Samstag, 2. Juni 2012

Rezension "Radieschen von Unten" (Kim Fupz Aakeson und Kamila Slocinska)


Radieschen von Unten von Kim Fupz Aakeson und Kamila Slocinska

Die ersten Worte:
Folgendes weiß jeder über den Bestatter in dem Bestattungsinstitut neben dem Supermarkt: Der Bestatter tut, was Bestatter so tun, er kümmert sich um die Toten.

Inhalt:
Der Bestatter lebt ein scheinbar ganz normales Leben. In seinem Beruf kümmert er sich um die Toten, danach geht er nach Hause, schaut fern und isst gemütlich zu Abend. Jeder Tag läuft gleich ab. Und er kann mit den Toten sprechen. Manchmal führt er mit ihnen sehr angenehme Gespräche, ein andermal können sie aber auch sehr anstrengend sein. Als eine junge Frau ihm schließlich erzählt, dass sie noch so viele Ziele, Träume und Möglichkeiten im Leben hatte, die ihr der plötzliche Tod nun genommen hat, weiß der Bestatter nicht, wie er ihr antworten soll. Doch er kann ihr darüber hinweghelfen, indem er sich zusammen mit ihr die Vorstellung eines phantasivollen Paradieses ausdenkt. Und danach gerät er ernsthaft ins Grübeln: Hat er selbst alles erlebt, was es zu erleben gab? Gibt es das Paradies nun wirklich?

Meinung:
„Radieschen von unten“ ist eine schöne kleine Geschichte, die unterstützt durch die vielen ausdrucksstarken untermalenden Zeichnungen, zum Nachdenken anregt.
Sicherlich ist das Buch sowohl für Erwachsene als auch für Kinder interessant. Das Buch geht mit dem Thema Tod offen um, es lässt den Toten ihre Persönlichkeit, nimmt mit phantasievollen Elementen ein wenig die Angst vor dem Tod, vermittelt aber auch, dass er ein Teil des Lebens und ein endgültiger Schlussstrich ist.
Mit seinem einfachen und leichten Schreibstil erscheint es zunächst, als verstecke sich nichts tiefgründigeres hinter der Geschichte, aber schlägt man dann die letzte Seite um, dann beginnt man – ganz ähnlich wie der Bestatter – selbst damit, ein bisschen nachzugrübeln. Und dann fiel mir persönlich auf, dass das Buch sich mit einem Grundproblem beschäftigt, dass wir wohl alle kennen: wir sitzen scheinbar in unserem eintönigen Alltag fest und übersehen dabei, dass wir gerade darin alle unser eigenes kleines Paradies mit unzähligen Möglichkeiten gefunden haben.
Uns fehlt einfach nur der Blick für die kleinen Dinge im Leben, denn man neigt dazu, diese zu unterschätzen oder zu übersehen. Zusammen mit dem Bestatter entdeckt man, dass es tausend kleine Dinge gibt, die unser Leben bereichern könnten, die wir gar nicht wahrnehmen und das in kleinen Gesten manchmal sehr viel mehr liegt, als man denken mag.
Als ich das Buch zuschlug, fragte ich mich zuerst: Was würde ich erzählen, wenn ich als totes Mädchen mit dem Bestatter reden würde? Welche Chancen hätte ich verpasst, was hätte ich erreicht? Und der Schluss daraus blieb letztendlich, dass man das Leben solange genießen sollte, wie man kann, denn wir brauchen kein Paradies nach dem Tod, wenn wir erkennen, dass wir bereits im Hier und Jetzt ein Paradies vor der Nase haben!

Fazit:
Eine schöne Geschichte, die zum Nachdenken bewegt; dazu aufruft, dass Leben zu genießen und aufzeigt, dass unsere Umwelt unser ganz eigenes Paradies sein kann, wenn wir genau hinschauen.

 4 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 48 Seiten
Verlag: mixtvision; Auflage: 1 (1. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3939435511
ISBN-13: 978-3939435518
Preis: 13,90 €
Kaufen bei amazon.de oder thalia.de

Zu den Autoren:
Kim Fupz Aakeson, geboren 1958, arbeitete lange als Illustrator und Comiczeichner, bevor er sich dem Schreiben von Büchern und Drehbüchern widmete. Bisher sind von ihm rund 40 Titel erschienen. Er wurde mehrfach für seine Werke ausgezeichnet.
Kamila Slocinska, geboren 1981 in Warschau, machte 2009 ihren Abschluss an der Danish School of Design und lebt und arbeitet in Dänemark. Radieschen von unten ist ihr Debüt als Kinderbuch-Illustratorin. Sie wurde für den White Ravens Katalog 2012 ausgewählt.

Kommentare:

  1. Du wurdest getaggt :)

    http://buechersuenden.blogspot.de/2012/06/ich-wurde-getaggt.html

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  2. Halli hallo, lang nichts voneinander gehört. Daher wollte ich zwei Dinge hinterlassen:
    1: Du wurdest getaggt: http://armariumnostrum.wordpress.com/2012/06/30/wir-wurden-getaggt/ (Haben nicht gesehen, dass ich dich schon mal erwischt hat ;-) )
    2: Vielleicht hast du es ja schon gemerkt: Wir sind mit unserem Blog umgezogen und würden uns über einen Besuch von dir und deine Meinung über unseren neuen Blog freuen!

    Liebe Grüße
    horrorbiene & Steppenwolf

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  3. Bin gerade auf deinen Blog gestoßen, er gefällt mir richtig gut. Musste mich natürlich gleich als Leserin eintragen :) Vielleicht magst mich mal besuchen :)

    Lg Anja

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