Donnerstag, 9. Juli 2015

[Rezension] Vom Dämon versucht von Diana Rowland

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Rezension
Vom Dämon versucht von Diana Rowland

Egmont LYX
ISBN: 978-3802583094
Taschenbuch mit 398 Seiten
Genre: Urban Fantasy
Preis: 9,95 €

Serie: Kara Gillian #2
1. Vom Dämon gezeichnet
2. Vom Dämon versucht (Es sind keine weiteren Übersetzungen geplant.)
3. Secrets of the Demon
4. Sins of the Demon
5. Touch of the Demon
6. Fury of the Demon
7. Vengeance of the Demon


Inhalt
Kara Gillian ist keine gewöhnliche Kommissarin. Sie besitzt die Fähigkeit, in die Welt des Übersinnlichen zu blicken und Dämonen zu beschwören. Und bei ihrem neuesten Fall kann sie die Hilfe des attraktiven Dämon Rhyzkahl gut gebrauchen. Kara hat erstaunliche Parallelen zwischen zwei Mordfällen entdeckt. Die Opfer wurden nicht einfach nur ermordet, sondern ihrer Seelen beraubt. Der Täter scheint übernatürliche Kräfte zu besitzen und zur Oberschicht der Stadt Beaulac, Louisiana, zu gehören. Als weitere Leichen gefunden werden, muss Kara feststellen, dass sie über die Welt der Dämonen noch einiges zu lernen hat ...

Meine Meinung
Ich will diese Reihe wirklich so gerne mögen... aber der Funke springt einfach nicht so recht über. Darum kommt der zweite Band bei meiner Bewertung leider nicht besser weg als der Auftaktband.

Handlung & Spannungsbogen
Irgendwie hatte ich das Gefühl, Rowland hat das "Rohgerüst" des erstens Romans genommen und mit einem neuen Ermittlungsfall bestückt. Ich hatte da eine Reihe von Déjà-Vus: Abermals hat Kara zu Beginn den Verdacht, dass sie selbst bei einer Beschwörung etwas verbockt hat, das entscheidende Ereignisse in Bewegung gesetzt hat. Wieder ermittelt Kara über die erste Hälfte beinahe ausschließlich allein und tappt im Dunkeln. Auch hier nimmt das Buch erst in der zweiten Hälfte an Fahrt und Spannung auf. Nach den ersten zweihundert Seiten geht es dann wieder ordentlich zur Sache, auch wenn diesmal nicht einmal der Schluss mich völlig überzeugen konnte.
In der Mordfallermittlung dauert es wieder sehr lange, ehe Kara auf einen grünen Zweig kommt. Mir ist natürlich klar, dass das reale Verhältnisse sind - würde ich aber realitätsnahe Bücher lesen wollen, würde ich wohl eher nicht zur Urban Fantasy greifen. Allzu oft gleitet mir der Roman einfach zu sehr ins Krimihafte ab, wenn Rowland lang und breit Karas (Routine-)Polizeiarbeit beschreibt. Sicherlich ist das alles sehr gut recherchiert, aber mich langweilt es leider. Dadurch verliert die Geschichte die typische fesselnde Fantasy-Atmosphäre.

Protagonistin
Mit Kara bin ich inzwischen warm geworden, ich mag sie ganz gerne, auch wenn mich ihre naive und manchmal etwas unselbstbewusste Art noch immer stört. Jede Figur hat ihre Ecken und Kanten, also kann ich darüber hinwegsehen, auch wenn Kara weder Grund zu Selbstzweifeln noch zu Naivität hat, da sie ansonsten sehr realistisch und pragmatisch denkt.
Was mich allerdings auch in diesem Band wieder irritiert hat, war die einzige erotische Szene. Wieder lässt sie sich auf Rhyzkhal ein und schläft mit ihm, ohne das es irgendwas bedeutet. Das macht Kara an diesen Stellen einfach unsympathisch. Außerdem ging mir ihre Wankelmütigkeit bezüglich Ryan zu weit. Ständig pendelt sie zwischen "Ich will so sehr, dass er etwas für mich empfindet" und "Ich brauche ihn kein Stück" hin und her und kann sich einfach nicht entscheiden. Gut gelungen ist Rowland jedoch die allmähliche Entwicklung Karas bezüglich ihrer arkanischen Fähigkeiten. Sie lernt dazu und wird hoffentlich im Laufe der Reihe noch sehr viel stärker werden.

Nebenfiguren
Ryan hingegen mag ich als (momentanen) Love Interest wirklich sehr. Um ihn rankt sich ein immer größer werdendes Geheimnis, das zur Spannung des Buches einiges beiträgt und mich eindeutig bei der Stange hält.
Insgesamt muss ich nach wie vor sagen, dass mir die für Urban Fantasy eigentlich typische "Crew" um den/die Hauptprotagonisten fehlt. Kara ermittelt wirklich sehr oft ohne Unterstützung, ihre "Freundschaften" beschränken sich scheinbar auf ihre Tante, Ryan und Jill - eine Kollegin, die sie eigentlich kaum kennt, wie mir scheint. Würde Rowland endlich einmal einen festen Cast um Kara etablieren - wozu sie hoffentlich die Grundlage gegen Ende dieses Bandes geschaffen hat -, dann würde dadurch vielleicht etwas mehr Humor und zwischenmenschliche Interaktion in die Handlung kommen.

Schreibstil
Auch hier war ich wieder etwas irritiert von den ständigen Wortwiederholungen in aufeinanderfolgenden Sätzen. Sie behindern für mich einfach den Lesefluss, da ich auf soetwas achte. Ich bin gespannt, ob sich dieses Problem nun erledigen wird, wo ich sowieso auf die englischen Fortsetzungen umsteigen muss.

Fazit
Kara gefällt mir als Figur gut, auch wenn sie einige Macken hat; im wirklich gut durchdachten und kniffligen Mordfall kommt sie allerdings dem Täter nur sehr langsam näher. Die Beziehungsstrukturen sind ausbaufähig, hier muss Rowland noch einiges aufarbeiten. Trotz all dieser Kritikpunkte schafft das Buch es irgendwie, mich zu unterhalten. Deswegen weigere ich mich, die Hoffnung aufzugeben und so werde ich auch dem dritten Band der Reihe irgendwann noch eine Chance geben. Wer den ersten Band allerdings gar nicht mochte, dem wird auch "Vom Dämon versucht" nicht besser gefallen. 
 
3 von 5 Buchwelten

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