Samstag, 31. Oktober 2015

Lesestatistik für den Oktober 2015

Hallo ihr Lieben!
In 54 Tagen ist Weihnachten! Jetzt gibt es allerdings erst einmal den Monatsrückblick auf den Oktober 2015. Ich habe deutlich mehr geschafft, als ich erwartet hätte. Lag wohl daran, dass ich in der ersten Oktoberwoche nochmal richtig exzessiv die Weird Girld-Reihe durchgesuchtet habe, bevor es zurück an die Uni ging. Allerdings habe ich das Bloggen etwas vernachlässigt *lach*.

Gelesene Bücher im Oktober: 14
Dieser zweite Band war stärker als sein Vorgänger und hat mich begeistert bis zur letzten Seite, die dann in einem fiesen Cliffhanger endet. Allem voran vergöttere ich das Setting. Scion London ist zwar ein düsterer Ort, er hält aber gleichzeitig so viele faszinierende Facetten bereit, dass sich  die Geschichte vor dieser Stadtsilhouette bestens entfalten kann.

Wie ich schon in meiner Rezension sagte, ist dieses Buch das bisher Beste, welches ich von Frau Briggs gelesen habe. Die Beziehung zwischen den Protagonisten ist geradezu einzigartig. So etwas ist mir noch nirgendwo anders begegnet!

Schon an meinem Lesetempo für diese Reihe ist abzulesen, wie sehr sie mich gefesselt hat: alle fünf Bücher mussten in etwas mehr als 7 Tagen dran glauben. Wer eine gute Urban Fantasy-Geschichte mit einem außergewöhnlich großen (und schönen) Romantik-Anteil sucht, der ist hiermit bestens beraten!

Bradens Vergeltung (Breeds #7) von Lora Leigh (3,5/5 Sterne)
Bradens Geschichte hat mir zwar wieder besser gefallen als Kiowas, aber ganz so überzeugt wie vorher bin ich trotzdem nicht mehr von dieser Reihe. Trotzdem werde ich sie sicherlich weiterverfolgen.

Stadt der Finternis 4: Magisches Blut von Ilona Andrews (5/5 Sterne, Reread)
Eigentlich sollte der Reread von Magisches Blut ganz schnell gehen, bevor ich den siebten Band Ein Feind aus alter Zeit nachschieben wollte. Aber dann hat es sich doch gezogen, weil zwischendrin immer wieder neue Bücher meine Aufmerksamkeit gefesselt haben. Und den neuesten deutschen Kate Daniels habe ich noch immer nicht gelesen, wie ihr bemerkt haben dürftet... Irgendwann mache ich das schon noch, glaubt es nur!

Chicagoland Vampires 3: Mitternachtsbisse von Chloe Neill (4/5 Sterne)
Die ersten Seiten fand ich in diesem Band wirklich schwach. Danach steigerte sich die Geschichte allerdings kontinuierlich. Ein Pluspunkt waren außerdem die Formwandler, die meine momentane Abneigung gegen Vampir etwas ausgeglichen haben.

Vamp City 1: Hinter den Zeiten von Pamela Palmer (2/5 Sterne)
Was dieses Buch angeht, bin ich sehr zwiegespalten. Auf der einen Seite mochte ich diese Herangehensweise an die Vampire. Sie sind hier tatsächlich einmal die "Monster" und keine selbstlosen Edwards. Allerdings ging mir die Protagonsitin oft auf ein Zeiger und der "Held" wandelt auf einem sehr schmalen Grad zum Antagonist. Sympathiefaktor = 0.

Saga, Vol. 1 von Brian K. Waughan (3/5 Sterne)
Nachdem alle Welt von diesem Comic geschwärmt hat, habe ich ihn vor einem halben Jahr auf der Leipziger Buchmesse ergattert. Jetzt hatte ich die Motivation, mir damit den Abend zu versüßen. Leider war ich nur semi-begeistert. Die Grundgeschichte hat mir zugesagt, aber die Dialoge waren manchmal einfach zu sinnentleert und die Kreaturen, die da auftauchen, verursachen mir Alpträume... 

Dieses Buch war eine tolle Abwechslung. Die Stimmung war locker und entspannt, der Erotikanteil zwar übermäßig vertreten, aber kreativ gestaltet im wahrsten Sinne. Die Sinners mögen harte Rocker sein, aber sie können geradezu süß sein.

Dark Hope 1: Gebieter der Nacht von Vanessa Sangue (3,5/5 Sterne)
Dieses Buch hat mich in die Zwickmühle gebracht. Im Grunde mochte ich es sehr, obwohl manche Teile des Worldbuildings Ähnlichkeit z.B. mit Nalini Singh hatten und mir etwas abgekupfert vorkamen. Allerdings war der Love Interest leider ein Vampir. Das wäre okay gewesen, gäbe es da nicht Rave, einen Gestaltwandler. Und den hätte ich als Love Interest sehr viel interessanter gefunden.

Gelesene Seiten: 5.243
Gelesene Seiten pro Tag: ~ 169
Durchschnittliche Bewertung: ~ 4,0

Highlight des Monats
Sealed with a Curse (Weird Girls #1) von Cecy Robson

Und sonst noch im Oktober:
Anfang des Monats habe ich über mein Bewertungs-Dilemma geschrieben: manchmal stimmt meine heutige Sicht auf Bücher nicht mehr mit der von vor einigen Jahren überein. Mehr dazu im Post.
Zu Büchern aus dem letzten Monat gab es Rezensionen oder Kurzmeinungen: Forged in Fire von Juliette Cross, Alien Proliferation von Gini KochEqual Parts von Emma Winters, Lions 2: Feuriger Instinkt von G. A. Aiken & Winterfluch von Seanan McGuire.
Die Neuerscheinungen des Novembers 2015 haben ebenfalls ihren Platz gefunden, Neuzugänge habe ich diesen Monat allerdings nicht vorgestellt, obwohl es natürlich welche gab - wie könnte es anders sein. Vielleicht hole ich das im November nach ;).

Was im November los sein wird:
Nicht viel. Es gibt Referate vorzubereiten und ich muss über Hausarbeitsthemen nachdenken. Keine Ahnung, wie viel Zeit und Motivation dazwischen fürs Lesen bleiben. Wenn ich Stress habe, lese ich oft weniger und schaue lieber Serien. Aber wer weiß, es kommt sowieso immer anders. Im Oktober habe ich schließlich auch sehr viel mehr gelesen, als ich gedacht hätte! :)

Was hat euch im Oktober beschäftigt und gefesselt?
Liebe Grüße, Jasmin.

