Sonntag, 26. Juli 2015

Gedankenblase: Über die Kritik an "kritiklosem" Booktube und Trivialliteratur

Hallo ihr Lieben!

(c)Laura Newmann
Heute soll es mir um ein Thema gehen, welches bisher an mir vorbeigegangen ist. Anfang Juli war ich eher spärlich im WWW unterwegs, da ich mich offline meinen Prüfungen widmen musste. Also ist mir der Spaß völlig entgangen, der auf einen wenigstens einigermaßen wohlwollenden Artikel über Booktuberin* Sara Bow in der Süddeutschen Zeitung folgte. Aufmerksam darauf wurde ich durch die gerade beginnende Aktion #WirsindBooktube, die als Reaktion von vielen bekannten deutschen Booktubern ins Leben gerufen wurde. Bei Ninni SchockiBooks habe ich völlig ahnungslos benanntes Aktionsvideo und dann den SZ-Artikel und Reaktionen darauf gelesen (Videos von Sara Bow schaue ich übrigens nicht).

Eigentlich scheint mir das Hauptthema doch folgendes zu sein: Booktuber sind keine professionellen Buchkritiker und geben keine professionellen Literaturkritiken weiter. 
Das wissen Booktuber auch selbst! Man zeige mir bitte den Booktuber respektive Blogger, der von sich selbst steif und fest behauptet, er wäre professioneller Buchkritiker. Es vergleicht sich doch kein Blogger oder Booktuber mit Marcel Reich-Ranicki, warum wird ihnen und uns also dieser Anspruch angedichtet?

Der Leser wird in SZ-Artikel und Reaktionen dazu darüber aufgeklärt, dass Booktuber Bücher empfehlen, nicht analysieren oder (professionell) kritisieren. Das trifft oft zu und ist ganz sicher gewollt, da die Leidenschaft für das Lesen weitergegeben werden soll. Dann wird aber ganz pauschal zum Besten gegeben: mehr als "Das Buch war toll, und sehr lustig und überhaupt klasse" habe kein Rezensent auf Booktube zu sagen. Das stimmt nicht. Eine Video-Rezension mag vielleicht so enden, aber davor liefern die meisten Booktuber doch verlässliche Infos zum persönlichen Eindruck von Inhalt, Schreibstil, Protagonisten usw.

Was der SZ-Artikel nicht gemacht hat, schaffen dann natürlich Reaktionen dazu prompt: neben eigentlicher Kritik an dieser "kritiklosen Booktuber-Gemeinschaft" wird sofort das junge Youtube/Booktube-Publikum aufs Korn genommen und die Pauschalisierung geht weiter: die Jugend  und jüngere Generation wäre im Anspruchsniveau bei Minus Tausend anzusiedeln und ästhetische/s Gefühl/Bildung könne man bei ihr vergessen. Denn wer bspw. Jugendliteratur und Fantasyliteratur liest, der ist auf Deutsch gesagt doch ein Depp ohne Geschmack.
Das belegte Phänomen von All-Age-Lektüre, Crossover und dem Trend allgemein, dass auch die Generation 30+ Jugend-/Fantasyliteratur liest, wird hier in der Argumentation geflissentlich ignoriert. Es wird einfach geschlossen: wenn hauptsächlich Frauen unter 30 diese Bücher auf Booktube vertreten, dann sind auch sie die Hauptrezipienten. Vielleicht sollte aber beachtet werden, dass lesende Frauen (und natürlich auch Männer) unter 30 Youtube viel eher als Plattform wahrnehmen und Videos online stellen, als dies ältere Menschen tun, für die Youtube weniger selbstverständlich oder ansprechend ist.

Postwendend kommt bei mir die Frage auf: warum stürzen sich eigentlich so oft alle auf Young Adult und/oder Fantasy als Präzedenzfälle für "schlechte" Literatur. Hier verweise ich gerne nochmals auf Ninnis #WirsindBooktube-Video, in dem sie mir mit ihrer Argumentation aus dem Herzen spricht: wer kann es sich denn anmaßen, zu entscheiden, was "gute" und was "schlechte" Literatur ist?

