Freitag, 18. September 2015

Rezension: Shades of Treason von Sandy Williams

(c)Goodreads
Rezension
Shades of Treason (Anomaly #1) 
von Sandy Williams

Sandy Williams
ASIN: 
B00WGY2IC6
eBook mit ca. 288 Seiten
Sprache: Englisch
Genre: Romantic Science Fiction
Preis: ca. 3,99 €


Reihe: Anomaly #1

1. Shades of Treason
2. 
- noch kein Titel -







Inhalt
Lieutenant Ramie Ashdyn is an anomaly, a person whose genetic makeup makes her stronger and smarter than the average human. She’s pledged her life to protect the Coalition, an alliance of thirteen planetary systems, but when a top secret operation turns bloody, she’s charged with treason and the brutal executions of her teammates.
The Coalition needs the information Ash’s team stole on their last mission, so they send in Commander Rhys “Rest in Peace” Rykus to get it. He’s the man who’s responsible for turning Ash into an elite soldier… and he’s a man who isn’t, never was, and never will be in love with the woman he trained. Or so he tells himself.
Ash wants nothing more than to clear her name and be the woman her former instructor wants her to be, but the enemy who killed her teammates did more than frame her for treason and murder: they telepathically silenced her mind, preventing her from saying anything that might point to the truth about what happened.
Now Ash is trapped and set to be executed, the truth dying with her. Unless she can prove her innocence. But taking that path could destroy the Coalition she’s sworn to preserve and protect…
 

Meine Meinung
"Shades of Treason" hat mich mit seiner temporeichen Action wieder ziemlich umgehauen, auch wenn die Autorin anscheinend eine Meisterin der komplizierten Beziehungen ist - denn wie schon in "Schattenleserin: Nachtschwarze Träume" macht sie es ihrem Pärchen nicht einfach, sich zu finden.

Worldbuilding
Wir haben es hier eindeutig mit einem Science Fiction-Worldbuilding zu tun. Das KU, das bekannte Universum, mit seinen zahlreichen Planeten ist keineswegs geeint, aber mit der Coalition hat sich eine größere Zahl von Planeten zu einem Verband zusammengeschlossen, der Schutz und Hilfe für die Bevölkerung bedeutet. In der Population gibt es sogenannte Anomalien: Menschen wie Ash, die in der Intelligenz und körperlichen Stärke die Kapazität normaler Menschen übersteigen (darüber hinaus kommen im Weltenentwurf bisher keine anderen humanoiden Formen wie grüne Alien-Männchen etc. vor). Dafür sind diese Anomalien allerdings mental labil und deswegen gefährlich. Die Coalition schafft dem Abhilfe, indem sie ein spezielles Programm begründet hat, welches die Anomalien zu Agenten ausbildet und dann einem Loyalitätstraining unterzieht, dass sie an die Befehle eines Vorgesetzten bindet - ohne das sie sich diesen Befehlen entziehen dürfen oder können.
Insgesamt fand ich dieses Worldbuilding sehr spannend, denn hier scheint die Coalition an sich nicht korrupt zu sein und Ashs Loyalität (die sie auch schon vor dem Loyalitätstraining empfand) ist begründet. Mit eben jenem Loyalitätstraining hatte ich aber meine Probleme. Auch wenn recht realistisch erklärt ist, dass die Anomalien ohne es früher oder später ihre geistige Gesundheit verlieren, ist es doch ein massiver Eingriff. Die Anomalien stellen das Wohlergehen der Coalition über ihr eigenes Leben - wie gut indoktrinierte Fußsoldaten. Es klingen zwar ganz leicht Zweifel daran an, aber insgesamt wird das Programm eher positiv als negativ dargestellt, obwohl ich es moralisch schon sehr fragwürdig finde. Vielleicht wird das in späteren Bänden noch einmal aufgegriffen.