Dienstag, 27. Oktober 2015

Rezension: Forged in Fire von Juliette Cross

(c)Goodreads
Rezension
Forged in Fire von Juliette Cross

Samhain Publishing
ASINB00MHL2UR6
eBook mit ca. 318 Seiten
Sprache: Englisch
Genre: Urban Fantasy
Preis: ca. 3,75 €


Reihe: Vessel Trilogy #1
1. Forged in Fire
2. Sealed in Sin
3. Bound in Black






Inhalt
Genevieve Drake never needed a man to come to her rescue. Not until the night of her twentieth birthday, when some dude nearly chokes her to death in an alley behind a New Orleans Goth club. And a hot stranger splits the guy in half, rips a monster from inside, and incinerates it into ash.
The hunky rescuer? Jude Delacroix—Dominus Daemonum, Master of Demons, now her guardian, whether she likes it or not. But she’s seriously beginning to like it.
Her would-be murderer turns out to be only the first of many minions of the demon prince, Danté, who has all kinds of lascivious and sadistic plans. Which means when the formidably beautiful Jude offers his protection, Genevieve has no problem accepting it.
For Jude and his fellow demon hunters tell her she is a Vessel, one who is born to serve the Light, but can be corrupted into a weapon of darkness. And to survive, she must trust a man whose unearthly eyes promise heaven…but whose powers unleash hell.

(c)Goodreads

Meine Meinung
Von Forged in Fire hatte ich mir etwas ganz anderes erwartet, als das, was ich bekommen habe. Daher war ich überrascht - glüchlicherweise positiv. Cross hat eine sehr interessante Urban Fantasy-Welt erdacht, die mich überzeugt hat.

Worldbuilding
Im New Orleans dieser Welt begegnet der Leser Flamma - übernatürlichen Wesen, die entweder zu den Guten oder zu den Bösen gehören. Die einen sind Engel und Dämonenjäger, die anderen Dämonen. Und sie kämpfen seit Anbeginn der Zeit gegeneinander.
An ihrem 20. Geburtstag wird Genevieve unverhofft in diesen Konflikt hineingezogen, als ein Dämon sie angreift. Gerettet wird sie von Jude, einem Dämonenjäger, der ihr eröffnet, dass sie eine Vessel, also ein Gefäß ist.
Im Verlauf der Handlung baut Cross hier einen detailreichen Weltenentwurf auf, der zwar an sich nichts vollkommen Neues bietet (den Kampf zwischen Himmel und Hölle um die Vorherrschaft kennt man schließlich), aber durch innovative Erweiterungen begeistern kann. Zusätzlich baut Cross einen fiktiven Mythos um eine spezielle Prophezeiung auf, welcher der Geschichte eine Richtung gibt und die Trilogie sicherlich bis zum Ende bestimmen wird.

Spannung
Zu Beginn mutet die Geschichte fast noch wie eine Young/New Adult-Geschichte an, verstärkt durch die erste Szene, in der Gen und ein paar Freunde in einen Club feiern gehen. Mit gerade knapp 20 Jahren ist Genevieve auch eine recht junge UF-Heldin. Der Beginn der Geschichte floss angenehm und locker, zwischen den signifikanten Ereignissen lagen zunächst weniger spannende Szenen, so dass ich noch nicht ganz überzeugt war. Hier hatte man Zeit, Gen als Protagonistin kennenzulernen. Als sich dann die Bedrohung für Gen verstärkt, wird die Atmosphäre dichter und auch sehr viel dunkler und das Tempo der Geschichte steigt. Dadurch gefiel es mir von Seite zu Seite mehr.
Zum Ende hin hat Cross mich dann mit einem Plot Twists überrascht, der so nicht vorhersehbar war und der Handlung einen runden Abschluss verpasst hat. Die Geschichte ist damit zwar noch lange nicht zu Ende erzählt und es bleiben Fragen offen, aber man wird auch nicht mit einem unnötigen Cliffhanger malträtiert. 

Charaktere
Gen ist eine sehr mutige junge Frau, die durchaus Kick Ass-Charakter hat. Sie weiß sich durch Karate und ihre wachsenden Kräfte als Vessel zu verteidigen. Etwas mehr Schmackes hätte sie in den Kampfszenen allerdings haben können. Sie verlässt sich für meinen Geschmack zu viel auf Jude, wenn sie eigentlich selbst mal richtig austeilen könnte. Insgesamt handelt sie in der Geschichte recht erwachsen, auch wenn sie ein oder zwei Mal einen Anfall von Naivität hat, der nicht hätte sein müssen.
Jude ist ganz der dunkle Ritter, der einiges an Geheimnissen verbirgt. Erfrischend war es, dass er seine Vergangenheit nicht wie so manch anderer grüblerischer Samariter komplett verschweigt, sondern sich Gen auch Stück für Stück weiter öffnet und etwas preisgibt - wenn auch lange nicht alles (wir haben schließlich noch zwei Bände zu füllen).
Auch zusammen haben mir die beiden gut gefallen. Sie spüren von Anfang an eine große Anziehungskraft, aber Cross lässt der Entwicklung Zeit. Gegen Ende schaltet sie dann allerdings ziemlich in den Kitsch-Modus. Kitsch ist für mich zwar nie ein Problem, aber hier ist es mir schon aufgefallen.
Etwas befremdlich fand ich allerdings den krassen Altersunterschied. Man kennt das ja: uralter Unsterblicher verliebt sich in zarte junge Frau. Gegen solche Geschichten habe ich in der Regel nichts - aber meistens sind die Frauen dann wenigstens Mitte/Ende Zwanzig oder aufwärts. Gen hingegen wird wirklich erst mit Beginn des Buches 20... aus Sicht eines mehrere Jahrhunderte alten Dämonenjägers ist sie praktisch noch ein Kind - und trotzdem spielt der Altersunterschied nie die geringste Rolle, was ich dann doch etwas unpassend fand.