Der allgemeine Ansatz ist ganz oft jener: "gute" Literatur sind vor allem Klassiker (weil die angeblich bilden würden). Aber ist Literatur denn automatisch gut, nur weil sie sich aus dem einen oder anderen Grund gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat? Hier spielen doch eindeutig noch ganz andere Fakten hinein, als allein der Grad an ästhetischem Stil oder bildendem Gehalt. Und je kürzer der Erscheinungstermin zurückliegt, desto eher trifft diese These meiner Meinung nach zu: es kommt auch auf wirtschaftliche Faktoren wie die Vermarktung an, ob ein Buch im heute sehr weiten literarischen Feld Beachtung findet oder nicht - und in der Folge für kommende Generationen womöglich zum "Klassiker" wird.

Natürlich kann und soll Literatur bilden. Aber ich kann und will nicht glauben, dass eine Jugend nur dann als (ästhetisch) gebildet oder was auch immer gelten soll, wenn sie Weltliteratur von Schiller, Goethe, Shakespeare liest. Nicht jeder mag das. 
Trotzdem kann Literatur doch aber bilden. Bildet es nicht schon allein, gut lektorierte Bücher zu lesen und sich damit zumindest unterbewusst richtige Orthographie und Grammatik einzuprägen? Was passiert denn, wenn ich in einem Buch ein mir unbekanntes Fremdwort lese? Entweder kann ich seine Bedeutung aus dem Zusammenhang erschließen oder ich google es - Ha! Schon wieder ganz aus Versehen was gelernt und den Wortschatz erweitert.
Und kann es nicht als Bildung gelten, wenn Jugendliche durch Bücher einfach an verschiedene gesellschaftliche, soziale, kulturelle Themen herangeführt werden: z.B. an den Umgang mit Krebs in "Superhero" von Anthony McCarten oder "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green. Und niemand soll mir erzählen, dass das Jugendbuch "Sprich/Speak" von Laurie Halse Anderson, welches sich mit dem (Weiter-)Leben eines Mädchens nach seiner Vergewaltigung beschäftigt, nicht zum Weiter- und Nachdenken und Reflektieren anregt.

Dann ist da noch der Gedanke, der mir am natürlichsten und schnellsten kommt: ist es denn so verkehrt, wenn man Bücher einfach aus Spaß an der Freude, zum Abtauchen und Wegkommen aus seiner Realität und als geliebtes Hobby liest? Jeder, der diese Frage mit Ja beantwortet, der möge bitte ebenso vehement für die Abschaffung sämtlicher Medien inkl. aller Unterhaltungsfilme (am besten von ganz Hollywood), Trivialhörbücher/-spiele, Computerspiele, etc. eintreten.
Nur weil jemand über Fantasy oder Young Adult Videos dreht oder Posts schreibt, muss er ja nicht sämtliche andere Literatur schmähen. Schule, Studium, Interesse, Neugier - sie alle bringen viele von uns auch dazu, "höhere" Literatur zu lesen. Ich kann mich auch in die Lektüre von "Hamlet" oder "Der Besuch der alten Dame" vertiefen - aber ob ich darüber schreibe/youtube, bleibt doch bitte mir überlassen!

Die Moral der Geschichte: Bildung und Anspruch kann man ganz verschieden definieren; manchmal zählt auch das Glücklich sein - und wenn ein Mensch Freude aus dieser ästhetisch unterentwickelten, ungebildeten Fantasy/Jugend/sonst-was-Literatur ziehen kann, dann ist er sehr viel besser dran als der ewige Nörgler, der die Existenz dieser Genre und der daraus entstehenden (Blogger- und) Booktuber-Kultur für den Untergang der Menschheit hält.

Der eigentliche Untergang der Menschheit ist es nämlich, wenn man Jugendliche und Trivialliteraturleser einfach nur als Ästhetik-Deppen abschreibt und als bildungstechnisch verloren einstuft, obwohl jeder auch dann mit Potenzial und Intelligenz aufwarten kann, wenn er "nur" diese Bücher oder womöglich gar nicht liest. Denn mal unter uns, wenn man Jugendlichen allein diese bildenden Klassiker aufzwingt, erreicht man doch eines am allerbesten: sie werden aus der entwicklungspsychologisch völlig normalen "Lesekrise" bei Jugendlichen zwischen 12/13 bis 15 Jahren als Wenig- oder Nichtleser hervorgehen, da durch Klassiker eine sogenannte sekundäre literarische Initiation zwischen 15 und 20 Jahren aufgrund der divergierenden Interessenbereiche nur selten eintritt. Stattdessen wenden sie sich vom Lesen als Ganzem ab.
Auch jene, die - wie ich - eine solche jugendliche "Lesekrise" nicht erleben/erlebt haben, sind wohl nicht in der Hauptsache als Rezipienten von Bildungsliteratur/Klassikern einzuordnen - und das waren sie sicher (freiwillig) auch vor 200 Jahren nicht. Geschmack kann sich doch wandeln: vor fünf Jahren als Pubertierende las ich am liebsten Jugendliteratur, jetzt ist es die Fantasyliteratur, in zehn oder zwanzig Jahren sind es vielleicht die hochgelobten Klassiker.
Was ist wohl besser: wenn schon nicht "Bildungsliteratur", dann "wenigstens überhaupt" lesen?
Oder wird so lange gemäkelt, bis einfach gar nicht mehr gelesen wird? Und bis keiner mehr Posts schreibt und Videos dreht, um andere zum lesen zu motivieren?

