, Mabs Treiben ein für allemal ein Ende zu setzen. Nur zu welchem Preis? (c)Goodreads

Meine Meinung
Insgesamt liefert Estep mit diesem fünften Band ihrer Elemental Assassin-Reihe eine solide Fortsetzung ab, die erneut mit den für die Reihe typischen Trümpfen aufwartet. Erneut entpuppt sich Gin als ambivalenter und nachvollziehbarer Charakter, der die Geschichte auch weiterhin problemlos trägt. Wenn ich Gin wiederbegegne, hat es inzwischen etwas von einem Treffen mit guten Freunden. Ihre Kräfte als Elementar werden stärker und Gin wächst auch in ihren Überzeugungen, ändert sie, öffnet sich - allerdings kommen da noch über zehn weitere Bände und ich bin gespannt, ob Estep tatsächlich noch genug in petto hat, um die Figur interessant und entwicklungsfähig zu halten.

In die Handlung schleicht sich für meinen Geschmack etwas zu viel Gleichklang ein: es wird zur Gewohnheit, dass Gin den Gegner bereits zu Beginn des Bandes kennt bzw. ausfindig macht, dann aber getreu dem Motto "Aller guten Dinge sind Drei" Probleme bei der Beseitigung des Gegners hat. Die Auseinandersetzung mit Mab wirkte für mich wie die dramatischere Variante des Kampfes mit Elektra LaFleur aus dem Vorband Spinnenfieber.
Trotz allem schätze ich gerade diesen Wesenszug der Geschichte: Gin ist nicht perfekt, sie macht Fehler oder schätzt Situationen falsch ein. Statt dann mit dem Kopf durch die Wand zu rennen - so episch das manchmal auch sein könnte -, tritt sie den Rückzug an, denn sie weiß, wie weit sie gehen kann.

Auch die Nebencharaktere hat man inzwischen lieb gewonnen und erkennt, wie sehr sie die Geschichte bereichern, denn dieser Band führt im Endkampf auch alle Kräfte zusammen. Owen ist der Partner, den Gin an ihrer Seite braucht und ich schätze seine Entschlossenheit und Zuneigung zu Gin. Darüber hinaus habe ich allerdings das Gefühl, nicht viel über ihn zu wissen. Der Leser kennt seine Vergangenheit und wie sie ihn geformt hat. Ansonsten bleibt Owen mir aber noch zu blass. Er bietet Gin kaum Paroli, hat wenig Ecken und Kanten, die er doch aber ruhig haben darf, denn seine Partnerin hat sie auch.

Ewiges Manko der Reihe bleiben natürlich die Wiederholungen. Sie haben mich in Spinnenbeute überraschend wenig gestört, an manchen Stellen empfand ich sie sogar als hilfreich, um die genauen Details vergangener Handlungen Revue passieren zu lassen. Die allzu offensichtlichen Details wie Gins fünf obligatorische Messer oder Mabs rubinbesetzter Sonnenanhänger müssen allerdings nicht alle Nase lang genau erwähnt werden, das wissen wir inzwischen. Dazu kommt, dass mir diesmal sehr stark aufgefallen ist, wie extrem ähnlich sich die Formulierungen in Satzbau und Wortwahl sind. Man kommt sich bei den Beschreibungen manchmal tatsächlich vor, als würde man Passagen im Buch doppelt und dreifach finden. Das stört mich - allerdings kann das auch ein Problem der Übersetzung sein, das kann ich nicht beurteilen.

Spinnenbeute schließt den ersten Handlungsbogen der Elemental Assassin-Reihe zufriedenstellend ab, schafft es aber trotzdem, bereits einen Bogen für weitere Romane zu schlagen. Es gibt ein (vorläufiges) Happy End für alle Charaktere und die letzten losen Handlungsstränge werden logisch zusammengeführt. Wer die Reihe mit diesem Band abschließen möchte, kann das problemlos tun, obwohl ich die Behauptung aufstellen möchte, dass er etwas verpasst.

Fazit
Nicht umsonst ist die Elemental Assassin-Reihe eine so langlebige Urban Fantasy-Reihe. Sie bringt viel Action, eine starke und trotzdem echte Hauptprotagonistin mit einem Cast aus interessanten Nebencharakteren zusammen. Der Plot ist gewohnt spannungsreich, wenn er auch Parallelen zu Vorgängerbänden zeigt. Zudem wird der Lesefluss auch weiterhin durch unnötige inhaltliche Wiederholungen und immer gleiche Formulierungsweise zum Teil gebremst. Ein exzellenter Abschluss des ersten Handlungsbogens mit kleinen Mankos. 

4 von 5 Buchwelten

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