Fazit
Wer eine Geschichte um Dämonen und Dämonenjäger lesen will, in der eine junge Frau in einen Jahrhunderte währenden Konflikt zwischen Gut und Böse hineingezogen wird, der ist hier richtig. Der Weltenentwurf überzeugt, die Geschichte wird im Verlauf immer spannend und düsterer. Gen ist eine starke Heldin, die hoffentlich im Laufe der kommenden Bände in ihre Kick Ass-Rolle noch weiter hineinwächst und uns mehr Actionreichtum beschert, statt das Kämpfen immer den Anderen zu überlassen.
4 von 5 Buchwelten

Neugierig geworden?
Mehr zu "Forged in Fire" auf: GoodreadsAmazon mit LeseprobeWebsite der Autorin

Noch eine Meinung lesen?
Weitere Rezension bei: All Things Urban Fantasy (4/5 Sterne)

Sonntag, 25. Oktober 2015

Neuerscheinungen im November 2015

Hallo ihr Lieben!
Schon ist es wieder Zeit für die nächsten Neuerscheinungen! Und im November wüsste ich wirklich gerne, wo ich das Geld für die Bücher hernehmen soll, die ich dringend haben will. Eigentlich müsste ich mir mal wieder einen Sparmonat auferlegen, da ich im Oktober ziemlich hohe Ausgaben hatte. Aber das wird wohl nichts werden, wie ich mich kenne...

Die drei Highlights

Nachschub von Ilona Andrews kann ja eigentlich nie schaden. Und nachdem Clean Sweep wieder etwas so ganz Anderes und Innovatives war, muss ich hier natürlich auch weiterlesen. Ich habe ganz bewusst nicht beim Serial auf der Website mitgelesen, damit ich die Geschichte jetzt in einem Rutsch und lektoriert genießen kann.

Dieses Buch erwarte ich natürlich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Denn es ist der letzte Band der Rylee Adamson-Reihe. Allzu lange kann ich es jetzt nicht mehr herauszögern, mir Rylees letzte beiden Abenteuer anzutun. Trotzdem habe ich Angst vor dem Ende, weil ich so sehr auf eine bestimmte Wendung hoffe und nicht weiß, ob ich nun enttäuscht werde. Und außerdem geht dann eine Reihe zu Ende, die Anfang des Jahres einen steilen Aufstieg in meine Top 10 der Urban Fantasy geschafft hat.

Bisher hat es Nalini Singh immer geschafft, mich zu begeistern. Warum also nicht auch mit ihrer Contemporary Romance-Reihe, die man nun auch in Deutschland erstehen kann? Selbstredend werde ich hier also früher oder später zuschlagen und schauen, ob auch Rock Kiss etwas für mich ist.

Weitere interessante Neuerscheinungen im November 2015



Besonders interessant wäre in dieser Liste für mich natürlich Winter von Marissa Meyer. Blöd nur, dass ich mir auferlegt habe, auf die Übersetzung im Januar zu warten, wo ich nun einmal auf Deutsch angefangen habe. Obwohl ich gestehen muss, dass der unverschämte Preis von fast 25 Euro für die deutsche Ausgabe mich beinahe umgestimmt hätte. Das ist wirklich nicht mehr normal.
Eher früher als später werde ich mir auch Sweet Filthy Boy von Christina Lauren anschauen. Eigentlich stand das auf meiner Prioritätenliste nicht gar so weit oben, da ich Beautiful Bastard sehr enttäuschend fand. Aber Melli hat so von dem Buch geschwärmt (und empfiehlt es auch in ihrem Neuerscheinungs-Post wieder wärmstens), dass ich es jetzt eben doch ausprobiere.
Auch bei Once Kissed werde ich sicher einen Blick riskieren, nachdem mir die Weird Girls-Novels der Autorin so wahnsinnig gut gefallen haben.

Und zum Ende der Neuerscheinungen gibt es diesen Monat noch Musik. Das neue Album von Adele 25 erscheint endlich. Ich kann es kaum noch erwarten - gerade weil vorgestern ja auch die erste Auskopplung Hello erschienen ist und mir wieder Gänsehaut beschert hat.

(c)Amazon
Damit verabschiede ich mich. Auf wen oder was wartet ihr im November sehnsüchtig? ;)
Liebe Grüße, Jasmin.

Freitag, 23. Oktober 2015

Reihenvorstellung: Die Weird Girls-Reihe von Cecy Robson

(c)Goodreads
Reihenvorstellung
Die Weird Girls- Reihe von Cecy Robson

1. Sealed with a Curse, 5/5 Sterne
2. A Cursed Embrace, 4,5/5 Sterne
3. Cursed by Destiny, 4/5 Sterne
4. A Cursed Bloodline, 4/5 Sterne
5. A Curse Unbroken, 4/5 Sterne
6. Of Flame and Promise (ET: 12.01.2016)

Während des Lesens dieser ersten fünf Bücher der Weird Girls-Reihe kam ich überhaupt nicht zu Atem - geschweige denn dazu, Rezensionen zu den einzelnen Teilen zu schreiben. Gott sei Dank habe ich mich in meiner letzten freien Woche Anfang Oktober für diese Reihe entschieden und hatte so Zeit, sie mir in einem Rutsch einzuverleiben!

Zwar ist die Reihe nach A Curse Unbroken noch nicht zu Ende erzählt (Gott sei Dank!), aber der Story Arc um Celia Weird ist abgeschlossen und abOf Flame and Promise geht das Abenteuer mit ihrer Schwester Taran weiter.
Denn Celia ist eine der vier Weird-Schwestern. Eines hat sie mit ihren Geschwistern Taran, Shayna und Emme gemeinsam: sie besitzen ganz individuelle übernatürliche Eigenschaften, die sie zu etwas Besonderem machen. Sie lassen sich keiner übernatürlichen Spezies zuordnen: weder den Werwesen noch den Vampiren, Hexen oder Dämonen. Und das macht sie zu Außenseiterinnen, die ihre Andersartigkeit bisher erfolgreich vor den anderen Übernatürlichen verborgen haben. Jetzt ist es damit allerdings vorbei, denn die Schwestern haben in Notwehr einen Vampir getötet und müssen nun vor dem Vampirgericht erscheinen.
Dabei stellt sich trotz aller gegenteiligen Annahmen heraus, dass die Tötung tatsächlich gerechtfertigt war und plötzlich braucht Misha, ein Meistervampir, dringend Celias Hilfe, um eine gefährliche Epidemie aufzuhalten, die immer mehr Vampire infiziert. Davon ist wiederum der Werwolf Aric gar nicht begeistert, als er bei der Verfolgung eines erkrankten Vampirs auf Celia stößt...

