Sonntag, 6. Dezember 2015

Rezension: Chicagoland Vampires 3: Mitternachtsbisse von Chloe Neill

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Rezension
Chicagoland Vampires 3: Mitternachtsbisse
von Chloe Neill

Egmont LYX
ISBN: 978-3802583629
Taschenbuch mit 432 Seiten

Sprache: Deutsch
Genre: Urban Fantasy
Preis: 9,95 €

Reihe: Chicagoland Vampires #3
Reiheninformationen: siehe unten







Inhalt
Gestaltwandler aus den gesamten Vereinigten Staaten finden sich zu einem Treffen in Chicago zusammen. Die Vampirin Merit erhält von Ethan Sullivan, dem Oberhaupt von Haus Cadogan, den Auftrag, den Anführer der Gestaltwandler als Leibwächterin zu begleiten. Dabei soll sie den Vampiren gleichzeitig als Spionin dienen. Ein gefährliches Unterfangen, denn bald findet sich Merit im Kreuzfeuer eines Konfliktes zwischen Gestaltwandlern und Vampiren wieder, der außer Kontrolle zu geraten droht.
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Meine Meinung
Nachdem die ersten beiden Bände der Reihe nun schon wieder über ein halbes Jahr zurückliegen, war ich etwas in Sorge, ob ich gut in den nächsten Teil hineinfinde. Neill schafft es aber durch strategisch gut platzierte kleinere Rückblicke, die Erinnerung schnell zurückzubringen, sodass es in dieser Hinsicht kein Problem gab.

Worldbuilding
Merits Welt gefällt mir tatsächlich immer besser. Das wird wahrscheinlich (auch) daran liegen, dass in diesem Band der Fokus auf die Formwandler gerichtet wird. In den letzten Jahren hat sich mein Geschmack ein wenig geändert: inzwischen finde ich Vampire eigentlich eher langweilig und Gestaltwandler sehr viel interessanter. Darum kann sich wohl jeder denken, dass ich Merits beginnende Freundschaft zu Gabriel als Formwandler sehr begrüßt habe.
Dadurch rückte auch der festgefahrene Konflikt zwischen den beiden Parteien in den Vordergrund und brachte einige interessante Einblicke in die historischen Ereignisse und die daraus resultierenden Ressentiments von Merits Welt mit sich. Dadurch wirkt die Feindschaft zwar nicht weniger festgefahren und unnötig, zugleich versteht man sie aber auch besser, weil sie realistisch angelegt ist.

Handlungs- und Spannungsbogen
Hand aufs Herz: Die ersten 100 Seiten waren sterbenslangweilig. Auf Seite 60 war ich kurz davor, dass Buch an die Wand zu schmeißen, weil ich die ersten beiden Bände als viel temporeicher in Erinnerung hatte. Es ist nichts passiert und Merit erschien mir um einiges weniger schlagfertig als sonst.
Gott sei Dank ging es dann endlich mal ordentlich los. Ab dann findet die Geschichte zu mehr Spannung und Action zurück, sodass sie mich auch wieder an sich binden konnte. Endlich ergeben sich Entwicklungen - sowohl im politischen als auch im zwischenmenschlichen Bereich.
Etwas schade war es, dass der grandiose Showdown recht wenig Platz einnahm. Er war gut gemacht und wirkte auch nicht übereilt, aber ein wenig ausführlichere und nervenaufreibendere Kampfszenen für Merit hätte ich durchaus sehr genossen.

Charaktere
Hinsichtlich meiner Gefühle bleibt es bei dem, was ich schon in den Vorgängerbänden empfand: Ich liebe Merit. Ich liebe Lindsey und die Vamps. Ich liebe Ethan, aber die Hälfte der Zeit verabscheue ich ihn zutiefst. Und ich mag Mallory nicht besonders, obwohl sie Merit bisher eigentlich keine allzu schlechte Freundin ist.
Merit macht hinsichtlich ihrer Vampirkräfte wieder den ein oder anderen Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem könnte sie noch ein, zwei Mal öfter in brenzlige Situationen kommen. Und nachdem sie hinsichtlich Ethans am Anfang ein wenig den Biss verloren hatte, besserte sich das gegen Ende eindeutig wieder. Und das hatte er auch verdient, denn er hat mit seinem Hin und Her nicht nur Merit, sondern auch mich in den Wahnsinn getrieben. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich ihn nun mögen oder hassen soll...
Gabriel und die Formwandler sind definitiv eine Bereicherung des Casts und ich hoffe schwer, dass sie auch in den nächsten Bänden einen festen Platz haben werden. Sie bringen zusätzlichen Witz und Charme in die Geschichte, wo die Vampire allein manchmal ein bisschen zu steif wirken.

Fazit
Auch wenn die ersten rund 100 Seiten lahm waren, hat mich das Buch (danach) sehr gut unterhalten und bringt einige neue Einblicke und Entwicklungen, die der Geschichte eine Richtung geben. Merit bleibt weiterhin eine tolle Protagonistin mit viel Mut und Einsatz. Mitternachtsbisse war ein solider Folgeband mit kleinen Schwächen.

4 von 5 Buchwelten

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Reihe: Chicagoland Vampires
1. Frisch gebissen
2. Verbotene Bisse
3. Mitternachtsbisse

4. Drei Bisse frei
5. Ein Biss zu viel
6. Eiskalte Bisse
7. Für eine Handvoll Bisse
8. Sehnsuchtsbisse
9. Teuflische Bisse
10. Auf den letzten Biss
11. Höllenbisse (ET: 04.02.2016)

Kommentare:

  1. Ich sollte dich wohl vorwarnen, dass die weiteren Bände einen ähnlichen Verlauf beim Spannungsbogen haben - es geht immer etwas ruhiger los bis es plötzlich Bäm macht und die Spannung durch die Decke geht. Auch beim schnellen Ende kann ich dir nur zustimmen, das ist wohl das Markenzeichen der Autorin. Trotzdem haben die Bücher etwas fesselndes an sich ;) boa und bei Ethan bin ich auch immer so hin und her gerissen! Stellenweise möchte man ihn einfach nur schütteln, dann gibt es wieder schöne Szenen.

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    1. Hm, das finde ich etwas schade, dass die Autorin es scheinbar nicht schafft, ihre Geschichten von Anfang an richtig rasant zu machen. Aber das kommt ja auch sehr auf den Geschmack an - ich persönlich habe es eben gerne, wenn es von Anfang an richtig zur Sache geht :).
      Der Mann kann sich einfach nicht entscheiden, wo er hingehört: Traummann oder Arschloch *lach*.

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