Radieschen von Unten von Kim Fupz Aakeson und Kamila
Slocinska
Die ersten Worte:
Folgendes weiß jeder über den Bestatter in dem
Bestattungsinstitut neben dem Supermarkt: Der Bestatter tut, was Bestatter so
tun, er kümmert sich um die Toten.
Inhalt:
Der Bestatter lebt ein scheinbar ganz normales Leben. In
seinem Beruf kümmert er sich um die Toten, danach geht er nach Hause, schaut fern
und isst gemütlich zu Abend. Jeder Tag läuft gleich ab. Und er kann mit den Toten sprechen. Manchmal führt er mit
ihnen sehr angenehme Gespräche, ein andermal können sie aber auch sehr anstrengend
sein. Als eine junge Frau ihm schließlich erzählt, dass sie noch so viele
Ziele, Träume und Möglichkeiten im Leben hatte, die ihr der plötzliche Tod nun
genommen hat, weiß der Bestatter nicht, wie er ihr antworten soll. Doch er kann ihr darüber hinweghelfen, indem er
sich zusammen mit ihr die Vorstellung eines phantasivollen Paradieses ausdenkt. Und
danach gerät er ernsthaft ins Grübeln: Hat er selbst alles erlebt, was es zu
erleben gab? Gibt es das Paradies nun wirklich?
Meinung:
„Radieschen von unten“ ist eine schöne kleine Geschichte,
die unterstützt durch die vielen ausdrucksstarken untermalenden Zeichnungen, zum Nachdenken
anregt.
Sicherlich ist das Buch sowohl für Erwachsene als auch für
Kinder interessant. Das Buch geht mit dem Thema Tod offen um, es lässt den
Toten ihre Persönlichkeit, nimmt mit phantasievollen Elementen ein wenig die
Angst vor dem Tod, vermittelt aber auch, dass er ein Teil des Lebens und ein
endgültiger Schlussstrich ist.
Mit seinem einfachen und leichten Schreibstil erscheint es
zunächst, als verstecke sich nichts tiefgründigeres hinter der Geschichte, aber
schlägt man dann die letzte Seite um, dann beginnt man – ganz ähnlich wie der
Bestatter – selbst damit, ein bisschen nachzugrübeln. Und dann fiel mir
persönlich auf, dass das Buch sich mit einem Grundproblem beschäftigt, dass wir
wohl alle kennen: wir sitzen scheinbar in unserem eintönigen Alltag fest und
übersehen dabei, dass wir gerade darin alle unser eigenes kleines Paradies
mit unzähligen Möglichkeiten gefunden haben.
Uns fehlt einfach nur der Blick für die kleinen Dinge im
Leben, denn man neigt dazu, diese zu unterschätzen oder zu übersehen. Zusammen
mit dem Bestatter entdeckt man, dass es tausend kleine Dinge gibt, die unser
Leben bereichern könnten, die wir gar nicht wahrnehmen und das in kleinen
Gesten manchmal sehr viel mehr liegt, als man denken mag.
Als ich das Buch zuschlug, fragte ich mich zuerst: Was würde
ich erzählen, wenn ich als totes Mädchen mit dem Bestatter reden würde? Welche
Chancen hätte ich verpasst, was hätte ich erreicht? Und der Schluss daraus
blieb letztendlich, dass man das Leben solange genießen sollte, wie man kann,
denn wir brauchen kein Paradies nach dem Tod, wenn wir erkennen, dass wir
bereits im Hier und Jetzt ein Paradies vor der Nase haben!
Fazit:
Eine schöne Geschichte, die zum Nachdenken bewegt; dazu
aufruft, dass Leben zu genießen und aufzeigt, dass unsere Umwelt unser ganz
eigenes Paradies sein kann, wenn wir genau hinschauen.
4 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 48 SeitenVerlag: mixtvision; Auflage: 1 (1. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3939435511
ISBN-13: 978-3939435518
Preis: 13,90 €
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Zu den Autoren:
Kim Fupz Aakeson, geboren 1958, arbeitete lange als
Illustrator und Comiczeichner, bevor er sich dem Schreiben von Büchern
und Drehbüchern widmete. Bisher sind von ihm rund 40 Titel erschienen.
Er wurde mehrfach für seine Werke ausgezeichnet.
Kamila Slocinska, geboren 1981 in Warschau, machte 2009 ihren Abschluss an der Danish School of Design und lebt und arbeitet in Dänemark. Radieschen von unten ist ihr Debüt als Kinderbuch-Illustratorin. Sie wurde für den White Ravens Katalog 2012 ausgewählt.
Quellen: Autor, Buchinformationen, Cover


Du wurdest getaggt :)
AntwortenLöschenhttp://buechersuenden.blogspot.de/2012/06/ich-wurde-getaggt.html
Halli hallo, lang nichts voneinander gehört. Daher wollte ich zwei Dinge hinterlassen:
AntwortenLöschen1: Du wurdest getaggt: http://armariumnostrum.wordpress.com/2012/06/30/wir-wurden-getaggt/ (Haben nicht gesehen, dass ich dich schon mal erwischt hat ;-) )
2: Vielleicht hast du es ja schon gemerkt: Wir sind mit unserem Blog umgezogen und würden uns über einen Besuch von dir und deine Meinung über unseren neuen Blog freuen!
Liebe Grüße
horrorbiene & Steppenwolf
Bin gerade auf deinen Blog gestoßen, er gefällt mir richtig gut. Musste mich natürlich gleich als Leserin eintragen :) Vielleicht magst mich mal besuchen :)
AntwortenLöschenLg Anja