Das mag sich zunächst nach einer Dreiecksbeziehung anhören. Ein paar Anwandlungen gibt es diesbezüglich zwar auch, im Grunde verliebt sich Celia aber sehr schnell in ihren Auserwählten und es gibt kein großartiges Hin und Her mehr. Im Gegenteil: sie ist in ihrer Liebe standhaft und stark, was sie zu einem extrem nachvollziehbaren und bewunderswerten Charakter machte. Schon sehr früh hat mir Celia gut gefallen, denn ihre Persönlichkeit gewinnt schnell an Tiefe. Ihre besondere Fähigkeit ist es, sich in eine Tigerin verwandeln zu können. Diese tierische Seite gibt ihr viel emotionale und körperliche Stärke und macht ihr Rückgrat stahlhart, während ihr menschlicher Teil sie zugleich zurückhaltend, liebenswert und loyal erscheinen lässt. Das macht sie zu einer außerordentlichen Urban Fantasy-Heldin: in der Kick Ass-Kategorie qualifiziert sie sich mit Bravour, aber sie ist auch nicht fehlerlos, besitzt ihre Schwächen.
Ebenso liebenswert werden ihre drei Schwestern dargestellt, die man bereits nach den ersten paar Seiten fast genauso gut kennt und gut unterscheiden kann. Das liegt daran, dass jede Schwester ihre ganz eigenen Fähigkeiten und Charakterzüge besitzt, die aus den Schwestern ein tolles Team machen. Auch wenn sie vor allem in Cursed by Destiny und A Cursed Bloodline einige Krisen überstehen müssen, halten sie zusammen und verlieren nie den Glauben ineinander. 

Band 2 bis 5, (c)Goodreads

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Autorin die für Urban Fantasy typische Action mit einem ordentlichem Romantikanteil verbindet. Neben Celia finden auch ihre Schwestern Gegenstücke, sodass bald eine eingeschworene Gruppe entsteht. Diese Crew ist nicht nur schlagkräftig und immer mittendrin im nächsten Kampf Gut gegen Böse, sondern sie sorgt auch für viele witzige, andächtige und warmherzige Momente. Damit gibt sie nicht nur Celia, sondern auch dem Leser, ein Gefühl der Zugehörigkeit. Die Beziehungen der Schwestern zu ihren Geliebten stehen dabei in keinem Band still, sondern entwickeln sich weiter. Alle müssen Probleme bewältigen und Hürden meistern, was nicht immer ohne Opfer möglich ist.
Natürlich zentriert sich die Liebesgeschichte trotz allem auf Celia und ihr Pendant. Und hier muss ich fast sagen, dass mir das Drama ein wenig zu heftig wurde (und das soll schon was heißen, wenn es von mir alter Romantikerin kommt). Das Haupthindernis, um dessen Überwindung die beiden bis zum fünften Band kämpfen müssen, erschien mir mit der Zeit etwas konstruiert. Es war durchaus nachvollziehbar, aber an Stelle der Charaktere hätte ich schon nach dem Ende des zweiten Bandes Cut the crap! geschrien und die Idioten vor die Wahl gestellt, die Beziehung entweder zu akzeptieren oder mit den Konsequenzen zu leben.
Davon abgesehen hatte die Liebe der beiden so viele unterschiedliche Nuancen und Auswirkungen, dass ich in jedem Band wieder begeistert war, wie sie sich durch alle Wiedrigkeiten gekämpft und gelitten habe wie die Hunde, nur um dann stärker daraus hervorzugehen. Generell muss Celia mit so viel - man kann es nicht anders sagen - Scheiße klarkommen, dass es erstaunlich ist, wie sie die Situationen am Ende auflöst und erhobenen Hauptes daraus hervorgeht, so groß das Opfer auch war.

Pro Band haben wir natürlich auch einen Antagonisten und ab Band 2 kristallisiert sich ein Über-Feind heraus, der einen übergreifenden Story Arc in Gang bringt, der viel Potenzial und Spannung hatte. Trotzdem wäre in fünf Bänden meiner Ansicht nach genug Raum gewesen, um auch den Antagonisten ein tiefgründigeres Motiv als das bloße Streben nach Unterjochung des Planeten auszuarbeiten. Natürlich hat die Autorin damit die für ihre epische Geschichte notwendige Schwarz-und-Weiß-Grenze zwischen Gut und Böse gezogen, aber hier hätte etwas mehr Tiefe nicht geschadet.

Insgesamt ist diese Reihe ein wahrer Genuss gewesen, die nur deshalb nicht durchgehend volle 5 Sterne bekommen hat, weil ich so mit den Charakteren mitgelitten habe, dass es mir manchmal fast auf den Magen geschlagen ist. Das emotionale Investment in Celia und ihre Geschichte war bei mir wirklich sehr groß und daher war die Liebesdramatik einfach manchmal zu viel für mein geschundenes Herz. Sealed with a Curse ist noch sehr locker und luftig, mit sehr viel mehr Humor als dunklen Nuancen geschrieben. Mit dem Aufbau der Bedrohung ab Band zwei gleicht sich die Balance etwas an: noch immer gibt es Szenen, bei denen man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt. Aber der Grundtenor wird etwas düsterer und dadurch steigt die Spannung immer weiter.

Sealed with a Curse kann man durchaus noch als Einzelband lesen, er hat keinen wahnsinnigen Cliffhanger und die Geschichte ist bis auf ein paar lose Fäden beendet. Danach hat man dann allerdings keine Chance mehr. Die folgenden Bände enden mit einem Folter-Cliffhanger nach dem nächsten und man kann nicht mehr aufhören! Außerdem sollte man die Bände dringend der Reihenfolge nach lesen, da einem sonst viele Entwicklungen entgehen.