Dies ist meine ganz persönliche, maximal semi-qualifizierte Meinung zu diesem Thema, welches in Blogger- und Youtuber-Kreisen sicherlich auch einigen anderen sauer aufgestoßen ist. Somit sei mein Standpunkt in den Raum geworfen und bin gespannt, was das Projekt #WirsindBooktube weiterhin hervorbringt.

Wer von euch ist denn auch auf dieses Thema aufmerksam geworden und was sagt ihr dazu?
Schreibt mir! Liebe Grüße, eure Jasmin.

*P.S.: Für all jene, die "Booktube" noch nicht kennen: es handelt sich um eine Gemeinschaft von Usern, die auf Youtube Videos zu Büchern verschiedener (Unterhaltungs)Genres online stellen und Ähnliches machen, wie Blogger auch: Rezensionen, Hauls, Rückblicke, Challengeupdates hochladen. Das Phänomen ist aus den USA und England zu uns herübergeschwappt und subsumiert eine Kultur ganz ähnlich derer von Buch-Blogs.

Kommentare:

  1. Liebe Jasmin,

    du schreibst mir mit deinem Artikel zum großen Teil sehr aus der Seele. Von Booktubern habe ich zwar bis zum heutigen Tage noch nichts gehört gehabt, aber man kann immer wieder dazulernen. ;)

    Es ist einerseits sehr kalt, ein Buch einfach nur analysieren und nach Intentionen des Autors und versteckten Thematiken/Motiven zu suchen oder die Charaktere einer Lupenbetrachtung zu unterziehen. Dabei geht in vielerlei Hinsicht der Grundgedanke der Unterhaltsliteratur definitiv verloren. Zudem lernt man schließlich mehr und einprägsamer, wenn das Lernen auch Spaß macht? Warum also nicht über die Literatur, die man gerne liest sich sprachlich bilden?

    Ein Beispiel aus meiner persönlichen Praxis ist die Erweiterung meines englischen Vokabulars. Vor fünf Jahren hätte ich mir niemals träumen lassen, dass ich (fast) ausschließlich Bücher aus dem englischen Sprachgebrauch lesen. Heute kann ich mir den Alltag ohne englische Lektüre nicht mehr vorstellen. Es hilft mir auch ungemein, jetzt, da ich per Abendschule mein Abitur nachmache. Natürlich gibt es noch das eine oder andere Wort, das ich nicht kenne und nachschlagen muss. Aber dafür lernt man ja.

    Und schlecht lektorierte Bücher und Zeitungsartikel sind mittlerweile in ihrer Masse so angestiegen, dass ich mich eigentlich weigere für eine Zeitung Geld und Zeit zu investieren, bei der ich bei fast jedem Artikel mehr als nur einen Rechtschreibfehler finde. Und das sollen schließlich seriöse und bildende Artikel sein?!

    Für die Klassiker stehe ich dir bei: Entweder man mag sie oder nicht. Ich persönlich habe große Schwierigkeiten mit Shakespeare's Werken. Und seit ich mehr über seine Person weiß, ist er für mich noch mehr persona non grata. Außerdem waren die Bücher, die wir heute Klassiker nennen, früher eher zeitgenössische Werke und ich glaube nicht, dass sich die damalige Leserschaft derart analytischen Betrachtungen gewidmet hat, wie es heute anscheinend gern gesehen wird? Vor allem, welchen Zweck verfolgt man damit, dass man ein gutes Buch zerfleischt, verteilt und in 1000 Bruchstücke zerfetzt, sodass man als Leser ein eigentlich gutes Werk zu hassen beginnt? Hier könnte ich z.B. mit der Schullektüre "Der Vorleser" aufwarten. Nachdem ich es gelesen hatte, war es eigentlich ganz ok, aber nach 3 Monaten des Diskutierens und Zerfleischen des Werkes ist es heute eher auf meiner Hassliste an Literatur gelandet und ich bin froh, wenn ich es nie wieder lesen muss (oder auch nur daran denken).

