Donnerstag, 8. Oktober 2015

Rezension: The Bone Season 2: Die Denkerfürsten von Samantha Shannon

(c)Goodreads
Rezension
The Bone Season 2: Die Denkerfürsten
von Samantha Shannon
(Kann Spoiler zu Die Träumerin enthalten!)

Bloomsbury Berlin
ISBN978-3-8270-1230-2
Hardcover mit 624 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Fantasy, Young Adult
Preis: 17,99 €


Reihe: The Bone Season #2
1. Die Träumerin
2. Die Denkerfürsten
3. - noch kein Titel - (englischer ET angekündigt für 2016)
(Reihe ist ausgelegt auf 7 Bände)



Inhalt
Es ist Paiges einzige Chance: Wenn sie es schafft, die geheimen Gruppen der Denkerfürsten im Londoner Untergrund zu vereinen, könnte die Rebellion gelingen und das diktatorische System von Scion gestürzt werden. Doch diese Gruppen sind zutiefst verfeindet und denken überhaupt nicht an einen gemeinsamen Aufstand. Als plötzlich die Rephaim in London auftauchen, wird die Zeit knapp. Und wo ist eigentlich der Wächter? Seine Hilfe könnte Paige jetzt dringend gebrauchen. Denn die Jagd auf die Seherin hat begonnen ...
Meine Meinung
Da, wo Die Träumerin aufhörte, schließt Die Denkerfürsten nahtlos an. Und zwar nicht nur die Handlung betreffend, sondern auch was das Niveau der Geschichte angeht. Ich war sofort wieder mittendrin in der Geschichte, obwohl es bereits ein volles Jahr her ist, das ich Band Eins gelesen habe.
Und das Beste an der Sache: obwohl sich das Buch durchaus in das Jugendbuchgenre einordnen lässt, fühlt es sich für mich nicht danach an. Shannon braucht keine Teenager-Klischees, um ihre Geschichte spannend zu machen. Für mich war das ein Urban Fantasy-Roman mit einer jungen Heldin. Yikes! Solche Bücher müsste es häufiger geben!

Worldbuilding
Ich war nicht die Einzige, die in Die Träumerin den Weltenentwurf noch als sehr kompliziert empfand. All diese fremden Begriffe für die Sehergemeinschaft haben mich dort noch etwas überfordert. Obwohl die Autorin in Die Denkerfürsten keineswegs von diesem komplexen Wortfeld ablässt, hatte ich damit keine Probleme mehr. Inzwischen kenne ich die Welt und die Erläuterungen haben mir nun gereicht, um der Geschichte problemlos folgen zu können.
In diesem Band wechseln wir nun das Setting. Nachdem Paige die Flucht aus Sheol I gelungen ist, kehrt sie nach Scion London zurück. Und das war genau das, was ich brauchte. Sheol I war ein sehr düsterer Ort. Natürlich sind die Zitadelle und vor allem die Unterwelt des Syndiakts ebenfalls düster, zugleich hat mich SciLo aber viel stärker fasziniert als Sheol I. Ich habe das Setting dieses Bandes schlichtweg geliebt und hoffe sehr, dass es in den folgenden Bänden keinen Ortswechsel geben wird. Denn natürlich versäumt Shannon es nicht, das SciLo, dass man aus den ersten Seiten von Die Träumerin kannte, nun zu erweitern und um faszinierende Orte zu ergänzen, die sich zum Teil sogar mit dem realen London decken. Dabei helfen auch die Karten, die im Buch abgedruckt sind.

Handlung und Spannung
Das Tempo, mit dem die Geschehnisse in Die Träumerin endeten, konnte zu Beginn dieses zweiten Bandes nicht gehalten werden. Auf den ersten 200 Seiten passiert nicht ganz so viel. Vielmehr scheint die Autorin Paige Raum zu lassen, um sich ihrer Situation klar zu werden und um zu überlegen, wie es weitergehen soll. Das sie dabei zwangsläufig zu Jaxon zurückkehren muss, hatte ich mir bereits gedacht (obwohl ich von Anfang an Böses geahnt habe). Richtig spannend wird es dann erst, als Paige beginnt, nach dem Wächter zu suchen und die Rephaim wieder aktiv in die Geschichte treten. Ab diesem Zeitpunkt gerät Paige immer wieder in Zugzwang und muss sich bewusst werden, wie weit sie zu gehen bereit ist, um eine Revolution unter den Sehern auszulösen.
Wie es Paige letztlich gelang, dieser Revolution einen Schritt näher zu kommen, hätte ich niemals vorhergesehen. Und am Ende beglückt Shannon uns zuerst mit einem ausgedehnten spannenden, blutigen und gut durchdachten Showdown, bevor sie noch einmal einen Plot Twists ins Bild bringt, der dem Buch einen heftigen Cliffhanger beschert. Einen Teilaspekt dieser finalen Entwicklung habe ich zwar bereits relativ früh erahnt, aber insgesamt war diese Geschichte für mich kaum vorhersehbar und daher sehr unterhaltsam.

Charaktere
Die Autorin schafft es, Paige vorankommen zu lassen, ohne dass es wirkt, als würde sie Unmögliches tun. Stattdessen muss sie harte Entscheidungen treffen, an sich arbeiten und einige körperliche sowie mentale Rückschläge einstecken. Dabei stellt Samantha Shannon Paige einen Cast aus ambivalenten Nebencharakteren zur Seite. Neben dem Wächter spielen nun natürlich die Sieben Siegel eine große Rolle. Jede einzelne dieser Figuren hat seine eigenen Ecken und Kanten, sodass sie real erschienen. Auch unter den Rephaim lernt Paige neue Schlüsselfiguren kennen.
Die vorsichtige weitere Annäherung zwischen Paige und Arcturus gefiel mir. Weiterhin bleibt der romantische Aspekt hintergründig aber existent, was gut zur Geschichte passt. Die Antagonisten blieben lange undurchsichtig und waren keineswegs eindimensional, sondern übten eine Faszination auf mich aus. Nach wie vor will ich dringend wissen, wer genau sich hinter dem großen Schurken des Buches verbirgt.

Fazit
Obwohl der Beginn noch an Tempo zu wünschen übrig lässt, hat mir dieser zweite Band in der Bone Season-Reihe wieder sehr gut (und sogar besser als Band Eins) gefallen. Allem voran liebe ich das Setting SciLo; sowie das komplexe Worldbuilding überhaupt, das nun nicht mehr verwirrend sondern realistisch und komplex erscheint. Paige ist gezwungen, weiter über sich hinauszuwachsen und ihre Geschichte hält viel Action, eine verschlungene Intrige und einen bombastischen Showdown (mit angeschlossenem Cliffhanger) bereit, der es mir schwer machen wird, für Band 3 auf die deutsche Übersetzung zu warten.

4,5 von 5 Buchwelten


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Weitere Rezension bei: Collection of Bookmarks (4,5/5 Sterne), Traumbuchfänger (5/5 Sterne), Friedelchens Bücherstube (4,5/5 Sterne)

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