Neugierig geworden?
Mehr zur Weird Girls-Reihe auf: GoodreadsAmazon mit LeseprobeWebsite der Autorin

Noch eine Meinung lesen?
Rezension zu Sealed with a Curse bei: All Things Urban Fantasy (3/5 Sterne), She-Wolf Reads (4,5/5 Sterne)

Dienstag, 20. Oktober 2015

Kurzmeinung: Alien Proliferation & Hunting Ground

Hallo ihr Lieben!
In den letzten beiden Wochen hatte sich hier auf dem Blog wieder einmal Stille eingeschlichen. Die erste Woche des neuen Semesters ist bei mir immer das reine Chaos - irgendwo zwischen Organisation, Materialbeschaffung, Referatsverteilung usw. ging die Zeit fürs Lesen und Bloggen drauf. Jetzt pendelt sich aber langsam alles ein. Deshalb hier dank meiner weiterhin schreibfaulen Phase zwei neue Kurzmeinungen.


(c)Goodreads
Alien Proliferation von Gini Koch
(Spoiler zu den Vorgängerbänden!)
DAW
ISBN: 978-0756406974
Taschenbuch mit 458 Seiten
Sprache: Englisch
Genre: Paranormal Romance/Science Fiction
Preis: ca. 7,20 €

Reihe: Alien/Katherine "Kitty" Katt #4

Dieses Buch beginnt für Kitty nicht ganz so rasant, wie der Leser es gewohnt ist. Das ist natürlich auch besser so, denn schließlich ist sie schwanger. Trotzdem fand ich es etwas schade, dass sie sich auf Grund des Kindes zurückhalten musste. Es war natürlich eine logische Sache, aber ich war zu dem Zeitpunkt ein wenig pessimistisch, ob es eine gute Idee war, so früh in der Reihe bereits ein Kind für Jeff und Kitty in die Handlung hineinzubringen.
Es dauerte aber gar nicht allzu lange und Koch hat sich einen Plot Twist überlegt, der neuen Schwung brachte. Und danach ist Kitty dann wieder mittendrin: erst deckt sie quasi vom Sofa aus eine neue Intrige und Verschwörung auf und bald darauf erleben wir sie auch endlich wieder in Aktion. Koch hält die Spannung dann wie immer gekonnt: jedes Mal, wenn ich mir einbildete, kapiert zu haben, was hinter der neuesten Bedrohung steckt, kommt Kitty mit einem neuen Detail um die Ecke und das Rätsel raten geht von vorne los. Und trotzdem macht das Ganze auch hier am Ende wieder einen Sinn (auch wenn man wirklich mitschreiben müsste, um zu überprüfen, ob wirklich alles logisch stringent ist!).
Neben der aktuellen weltumfassenden Krise steht auch die (Weiter-)Entwicklung der Charaktere nie still. Auch in Alien Proliferation verändert sich wieder einiges und am Schluss ergibt sich eine ganz neue Situation für Kitty und ihr Team, die frischen Wind für den nächsten Band Alien Diplomacy bringen wird.
Der Humor ist wie eh und je ein tragender Pfeiler des Buches. Kitty kann ihre große Klappe nicht halten und Reader, Christopher, Gower & Co. sind mit neunmalklugen Sprüchen und sarkastischen Bemerkungen immer zur Stelle.
Diese Reihe schafft es immer wieder, mich zu überraschen und zu unterhalten!

4 von 5 Buchwelten
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(c)Goodreads
Hunting Ground von Patricia Briggs
Ace
ISBN: 978-0441017386
Taschenbuch mit 288 Seiten
Sprache: Englisch
Genre: Urban Fantasy
Preis: ca. 7,00 €

Reihe: Alpha & Omega #2

Wo mir Anna im ersten Band noch zu scheu und zu zurückhaltend war, ist sie in Hunting Ground zu einer nachvollziehbaren und starken Heldin geworden. Sie hat natürlich weiterhin mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, aber zugleich lässt sie sich nicht mehr einschüchtern und steht für sich und Charles ein.
Der beste Aspekt dieser Reihe ist sowieso die Beziehung zwischen Anna und Charles. Die Interaktion zwischen den beiden ist sehr feinfühlig und berührend gestaltet - das findet man wirklich selten. Beide Figuren gehen stark und rücksichtsvoll aufeinander ein: Charles beschützt Anna und gibt ihr gleichzeitig Raum, ihre eigenen Kämpfe zu schlagen, obwohl es ihm schwer fällt. Anna unterstützt Charles so gut sie kann (und mehr als sie selbst realisiert) und wächst langsam über sich hinaus. Briggs' Schreibstil unterstützt diese sich entwickelnde Symbiose zwischen den beiden, indem sie beiden Protagonistin immer wieder Raum zum Erzählen gibt und die Emotionen der beiden anschaulich beschreibt.
Daneben gibt es diesmal aber auch einen spannenden Gegner, gegen den es anzugehen gilt und der sehr viel mehr Spannung bringt, als es in Cry Wolf der Fall war. Zu Beginn hätte das Tempo zwar noch immer etwas höher sein können, insgesamt war dies aber ein actiongeladener Urban Fantasy-Roman mit dem einen oder anderen geschickten Plot Twist.
Jetzt bin ich ganz wild auf den nächsten Band, da ich von diesem einzigartigen Pärchen gar nicht genug bekommen kann! Hunting Ground ist bisher der stärkste Roman, den ich von Patricia Briggs gelesen habe.

4,5 von 5 Buchwelten

Samstag, 10. Oktober 2015

Kurzmeinung: Equal Parts, Lions 2: Feuriger Instinkt & Winterfluch

Hallo ihr Lieben!
Momentan fehlt mir ein wenig die Motivation für ausführliche Rezensionen, deshalb gibt es in Zukunft öfter mal Kurzmeinungen. Das Wichtigste kann man da schließlich auch sagen *lach*.