    Und jetzt nochmal ein kleines Lob: Deinen Artikel ist sehr ausgearbeitet und bietet viele Möglichkeiten, deinen Argumenten zu folgen oder sie mit eigenen Gegenargumenten zu betrachten. Mir hat besonders der leicht humorvolle Ton gefallen und deine Fragestellungen, die zum Nachdenken anregen sollen. ;)

    Viele liebe Grüße und einen erholsamen Sonntag,
    animasoul

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    1. Vielleicht solltest du dich in der Booktube-Welt mal ein wenig umsehen. Trotz aller negativen Publicity gibt es einiges zu entdecken! Vielleicht schreibe ich nächstes Wochenende mal einen kleinen Post zu meinen Lieblings-Booktubern, das hatte sich vor längerer Zeit sowieso mal eine Userin gewünscht.

      Auch diese, wie du sagst „kalte“ Betrachtung hat ihre Berechtigung. Für die Literaturwissenschaft und Forschung ist sie notwendig und wichtig, professionelle Buchkritiker benötigen sie, um ihre Argumente zu stützen usw. Wie du aber selbst sagst: für den „normalen“ Rezipienten dieser Literatur ist das nicht nötig, es soll um die Unterhaltung gehen. Da ist es schnuppe, welche Merkmale die Erzählperspektive und Fokalisierung aufweist, es geht darum, wie der betreffende Rezensent sie empfunden hat.

      Da bringst du ein sehr gutes Beispiel! An die Bildung im Sinne von Fremdsprachenkenntnissen habe ich beim Post-schreiben gar nicht gedacht, weil das Thema sich so sehr an deutsche Literatur und Booktuber angelehnt hat, aber du hast natürlich völlig recht! Ohne die viele englische Literatur, die auch ich lese, wäre mein Englisch inzwischen katastrophal, denn obwohl der Leistungskurs Englisch in der Schule noch nicht so lange zurückliegt, vergisst man selten genutzte Sprachkenntnisse schnell. Und gerade zur Pflege des Textverständnisses braucht kein Mensch Bildungsliteratur – da tut es Trivialliteratur genauso.

      Bei Shakespeare kann ich dir zwar nicht beipflichten, da ich für seine Werke echt was übrig habe, aber jeder hat so seine persönlichen Hasstitel. Ich bin beispielsweise nie mit dem Steppenwolf von Hesse warm geworden und mir graut es davor, womöglich andere Werke von ihm lesen zu müssen.
      Was du hier ansprichst, macht natürlich eine ganz neue Debatte über die Notwendigkeit der Behandlung von Klassikern im Schulunterricht auf. Ich bin hier – stark beeinflusst durch mein Studium Lehramt Deutsch – ein Vertreter der Pro-Fraktion: Ja, Schüler müssen auch einige Klassiker kennen, aber 3 Monate muss man ein Buch nicht auseinandernehmen und die Behandlung sollte auch durch andere Themen wie z.B. moderne Jugendliteratur unterbrochen werden. Mehr sage ich jetzt mal nicht, sonst schreibe ich wieder einen Roman *lach*.

      Ich danke dir, mir geht es ja darum, zu diskutieren und anzuregen. Und dieses Thema hat für mich den sarkastischen Ton gebraucht, da ich es etwas Leid bin, die Genre und Lesart verteidigen zu müssen, die mich begeistern. ;)

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    2. Oh ja, ich liebe Posts über Lieblingsbooktuber ❤

