Mittwoch, 13. Mai 2015

[Rezension] Vollmondfieber von Amanda Carlson

©Goodreads
Rezension
Vollmondfieber von Amanda Carlson

Bastei Lübbe
ISBN: 978-3404206841
Taschenbuch mit 383 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Urban Fantasy
Preis: 8,99 €

Reihe: Jessica McClain #1
1. Vollmondfieber
2. Halbmondnacht
3. Neumondkälte
4. Red Blooded (noch nicht übersetzt)
5. Pure Blooded (ET: 16.06.2015, noch nicht übersetzt)




Inhalt
Ich verrate euch ein wohl gehütetes Geheimnis: Werwölfe existieren. Ihr glaubt mir nicht? Nun, vielleicht weil wir ganz normal aussehen — wenn nicht gerade Vollmond ist. Mein Name ist Jessica. Ich bin die einzige weibliche Werwölfin der Welt. Und eine Bedrohung für meine Art. Denn eine Prophezeiung besagt unseren Untergang, wenn eine Werwölfin auf den Plan tritt. Gestern habe ich mich zum ersten Mal verwandelt. Seitdem sind alle hinter mir her. Nicht nur Mitglieder meines eigenen Clans, sondern auch die anderen Gestalten der Nacht ...

Meine Meinung
Im Grunde habe ich hier einen sehr spannenden Urban Fantasy-Roman vor mir. Nur rangieren wahlweise der Autorenschreibstil oder die Übersetzungsqualität weit unten auf meiner Beliebtheitsskala.

Spannungsbogen
Zu Beginn der Geschichte steigt man sehr turbulent in die Geschehnisse ein, denn gleich auf den ersten Seiten verwandelt Jessica McClain sich unerwartet das erste Mal in eine Werwölfin - und sie ist die erste und einzige Frau, der das jemals gelungen ist. Nachdem diese erste Verwandlung überstanden ist, lässt das Tempo jedoch erst einmal wieder etwas nach, als man ihre Familie und ihr Leben kennenlernt. Bald jedoch spitzen sich die Feindseligkeiten um sie immer weiter zu und spätestens ab der Mitte des Buches kommt man kaum noch zu Atem. Bis zum Ende blieb es spannend, auch wenn das Ende etwas sehr abgehackt wirkte - nicht wie das Ende seines Buches, sondern als hätte man mittendrin einfach abgebrochen, inklusive eines ätzenden Cliffhangers natürlich.

Charaktere
Jessica konnte ich von Anfang an sehr gut leiden, sie hat manchmal eine große Klappe, was ich an Kick Ass-Heldinnen liebe. Obwohl sie eine ganze Weile von ihrer Familie getrennt war, ist sie ihr und dem Rudel gegenüber loyal, dazu kommt ordentlich Mut und Leidenschaft. Etwas irritiert hat mich allerdings, dass Jessicas Wölfin scheinbar eine von ihr getrennte Entität ist. Somit streitet Jessica sich ständig mit ihr herum und führt so jede Menge mentale Selbstgespräche, was mich aus irgendeinem Grund unangenehm an Anas "Innere Göttin" aus Shades of Grey erinnert und mir ergo nicht besonders gefallen hat.
Im zweiten Teil der Geschichte kommt dann Rourke dazu, der Jessica unter die Arme greift, obwohl er eher auf der gegnerischen Seite zu stehen scheint. Hier haben wir mal wieder einen männlichen Hauptcharakter voller Geheimnis und Sexappeal, der somit nicht als besonders innovative Figur durchgeht, mir aber trotzdem gut gefallen hat.

Weltentwurf
Das Worldbuilding hat einiges an Potenzial zu bieten, denn die verschiedenen übernatürlichen Arten leben getrennt voneinander in Gemeinden zusammen, unentdeckt von den Menschen. Hauptsächlich lernt man natürlich Jessicas Rudel kennen, aber auch andere Fraktionen spielen bereits eine Rolle. Ich hoffe allerdings, dass in den kommenden Büchern noch ein wenig mehr Tiefe in Form von Hintergrundinformationen dazukommt, denn bisher wirkt der Entwurf noch etwas oberflächlich.

Schreibstil
Hier sind wir beim größten Kritikpunkt: ich kann nicht sagen, ob hier Autorin, Übersetzer oder eine Mischung aus beiden Schuld ist, aber eine Perle der deutschen Sprache und Grammatik haben wir in Form von "Vollmondfieber" absolut nicht vor uns. Einige Sätzen wirken, als wären sie ohne Anpassung 1:1 vom Englischen ins Deutsche übertragen wurden, so manche Wortwahl schien völlig unpassend und dazu kamen mehrere Rechtschreibfehler und einige verlorengegangene Wörter, als wären sie beim ändern der Satzstruktur vergessen worden. Auch mancher Dialog wirkte gekünstelt. Natürlich irritiert mich das wahrscheinlich überdurchschnittlich, weil ich auf soetwas aufgrund meines Studiums besonders achte, aber schön ist es wohl für niemanden.

Fazit
Hier erwartet den Leser eine temporeiche und actiongeladene Geschichte über eine taffe Werwolfheldin, die einige interessante Settings und Plot Twists zu bieten hat. Nur an einem eher unangenehmen Schreib- und/oder Übersetzungsstil darf man sich nicht stören, wenn man das Buch genießen will.

3,5 von 5 Buchwelten

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Weitere Rezensionen zu "Vollmondfieber": Ari's Bücherwelt, Leser-Welt (5 Sterne), Misstraurig unterwegs (3 Sterne)

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