(c)Goodreads
Equal Parts (Supernova #1) von Emma Winters
Amazon Digital Services
ASIN: 
B00ASM2I5U
eBook mit ca. 282 Seiten
Sprache: Englisch
Genre: Paranormal Romance/New Adult
Preis: ca. 3,61 €

Reihe: Supernova #1

Bedingt durch die Inhaltsbeschreibung hatte ich mir ein etwas komplexeres Worldbuilding erwartet, denn die Idee einer Welt voller Superhelden und Superschurken klang sehr vielversprechend. In der korrupten Stadt Carova, in der Felicity lebt, gibt es besonders viele der Superschurken. Einer der schlimmsten ist Achilles, dem sie eines Nachts auf einem Friedhof über den Weg läuft - und der ihr unerwartet das Leben rettet.
Wo aber diese Superhelden und Schurken herkommen, warum sie zum Teil übernatürliche Gaben haben und wie "Zivilisten" tatsächlich mit beiden Gruppen agieren, das bleibt weitgehend unbeleuchtet, was mich etwas enttäuscht hat.
Die Beziehung zwischen Felicity und Achilles ist kompliziert und komplex. Natürlich fällt es Felicity Anfangs schwer, etwas an Achilles zu finden. Schließlich hat er sie entführen lassen und in einer Zelle eingesperrt, weil er einen Vorteil aus Felicitys Gabe - sie kann Glück aufnehmen und an andere weitergeben - schlagen will. Bald entwickelt Felicity aber unterschwellig eine Vorliebe für Achilles, und umgekehrt scheint es ähnlich zu sein. Trotzdem muss ich gestehen, dass es an manchen Stellen etwas nach Stockholm-Syndrom klang. Und als eben das dann im Buch sogar angesprochen wurde, musste ich schon schwer lachen...
Bis zum Schluss bleibt der Beziehungstatus der beiden eindeutig "kompliziert" und das war auch in Ordnung. Schließlich ist es nicht so einfach, einen Typen zu lieben, der einige Verbrechen auf der Kappe hat. Umso schlimmer, dass er am Ende plötzlich alles an den Nagel hängt und Felicity ein Haus in der Vorstadt kauft, um mit ihr ein gutbürgerliches Leben zu führen. Ja, prima, da hatte ich mein Happy End. Aber zur Geschichte gepasst hat es nicht so hundertprozentig. Da wäre es realistischer gewesen, wenn Felicity auf die "dunkle Seite" gewechselt und Achilles einfach etwas gemäßigter geworden wäre.

3,5 von 5 Buchwelten

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(c)Goodreads
Piper
ISBN: 978-3492268325
Taschenbuch mit 396 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Paranormal Romance
Preis: 9,99 €
Reihe: Lions #2

Die Charaktere dieser Reihe haben alle einen kompletten Dachschaden. Wirklich alle. Aber es ist so witzig und unterhaltsam, dass man sie einfach alle zusammen knuddeln möchte. Sie stechen dadurch heraus, sind nicht so wie andere Paranormal Romance-Figuren und erhalten Wiedererkennungswert. Auch die Strukturen der verschiedenen Familien mag ich sehr. Oft ist es eine seltsame Art von Hassliebe, die für viele Lacher und Wärme sorgt.
Angenehm ist es auch, dass Smitty und Jessie Ann sich bereits von früher kennen. Man überspringt als Leser also die Kennenlernphase und beginnt direkt bei einer Szene, in der die beiden nach vielen Jahren wieder aufeinander treffen.
Bei Smitty flammen die Gefühle aus der Jugend wieder auf und er will Jessie für sich gewinnen. Jessie dagegen ist fest überzeugt, über Smitty hinweg zu sein. Dadurch kommen natürlich hitzige und humorvolle Dialoge zu Stande, die immer on point sind und einen durch die Geschichte fliegen lassen, obwohl der hintergründige Plot um eine externe Bedrohung eher lahm war. Jessie wird erpresst und Smitty will ihr helfen. Wirklich Spannung kam da nicht auf, da die Autorin sich die Zeit gar nicht genommen hat, eine wirkliche Bedrohung daraus zu machen. Aber das war auch nicht weiter wild, die Geschichte ließ mich auch so am Ball bleiben. Diese Reihe werde ich weiterverfolgen, denn diesen Band mochte ich eindeutig lieber als seinen Vorgänger.

4 von 5 Buchwelten

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(c)Goodreads
Winterfluch (October Daye #1) von Seanan McGuire
Egmont LYX
ISBN: 978-3802582882
Taschenbuch mit 339 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Urban Fantasy
Preis: 12,99 €

Reihe: October Daye #1

Von October Daye hatte ich mir etwas mehr erwartet. Winterfluch war eine solide Geschichte, die aber nichts Besonderes war und an einigen Stellen enttäuscht hat.
Das Worldbuilding der Fae-Welt war sehr detailreich - manchmal fast etwas zu sehr, so dass ich eine Weile brauchte, bis ich so richtig durchsah. Insgesamt ist es aber gelungen.
Toby an sich war weniger Kick Ass, als ich gehofft hatte. In dem Mordfall, den sie aufklären muss, tappt sie eigentlich bis zum Schluss im Dunkeln und findet so gut wie keine Beweise, die den Leser einer Lösung wenigstens einen einzelnen Schritt näher bringen. Irgendwann frustrierte mich das ein wenig. Wenigstens den einen oder anderen Happen sollte man mir als Leser schon zuwerfen, damit ich voll dabei bleibe.
Zudem habe ich einen Aspekt an ihrem Charakter so gar nicht verstanden. Für ihre menschliche Familie setzt sie sich viel zu wenig ein, was für mich absolut nicht nachvollziehbar war. Sie zeigt zu Beginn des Buches keinen Kampfwillen und suhlt sich in ihrem Leid. Nur quälend langsam arbeitet sie sich aus dieser Starre heraus. Dementsprechend wird die Geschichte erst ab etwas vor der Mitte durch konstante Auftritte von Nebencharakteren ergänzt. Diese sind dann zwar stärker präsent, aber es fehlt jemand, der Toby wirklich loyal ist - ein Sidekick oder etwas ähnliches, dass der Geschichte mehr Interaktion und Impuls bringt.
Ich werde die Reihe noch nicht aufgeben, aber überzeugt hat die Autorin mich mit diesem Einstieg noch nicht.

Knappe 3 von 5 Buchwelten

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Rezension: The Bone Season 2: Die Denkerfürsten von Samantha Shannon

(c)Goodreads
Rezension
The Bone Season 2: Die Denkerfürsten
von Samantha Shannon
(Kann Spoiler zu Die Träumerin enthalten!)