Handlungs- und Spannungsbogen
Man steigt sofort mit vollem Tempo in die Geschichte ein: Ash sitzt in Gefangenschaft, da sie des Mordes an ihrem Team bezichtigt wird. Natürlich war sie es nicht, aber ein Telepath hat ihr eine geistige Fessel angelegt, die verhindert, dass sie über die Geschehnisse in irgendeiner Form sprechen kann. Auf diese Erklärung kommt allerdings keiner, da die Existenz von Telepathen als Mythos gilt.
Rhys Rykus, Ashs Trainer im Loyalitätstraining, wird zur Befragung Ashs herangezogen, da sie beharrlich schweigt. Doch selbst seine Befehle können die mentale Fessel nicht brechen - und er hegt bald gewisse Zweifel, das Ash tatsächlich schuldig ist.
Obwohl Ash eine ganze Weile in Haft sitzt, ist die Spannung von Anfang an sehr hoch. Während Ash von Befragungen bis Folter alles über sich ergehen lassen muss, was den Ermittlern einfällt, liest man auch aus Rykus' Sicht und fiebert mit, wann er endlich einen Beweis für Ashs Unschuld findet. Irgendwann schafft Ash es dann zu fliehen und die Geschichte nimmt nochmal an Tempo zu.
Manchmal hatte ich allerdings ein wenig das Gefühl, als würden sich die Ereignisse im Kreis drehen. Sandy Williams macht es ihrer Protagonistin nicht leicht, die Verfolger sind ihr dicht auf den Fersen - aber ein wenig mehr Erfolgserlebnis hätte sie Ash doch gönnen können. Sie befindet sich nach dem Ausbruch immer wieder in Gewahrsam und es hat oft den schalen Beigeschmack, als wäre es ihren Vorgesetzten nicht allzu wichtig, was passiert, da sie ja nur eine Anomalie und Verräterin ist.
Der Showdown war wirklich heftiger Tobak und spannend bis zum Ende: wieder hat Ash einiges einzustecken - und zerbricht trotzdem nicht daran.

Charaktere
Ash ist eine unheimlich starke Heldin, die wirklich Kick-Ass-Qualitäten hat. An Kampfszenen wird hier nicht gespart und ihre Willenskraft und innere Stärke werden immer wieder deutlich. Sie ist von ihrer Mission für die Coalition fest überzeugt und ich habe mit ihr gehofft, dass sich ihre Loyalität nicht als fehlgeleitet herausstellt. 
Ein genauso gefestigter Charakter ist Rhys Rykus, der zwar der Coalition treu ergeben ist, aber auch Glauben an seine Rekrutin hat. Während er nach der Wahrheit sucht, wird ihm zunehmend klar, dass die Loyalität zwischen den beiden gegenseitig ist, denn Rykus empfindet mehr für Ash, als er sollte.
Der Beziehungsentwicklung macht die Autorin es wie schon gesagt nicht leicht. Als größtes Hindernis steht natürlich das Loyalitätstraining zwischen den beiden. Eigentlich sind sie Vorgesetzter und Untergebene und Ash weiß lange nicht, ob sie wirklich Zuneigung zu ihm empfindet, oder ihr das Loyalitätstraining die Gefühle aufdrängt. Überwunden ist dieses Problem bis zum Schluss nicht, aber das Ende bot dahingehend wenigstens ein Teil-Happy End.

Fazit
Sandy Williams liefert uns ein tempo- und actionreiches Science Fiction-Abenteuer, dass sogar Thriller-Anteile beinhaltet und mich völlig vereinnahmt hat. Trotz einiger kleiner moralischer Bedenken beim Weltentwurf gefiel mir Ashs Universum gut und beinhaltete mit den Anomalien eine interessante neue menschliche Spezies. Beide Hauptcharaktere waren sehr starke Figuren mit Wiedererkennungswert.

4 von 5 Buchwelten

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Mehr zu "Shades of Treason" auf: GoodreadsAmazon mit LeseprobeWebsite der Autorin

Noch eine Meinung lesen?
Weitere Rezension bei: All Things Urban Fantasy (4/5 Sterne)

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