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  2. Toller Beitrag von Dir.
    So ganz kann ich aber nicht zustimmen. Da gibt es etwas, das mich schon eine Weile ärgert und heute erst wieder ist es mir passiert. Ich habe eine Neuerscheinung gelesen, die ich für wirklich toll halte, schwer umzusetzen und fordert zugegeben den Leser ein bisschen heraus. Dann las ich die erste Meinung dazu beim großen Onlinehändler und ... manchmal könnte ich bei solchen Reaktionen an die Decke gehen. Es ist noch nicht mal das: "Habe was andres erwartet", aber wenn derjenige dann schon zugibt, "gab mir nichts, hab ich nicht verstanden" ...
    Gegen Jugendliteratur habe ich nichts und gegen Phantastik auch nicht (;-)), diese Einteilung nach Genre in gute und nicht so gute Literatur verärgert mich auch massiv. Was aber die Qualität mancher Werke, leider besonders im Jugendbuchsektor anbelangt, kann ich die Kritik verstehen. Nicht nur, dass ich schon thematisch Sachen gelesen habe, wo mir Angst und bange ward, auch die Ausarbeitung war grottig. Gerade Mädchen sollten manche Sachen - und wenn das Cover noch so hübsch anzusehen ist - nicht in die Hand gedrückt werden. Irgendwo las ich auch etwas a la "Wir müssen aufpassen, die Leser nicht zu unterfordern." (Gut, da war ein Vergleich mit einem TV-Sender genannt.)
    Das denke ich jedoch auch. Dass man zur Unterhaltung auch mal Yellow Press liest, ist ja klar und verständlich. Aber es gibt sie noch diese besonderen Werke, die einen auch ein wenig herausfordern. Du schreibst ja etwas in der Art wie "neues Wort gelernt". Wie denn im Massenwerk, austauschbar nur durchs Cover? Ich sage schon lange, dass wir alle - Verlage, Autoren, Leser, Blogger, Vlogger - mehr hinsehen müssen, kritischer sein sollten. Nur weil es zwischen zwei Buchdeckeln klebt, muss es nicht gut sein oder sollte "Buch" genannt werden.
    Ich kann in dieser Hinsicht eines auch verstehen: Egal ob man einen Roman oder einen Blogbeitrag schreibt oder ein Video dreht. Diese aussagekräftigen Werke brauchen Zeit und erfordern viel Mühe, viel Vorbereitung, etc. Dann aber kommt ein junges Girlie mit tollem Lippenstift, haucht oder lacht etwas in die Kamera (die Meinungsbeispiele sagen genug) und fertig. Sie verdient dann auch noch so viel Geld damit! Und das heißt hintenraus dann aber irgendwann nichts anderes, als dass diese besonderen Dinge, die Zeit und Mühe kosten, irgendwann weniger werden ud verschwinden. Wenn es doch so einfach ist, es anders zu machen und so wenig Mühe reinzustecken (Lesen der Werke sehe ich nicht als Arbeit an). Und das fände ich verdammt schade!
    Es ist nicht das Genre, das gute Literatur macht. Aber in allen Genres sollten wir lernen, wieder stärker hinzusehen und etwas kritischer heranzugehen. Allgemeinbildung schadet auch nicht. Denn mittlerweile muss ich leider sagen: das Lesen eines Buches allein bildet nicht mehr (und sei es auch das Lernen eines neuen Wortes). Jetzt darf sich jeder allein denken wieso.

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    1. Dass sämtliche YA/Fantasy-Literatur gut ist, die gerade auf dem Markt ist, bezweifle ich auch, da sagst du was Wahres – aber es ist auch nicht alles schlecht. Gerade scheinen in der YA neue Ideen Mangelware zu sein, vielleicht ist einfach zu viel auf dem Markt? Oder es wird einfach unabhängiger von Qualität übersetzt/verlegt, weil das Genre gut läuft? Ich weiß es nicht, aber fantastische Jugendliteratur hat in der Anregung und im Interesse für mich auch einen Dämpfer bekommen.
      Und womöglich wird der Leser tatsächlich mit den immer gleichen Erzählmustern, Themen, etc. unterfordert. Im Hinblick auf den Wortschatz wird im deutschen Jugendbuch womöglich einiges runtergebrochen, was man auch „bildungssprachlicher“ sagen könnte, ohne unnötig zu verkomplizieren. Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, muss ich mal ein bisschen in mir „arbeiten lassen“.
      Auch in deiner Ansicht zu etwas mehr Kritik stimme ich durchaus zu; meine Meinung im Post bezieht sich hierbei darauf, dass die Booktuber dahingehend zu sehr über einen Kamm geschert werden, sie würden GAR nichts kritisieren… Es ist gar nicht so einfach, das zu machen, wenn man „Laie“ ist, ergo nicht professionell mit Literatur arbeitet. Trotzdem bin ich seit dem „Neustart“ meines Blogs etwas kritischer und vergebe viel weniger schnell die volle „Punktzahl“ an ein Buch.
      Danke dir für den anregenden Kommentar :)

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