Dienstag, 18. August 2015

Gehört: Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling

Hallo ihr Lieben!

Ja, man glaubt es kaum, es ist einer dieser seltenen Momente gekommen und ich hatte Lust auf ein Hörbuch. Bei dieser Affenhitze habe ich nach dem Hausarbeit schreiben sowieso schon kastige Augen vom Starren auf den Bildschirm. Da musste was her, wo ich die Augen etwas ausruhen kann.

thalia.de
Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling

Hörbuch Hamburg HHV
Dauer: 4 Stunden, 53 Minuten
ISBN: 978-3869091082

Als Empfehlung von einer Bekannten hat es begonnen und mit dauernden Kiefermuskelspasmen vom vielen Lachen hat es dann geendet.

Marc-Uwe Kling erzählt in den "Känguru-Chroniken" keine zusammenhängende Geschichte, sondern schreibt über 60 Kurzgeschichten über seine Erlebnisse mit dem Känguru, welches sein neuer Nachbar ist und bald darauf kurzum bei ihm einzieht.
Dieses Känguru spricht - meistens keine besonders netten Worte. Es hat zu allem was zu sagen, verabscheut den Kapitalismus, klaut gerne Aschenbecher und raucht auch den ein oder anderen Stimmungsaufheller. Dabei baut Kling in seine Kurzgeschichten immer wieder auch (mehr oder weniger) subtile Gesellschaftskritik ein, die oft allerdings mehr zum Lachen denn zum stundenlangen Nachdenken anregt, wenn man ehrlich ist. Trotzdem denkt man dadurch mit, denn die ein oder andere Anspielung bemerkt man erst ein paar Sekunden später.

"Mögen sie Nirvana?", fragt es [das Känguru] und fläzt sich in den Sessel.
"Die Band?", frage ich und lasse mich auf's Sofa fallen.
"Nein, das Jenseits", sagt es, "Natürlich die Band! Sie stellen wohl gern unnötige Fragen?"
"Ja."
"Was, ja? Sie mögen Nirvana oder sie stellen gern unnötige Fragen?"
"Beides", sage ich. "Ich lebe nach der Devise: lieber fünf mal nachgefragt als einmal nachgedacht."
(aus Kapitel 2)

Gelesen wird dieses Hörbuch vom Autor selbst, es wurde bei einer Lesung aufgezeichnet. Kling macht das geradezu grandios. Er gibt dem Känguru eine ganz eigene Stimme mit Wiedererkennungswert und liest die Geschichte mit genau dem richtigen Maß an flapsiger Betonung und Pausen an den passenden Stellen, so dass jede Geschichte mindestens ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubert. Besonders lustig ist es, zu hören, wie der Autor sich das Lachen manchmal selbst kaum verkneifen kann.
Was mich allerdings ein bisschen gestört hat, waren die Nebengeräusche in der Lesung. Leider wurden Applaus und Lachen des Publikums nicht herausgeschnitten.

Man kann ganz sicher auch sehr viel Spaß mit der gedruckten Version haben, doch ich kann das Hörbuch nur empfehlen! Wer jetzt neugierig geworden ist, der sollte sich einmal die Hörprobe zu Gemüte führen. Ich wünsche viel Vergnügen!

Neugierig geworden?
Mehr zu "Die Känguru-Chroniken" auf: Amazon, Goodreads

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