Bloomsbury Berlin
ISBN978-3-8270-1230-2
Hardcover mit 624 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Fantasy, Young Adult
Preis: 17,99 €


Reihe: The Bone Season #2
1. Die Träumerin
2. Die Denkerfürsten
3. - noch kein Titel - (englischer ET angekündigt für 2016)
(Reihe ist ausgelegt auf 7 Bände)



Inhalt
Es ist Paiges einzige Chance: Wenn sie es schafft, die geheimen Gruppen der Denkerfürsten im Londoner Untergrund zu vereinen, könnte die Rebellion gelingen und das diktatorische System von Scion gestürzt werden. Doch diese Gruppen sind zutiefst verfeindet und denken überhaupt nicht an einen gemeinsamen Aufstand. Als plötzlich die Rephaim in London auftauchen, wird die Zeit knapp. Und wo ist eigentlich der Wächter? Seine Hilfe könnte Paige jetzt dringend gebrauchen. Denn die Jagd auf die Seherin hat begonnen ...
Meine Meinung
Da, wo Die Träumerin aufhörte, schließt Die Denkerfürsten nahtlos an. Und zwar nicht nur die Handlung betreffend, sondern auch was das Niveau der Geschichte angeht. Ich war sofort wieder mittendrin in der Geschichte, obwohl es bereits ein volles Jahr her ist, das ich Band Eins gelesen habe.
Und das Beste an der Sache: obwohl sich das Buch durchaus in das Jugendbuchgenre einordnen lässt, fühlt es sich für mich nicht danach an. Shannon braucht keine Teenager-Klischees, um ihre Geschichte spannend zu machen. Für mich war das ein Urban Fantasy-Roman mit einer jungen Heldin. Yikes! Solche Bücher müsste es häufiger geben!

Worldbuilding
Ich war nicht die Einzige, die in Die Träumerin den Weltenentwurf noch als sehr kompliziert empfand. All diese fremden Begriffe für die Sehergemeinschaft haben mich dort noch etwas überfordert. Obwohl die Autorin in Die Denkerfürsten keineswegs von diesem komplexen Wortfeld ablässt, hatte ich damit keine Probleme mehr. Inzwischen kenne ich die Welt und die Erläuterungen haben mir nun gereicht, um der Geschichte problemlos folgen zu können.
In diesem Band wechseln wir nun das Setting. Nachdem Paige die Flucht aus Sheol I gelungen ist, kehrt sie nach Scion London zurück. Und das war genau das, was ich brauchte. Sheol I war ein sehr düsterer Ort. Natürlich sind die Zitadelle und vor allem die Unterwelt des Syndiakts ebenfalls düster, zugleich hat mich SciLo aber viel stärker fasziniert als Sheol I. Ich habe das Setting dieses Bandes schlichtweg geliebt und hoffe sehr, dass es in den folgenden Bänden keinen Ortswechsel geben wird. Denn natürlich versäumt Shannon es nicht, das SciLo, dass man aus den ersten Seiten von Die Träumerin kannte, nun zu erweitern und um faszinierende Orte zu ergänzen, die sich zum Teil sogar mit dem realen London decken. Dabei helfen auch die Karten, die im Buch abgedruckt sind.

Handlung und Spannung
Das Tempo, mit dem die Geschehnisse in Die Träumerin endeten, konnte zu Beginn dieses zweiten Bandes nicht gehalten werden. Auf den ersten 200 Seiten passiert nicht ganz so viel. Vielmehr scheint die Autorin Paige Raum zu lassen, um sich ihrer Situation klar zu werden und um zu überlegen, wie es weitergehen soll. Das sie dabei zwangsläufig zu Jaxon zurückkehren muss, hatte ich mir bereits gedacht (obwohl ich von Anfang an Böses geahnt habe). Richtig spannend wird es dann erst, als Paige beginnt, nach dem Wächter zu suchen und die Rephaim wieder aktiv in die Geschichte treten. Ab diesem Zeitpunkt gerät Paige immer wieder in Zugzwang und muss sich bewusst werden, wie weit sie zu gehen bereit ist, um eine Revolution unter den Sehern auszulösen.
Wie es Paige letztlich gelang, dieser Revolution einen Schritt näher zu kommen, hätte ich niemals vorhergesehen. Und am Ende beglückt Shannon uns zuerst mit einem ausgedehnten spannenden, blutigen und gut durchdachten Showdown, bevor sie noch einmal einen Plot Twists ins Bild bringt, der dem Buch einen heftigen Cliffhanger beschert. Einen Teilaspekt dieser finalen Entwicklung habe ich zwar bereits relativ früh erahnt, aber insgesamt war diese Geschichte für mich kaum vorhersehbar und daher sehr unterhaltsam.

Charaktere
Die Autorin schafft es, Paige vorankommen zu lassen, ohne dass es wirkt, als würde sie Unmögliches tun. Stattdessen muss sie harte Entscheidungen treffen, an sich arbeiten und einige körperliche sowie mentale Rückschläge einstecken. Dabei stellt Samantha Shannon Paige einen Cast aus ambivalenten Nebencharakteren zur Seite. Neben dem Wächter spielen nun natürlich die Sieben Siegel eine große Rolle. Jede einzelne dieser Figuren hat seine eigenen Ecken und Kanten, sodass sie real erschienen. Auch unter den Rephaim lernt Paige neue Schlüsselfiguren kennen.
Die vorsichtige weitere Annäherung zwischen Paige und Arcturus gefiel mir. Weiterhin bleibt der romantische Aspekt hintergründig aber existent, was gut zur Geschichte passt. Die Antagonisten blieben lange undurchsichtig und waren keineswegs eindimensional, sondern übten eine Faszination auf mich aus. Nach wie vor will ich dringend wissen, wer genau sich hinter dem großen Schurken des Buches verbirgt.

Fazit
Obwohl der Beginn noch an Tempo zu wünschen übrig lässt, hat mir dieser zweite Band in der Bone Season-Reihe wieder sehr gut (und sogar besser als Band Eins) gefallen. Allem voran liebe ich das Setting SciLo; sowie das komplexe Worldbuilding überhaupt, das nun nicht mehr verwirrend sondern realistisch und komplex erscheint. Paige ist gezwungen, weiter über sich hinauszuwachsen und ihre Geschichte hält viel Action, eine verschlungene Intrige und einen bombastischen Showdown (mit angeschlossenem Cliffhanger) bereit, der es mir schwer machen wird, für Band 3 auf die deutsche Übersetzung zu warten.

