Samstag, 21. Juli 2012

Rezension "Daughter of the Flames" (Zoe Marriott)

Daughter of the Flames von Zoe Marriott

Die ersten Worte:
The screaming woke Surya. Her eyes flicked open and she was out of bed, flinging back the furs and reaching for her robes, before her mind had even registered the noise.

Inhalt:
Die 15-jährige Zira wird in einem Tempel hoch oben im Gebirge von Ruan als Kämpferin ausgebildet. Sie ist ein Waisenkind; an ihre Familie, die in einem Feuer starb, kann sie sich nicht erinnern.
Eines Tages nimmt ihre Ziehmutter Surya, eine hochrangige Tempelfrau, sie mit in die Stadt Mesgao, wo Zira durch Zufall den Lord Sorin Mesgao kennen lernt. Sie rettet ihm das Leben und ist von sich selbst schockiert, denn der Lord ist ein Sedorne und gehört somit einem Volk an, dass sie eigentlich hassen sollte. Die Sedorne kamen vor Jahren wie ein Fluch über Ruan, rissen das Land an sich und herrschen nun unbarmherzig und brutal über das Land. Doch Sorin scheint anders zu sein, das spürt Zira sofort.
Zurück im Tempel greifen kurze Zeit später Leute des Königs an und die Bewohner des Tempels flüchten sich in den Schrein, der für Eindringlinge unerreichbar ist. Doch bevor auch Surya und Zira es in den Schrein schaffen können, wird Surya schwer verletzt und stirbt im Schrein in Ziras Armen.
Zira ist verzweifelt, denn nun hat sie auch das letzte Stück Familie verloren, doch ihre Göttin schenkt ihr in dieser Nacht ihre Erinnerungen zurück: Zira ist eigentlich Zahira Elfenesh und die letzte Reia Ruans – die rechtmäßige Königin des Landes. Sie weiß, sie muss nun ihre Leute in Sicherheit bringen und Ruan befreien. Doch dazu braucht sie Hilfe, die sie bei Sorin zu finden hofft…

Meinung:
Ähnlich wie „Eona“ von Alison Goodman, konnte mich auch „Daughter of the Flames“ völlig begeistern. Beide Bücher beschäftigen sich mit Fantasiewelten, die alten asiatischen Kulturen ähneln und warten mit einer starken und mutigen Heldin auf, die einen sofort in ihren Bann schlägt.

Marriott hat hier eine dichte eigene Welt geschaffen, die durch die zahlreichen Beschreibungen von Anfang an sehr echt auf mich wirkte. Schon durch die Religion und den Glauben an ihre Göttin wirken Zira und ihre Freunde sehr lebendig und natürlich und in „Daughter of the Flames“ ist diese Gottheit viel weniger abstrakt, als in anderen Büchern. Sie tritt tatsächlich in Erscheinung und das macht die Religion im Buch noch sehr viel glaubhafter. Auch sonst lässt die Autorin eine komplexe Welt entstehen, deren Struktur sie bereits in der ersten Hälfte des Buches klar herüberbringt. Dadurch fühlt man sich sofort zu Hause in Ruan und versteht auch Ziras unbändigen Wunsch, ihr Reich von König Abheron zu befreien.

Zira ist eine sehr starke und bewundernswerte Heldin, in die ich mich vom ersten Moment an sehr gut hineinversetzen konnte. Für ihr Alter doch schon sehr erwachsen, zeigt sie sich selbstbewusst und mutig, auch wenn sie damit zu kämpfen hat, dass anfangs Zira und Zahira wie getrennte Wesen wirken und sie kaum noch weiß, wer oder was sie eigentlich ist. Für ihr Land möchte sie eine Hoffnung sein und nimmt sich dafür auch selbst zurück, stellt das Wohl Anderer vor ihr eigenes. Sie findet ihren Weg und entwickelt sich weiter; es macht Spaß, sie dabei zu begleiten.

Der Spannungsbogen wird von Anfang bis Ende gehalten. Die Geschichte macht immer wieder kleinere Zeitsprünge, so dass keine Langweile aufkommt. Die Autorin beschränkt sich auf Szenen, die für den Fortgang der Story bedeutsam sind, statt das Buch durch Lückenfüller langatmig werden zu lassen. Durch einige wenige Einschübe aus der Sicht von König Abheron wird auch die Gegenseite beleuchtet und die Spannung dadurch erhöht, dass man miterlebt, wie die Gefahr für Zira und ihre Freunde immer größer wird.
Auch die Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz, denn was Anfangs noch wie eine Zweckallianz zwischen Zira und Sorin erscheinen mag, wird schon bald zu gegenseitiger Freundschaft und Liebe, die den beiden schließlich zu einem Sieg verhilft, auch wenn auf dem Weg dorthin viele Verluste und Niederlagen auf das Paar warten.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, Marriott gibt dadurch sowohl Einblicke in Ziras Inneres als auch detailreiche Beschreibungen ihrer Umgebung zum besten und konnte mich überzeugen. Trotzdem ist das Englisch an einigen Stellen nicht das Einfachste, da man mit vielen Eigennamen jonglieren muss. Hat man sich aber erst einmal eingelesen, dann fällt das nicht mehr schwer.

Fazit:
Die schillernde Geschichte einer starken und mutigen Heldin, die plötzlich zur Königin über ein ganzes Land wird und sich bewusst werden muss, wer und was sie sein will. Mit bunten Beschreibungen und einem spannenden Verlauf erzählt Marriott von Intrigen, Freundschaft, Liebe und dem Wunsch nach Frieden und Gleichheit.
Absolut empfehlenswert!

 5 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Taschenbuch: 364 Seiten
Verlag: Walker Books 
Sprache: Englisch
ISBN: 978-1406308617
Preis: 11,41 €
Reihe: Einzelband
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Zur Autorin:
Zoe Marriott is the author of the fantasy novel The Swan Kingdom; Daughter of the Flames is her second published book. She works as a civil servant and in her spare time likes to paint, hike and read. She lives in north-east Lincolnshire and has two cats named Echo and Hero. 

Quelle: Autorin, Cover

Kommentare:

  1. Wie schön, dass dich dieses Buch so begeistern konnte! Ich habe es Anfang des Jahres gelesen und fand den Anfang sehr gut, aber dann hat die Handlung für mich nachgelassen...trotzdem war es schön zu lesen :)
    Eona steht bei mir noch ungelesen im Regal, aber du machst mir grade wieder Lust darauf *hach*

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    1. Nein, kann ich nicht sagen, dass es mir auf's Ende weniger gut vorkam - kann aber auch daran liegen, dass diese Art von Geschichte momentan genau mein Beuteschema zu sein scheint *lach*.
      Und Eona, wie gesagt, kann ich dir wirklich nur ans Herz legen :3.

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    2. Eona habe ich mir ja nur wegen dir gekauft ;) und wenn es mir nicht so gut gefällt, dann weiß ich ja zu wem ich gehen muss *lach* umgekehrt verhält es sich aber auch mit dem Dankesagen so :)

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