Sonntag, 13. September 2015

Rezension: Die Schattenleserin: Nachtschwarze Träume von Sandy Williams

(c)Goodreads
Rezension 
Die Schattenleserin 1: Nachtschwarze Träume 
von Sandy Williams

Bastei Lübbe
ISBN: 978
3404169542
Taschenbuch mit 415 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Urban Fantasy
Preis: 8,99 €


Reihe: Die Schattenleserin/The Shadow Reader #1

1. Nachtschwarze Träume
2. Silberne Glut
3. The Sharpest Blade (kein deutscher ET bekannt)





Inhalt
Seit Jahren kämpft die Studentin McKenzie Lewis in einem für normale Menschen unsichtbaren Krieg. Denn sie kann die magischen Fae nicht nur sehen, sie kann auch die Spuren verfolgen, die sie beim Reisen zwischen den Welten hinterlassen. Mit dieser Fähigkeit hilft sie dem König der Fae – und vor allem seinem Schwertmeister Kyol – gegen die Rebellen. Doch als sie von Aren, dem charismatischen Anführer der Rebellen, entführt wird, gerät ihre Welt ins Wanken. Wem kann sie wirklich vertrauen? Aren? Oder Kyol? Wie soll sie entscheiden, wenn nicht einmal ihr Herz die Antwort kennt …
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Meine Meinung
Normalerweise kann ich mit Feen nicht so viel anfangen, aber seitdem ich die Alex Craft-Reihe gelesen habe, scheint die Abneigung zumindest gegen Fae (also die ernstzunehmende Variante ohne pinken Glitzerstaub) gebrochen zu sein, denn auch hier war ich wieder sehr begeistert - bis auf einen Punkt, der dem Roman die Bestwertung verdorben hat.

Worldbuilding
Sandy Williams baut im ersten Band ihrer Shadow Reader-Serie einen soliden Weltentwurf auf, der von der Sache her schon fast an High Fantasy statt Urban Fantasy erinnert. Die Protagonistin McKenzie ist ein normaler Mensch mit der Gabe des Schattenlesens. Deswegen ist sie in der Welt der Fae, die praktisch als Paralleldimension zur Erde existiert, sehr begehrt. Die Fae reisen durch Lichtrisse in und zwischen den Welten. Wenn sich diese Risse schließen, bleiben Schatten des Ortes zurück, an den ein Fae gereist ist - und McKenzie kann diese Schatten lesen und die Aufenthaltsorte bestimmen. Die Fae-Dimension mutet wie ein High Fantasy-Setting mit existierender Magie an und im Laufe der Handlung sehen wir einige verschiedene Orte des Feenreiches, die alle ganz anders und faszinierend sind.

Handlungs- und Spannungsbogen
Die Autorin lässt uns zu Beginn der Geschichte keine einzige Sekunde Luft holen: sofort wird McKenzie in eine Verfolgungsjagd verwickelt. Die Rebellen sind hinter ihr her, denn McKenzie liest für den König die Schatten und hilft dabei, die Rebellion zu schwächen. Tatsächlich gelingt es dem Anführer Aren, McKenzie zu entführen. Danach lässt das Tempo keine Sekunde nach. Entweder versucht McKenzie den Rebellen zu entkommen, oder die Rebellen werden von außen angegriffen. Währenddessen kommen sie und Aren sich näher, obwohl McKenzie doch eigentlich seit zehn Jahren in ihren Beschützer Kyol, den Schwertmeister des Königs, verliebt ist.
Bis zum Ende des Romans hält Sandy Williams die Spannung und stürzt McKenzie in eine Loyalitätskrise nach der nächsten und wirft durch geschickte Plot Twists alle Gegebenheiten über den Haufen, die man als Leser zu Beginn kennen gelernt hat. Dabei gelingt es der Autorin sogar, beide Seiten des Krieges zu beleuchten und zu zeigen, dass es im Kampf kein eindeutiges Gut und Böse gibt.

Charaktere und Beziehungsentwicklung
McKenzie mag nicht die typischste Urban Fantasy-Heldin sein, da sie weder gut kämpfen noch mit Waffen umgehen kann, aber sie hat trotzdem extrem viel Kampfgeist und ist ein Sturkopf aus dem Lehrbuch. Dann haben wir da aber das eine Problem, welches mir McKenzie und die Geschichte etwas vermiest hat: die Dreiecksbeziehung [Hier bitte den Nachhall meines frustriert-aggressiven Schreis genießen]. Über das gesamte Buch hinweg ringt McKenzie mit sich. Die Anziehung zu Aren wird recht schnell offensichtlich, aber da sie ja Kyol liebt, will sie das nicht zugeben... Blablabla. Dieses typische Dreiecks-Drama eben. Das Buch wäre auch ohne diesen Kram spannend genug gewesen, also gehöre ich mal wieder der Fraktion an, die das für völlig unnötig hält.
Das bedeutet aber nicht, dass nicht beide Love Interests mir gefallen haben, obwohl sie natürlich etwas dem Klischee Bad Guy und Good Guy anhängen. Kyol ist ganz der pflichtbewusste und loyale Diener des Königs, Aren der draufgängerische und verschmitzte Kämpfer. Aber dadurch bilden sie auch einen interessanten Gegensatz und beide Charaktere sind auf ihre eigene Weise sympathisch.

Fazit
Mit einem Weltentwurf zwischen Urban Fantasy und High Fantasy und einer taffen und ungewöhnlichen Heldin hat Sandy Williams mich überzeugt. Sie hält durch die vielen Ereignisse im Roman die Spannung durchgehend - und auch die Dreiecksbeziehung trägt zum Tempo der Geschichte bei, obwohl ich sie unnötig und nervig fand. 

4 von 5 Buchwelten

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Noch eine Meinung lesen?
Weitere Rezension bei: All Things Urban Fantasy (5/5 Sterne), Meine Lieblingsbücher (5/5 Sterne)

Kommentare:

  1. Huhu,

    das Buch hat mir auch richtig gut gefallen, ich empfand es ebenfalls als gelungene Mischung! Ich glaube allerdings, dass der Verlag die Serie nicht weiter übersetzt, weißt du das zufällig?

    LG Desiree

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    1. Infos seitens des Verlages habe ich auch nicht gefunden, aber ich befürchte auch stark, dass der dritte Band nicht mehr übersetzt wird. Der zweite ist ja bereits Anfang 2014 erschienen, mit einem halben Jahr Abstand zu Band 1. Wenn es weitergehen würde, dann hätten wir glaube ich inzwischen wenigstens den Hauch eines ETs... Also wird man wieder auf Englisch weiterlesen müssen. Das kennt man als UF-Fan ja bereits *lach*.

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