4,5 von 5 Buchwelten


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Weitere Rezension bei: Collection of Bookmarks (4,5/5 Sterne), Traumbuchfänger (5/5 Sterne), Friedelchens Bücherstube (4,5/5 Sterne)

Samstag, 3. Oktober 2015

Das Bewertungs-Dilemma

Hallo ihr Lieben!
Heute soll es hier um ein Thema gehen, das mich in letzter Zeit öfter einmal beschäftigt hat: Das Bewerten von Büchern nach einer Skala - bei mir etwas zwischen 1 und 5 Buchwelten. Natürlich bin ich nicht die erste, die zu diesem Thema etwas schreibt, aber es soll hier um meine ganz persönlichen kleinen "Bewertungs-Dilemmata" gehen.
Seitdem ich wieder angefangen habe zu bloggen und Rezensionen zu schreiben, ist mir besonders stark aufgefallen, wie schwierig es sein kann, Bücher - wenigstens nach dem eigenen Maßstab - "fair" zu bewerten.

Wenn ich ein Buch zuklappe und fertig bin, dann habe ich eigentlich bereits eine Vorstellung, wo ich das Buch einordnen würde. Sozusagen ist das meine Bauchgefühl-Bewertung. Dann setze ich mich aber natürlich an den PC und schreibe eine Rezension, oder ich mache mir Notizen, etc. Ergo mache ich mir zu den Facetten des Buches ein paar tiefer gehende Gedanken, als ich es vielleicht während des Lesens getan habe. Jeder hat seine Checkliste: Figuren, Weltentwurf, Spannungsbogen, Handlung und Schreibstil sind das bei mir meistens. Habe ich dann die Rohfassung der Rezension getippt, habe ich für jeden dieser Punkte zumindest überlegt, ob es etwas erwähnenswertes Positives oder Negatives zu sagen gibt. Und dann geht es los: 

Bauchgefühl: "Das waren eindeutig 5 Sterne! Tolles Buch! Kauf den nächsten Band! Jetzt mach schon!"
Kopf: "Mal langsam, so überwältigend war es nicht. Der Schreibstil hat uns doch nun nicht so beeindruckt..."
Bauchgefühl: "Mach keinen Wind, du alter Besserwisser-Halb-Germanist! Es muss ja nicht jeder pro Satz vier bildungssprachliche Fremdwörter einbauen."
Kopf: "Schon, aber wenn wir ehrlich miteinander sind, hätten die ersten Seiten außerdem ein bisschen mehr Tempo haben können."
Bauchgefühl: "Die restlichen 300 Seiten haben das doch mehr als wett gemacht."
Kopf: "Ja, die waren toll, aber trotzdem hätte es auch vorher schon so gut sein können."
Bauchgefühl: "Dir kann man es auch nicht recht machen. Immer musst du alles totdenken!"

Wenn ich ein Buch zuklappe und es mich so begeistert hat, dass ich ihm intuitiv 5 Sterne geben will, dann hat es einen guten Eindruck hinterlassen. Analysiert man die Geschichte beim Bewerten vielleicht tot? Zerdenkt man die Strukturen, die einen eigentlich total begeistert haben, weil sie beim näheren hinschauen eben doch nicht so innovativ und neu waren? Ich glaube, bei mir ist das tatsächlich manchmal so. Ich kann ein Buch auch dann genießen, wenn es einem Muster folgt, dass ich so in etwa schon aus zehn anderen Büchern kenne. Sie machen mir einen Heidenspaß, aber ich vergebe in der Bewertung dann trotz aller Begeisterung doch keine 5 Sterne (mehr), weil es keines dieser ganz besonderen Bücher war, das die Bestwertung verdient hätte.

Neben dem Bewerten aktuell gelesener und rezensierter Bücher stelle ich aber etwas anderes fest: manchmal habe ich heute ein ganz anderes (Erinnerungs-)Bild von einem Buch.
Ein Beispiel: vor etwas über vier Jahren (Mensch, die Zeit rennt!) habe ich "Engel der Nacht" von Becca Fitzpatrick 4 von 5 Buchwelten gegeben. Letztes Jahr habe ich aus Platzmangel heraus mal mein Regal aussortiert und im Zuge dessen "Engel der Nacht" nochmal angelesen. Ich fand es grottenschlecht und habe es nach ca. 100 Seiten abgebrochen und ohne jeden Gewissensbiss weggeben. Als ich danach meine eigene Rezension gelesen habe, schüttelte ich verzweifelt den Kopf, weil ich beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen kann, warum ich das damals so empfunden habe.
Ähnliches ist bei "Nach dem Sommer" von Maggie Stiefvater passiert. Das Buch hat sogar 4,5 von 5 Buchwelten von mir bekommen. Wenn ich meinen Leseeindruck jetzt aber nach einigen Jahren beschreiben müsste, dann fällt mir dazu ein: wenig erinnernswert, langatmig, kaum spannend. Einzig die Charaktere habe ich auch jetzt noch in guter Erinnerung.

Was tun in solchen Fällen? Es juckt mich in den Fingern, hier sozusagen "umzubewerten". Aber auf der anderen Seite habe ich mir damals bei Rezension und Bewertung auch etwas gedacht. Inzwischen bin ich einfach nur älter geworden und mein Lesegeschmack hat sich in seinen Nuancen, z. T. sogar im Genre insgesamt, verändert. Also habe ich entschieden, die Bücher auf dem Blog nicht umzubewerten, sondern einfach stehen zu lassen. Schließlich kann dasselbe in fünf Jahren von heute an auch passieren, wenn ich mir die Rezensionen durchlese, die ich dieser Tage schreibe.

Auf Goodreads jedoch habe ich einige dieser 2010 oder 2011 gelesen Bücher tatsächlich anders bewertet, als ich sie letztens hinzugefügt habe, da dort keine ganze Rezension an der Bewertung hängt. Das passiert insgesamt auch deshalb, weil ich inzwischen ein wenig "strenger" bewerte. Früher (vor der Blogpause) haben 90-95 % der von mir gelesenen Bücher zwischen 4 und 5 Sterne erhalten. Das ist jetzt anders. Man frage mich bitte nicht, woran genau das liegt. Auch diesbezüglich habe ich mich mit der Zeit einfach verändert und weiterentwickelt. Inzwischen verdient in meinem Augen nicht mehr jedes Buch 4 Sterne oder mehr - was gleichzeitig bedeutet, dass auch ein 3-Sterne-Buch mich evtl. gut unterhalten hat.

Wie geht es Euch: Hört ihr beim Bewerten auf euer Bauchgefühl oder seid ihr ganz objektiv? Und seid ihr auch Jahre später noch mit all euren Rezensionen und Bewertungen einverstanden? Erzählt!
Liebe Grüße, Jasmin.