Samstag, 3. März 2012

Rezension "Eona: Drachentochter" (Alison Goodman)


Eona: Drachentochter von Alison Goodman

Die ersten Worte:
Niemand weiß, wie die ersten Drachenaugen ihre gefährliche Abmachung mit den zwölf Energiedrachen des Glücks trafen. Die wenigen Schriftrollen und Gedichte, die die Jahrhunderte überdauert haben, setzen erst weit nach Abschluss dieses Bündnisses ein, das Menschen und Geisttiere zum Schutz unseres Landes eingingen.

Inhalt:
Eon ist Anwärter auf das Amt des Rattendrachenauges – doch er ist auch ein Krüppel, denn seit einem Unfall in seiner Kindheit hat er eine kaputte Hüfte und dadurch ein verdrehtes Bein, ist somit nach einem alten Volksaberglauben ein Träger des Bösen. Trotzdem hat sein Meister ihn als Lehrling erwählt, denn er hat eine sehr seltene Gabe: er kann alle zwölf Energiedrachen sehen. Doch Eon hat ein Geheimnis – und wenn es jemand herausfindet, dann ist sein Leben, genauso wie das seines Meisters, verwirkt. Denn Eon ist eigentlich Eona, und es ist der größte Frevel, als Frau auch nur zu versuchen, in ein hohes Amt aufzusteigen und zieht unweigerlich den Tod nach sich…
Trotzdem hat Meister Brannon sie vier Jahre lang ausgebildet, damit sie seinem Haus hoffentlich Ehre und Wohlstand einbringt, indem sie der neue Lehrling des Rattendrachenauges wird. Denn die Drachenaugen sind neben dem Kaiser die machtvollsten Persönlichkeiten im Reich der Himmlischen Drachen.
Doch bei der Zeremonie, bei der der Rattendrache seinen neuen Lehrling wählen soll, kommt es ganz anders: zuerst scheint alles schief zulaufen, doch dann taucht der 500 Jahre verschollene Spiegeldrache auf und wählt ausgerechnet Eona zum neuen Träger seiner Macht. Ein völlig neuer und sehr gefährlicher Lebensabschnitt beginnt für Eona, denn niemand darf je erfahren, dass sie statt einem Junge eigentlich ein Mädchen ist…

Meinung:
„Eona: Drachentochter“ ist ein Buch voller Magie und Spannung, das mich restlos für sich, seine Welt und seine Heldin einnehmen konnte. Endlich mal wieder ein Buch, das ohne wenn und aber ganz nach meinem Geschmack war!

Man taucht ein, in eine Welt, die viele Grundzüge der alten Traditionen und Dynastien Japans und Chinas aufweist – denn diese nimmt sich Alison Goodman zum Vorbild. Aus diesen Elementen erschafft sie dann jedoch ihr eigenes Reich der Himmlischen Drachen.
Und dort wohnt Eona, der das Schicksal gleich in mehrer Hinsicht viele Steine in den Weg legt. Ihre Eltern verkauften sie früh als Sklavin an eine Saline, so dass sie kaum Erinnerungen an sie hat. Dort hat sie dann auch noch einen Unfall, der ihre Hüfte schwer beschädigt, so dass sie für immer ein Krüppel ist, der nach dem Aberglauben stets für Unglück steht. Und dann wird sie aus der Saline befreit, nur um dann ausgebildet zu werden, um erneut in Todesangst leben zu müssen, denn sie muss sich nun in einen Jungen verwandeln, um zu überleben.
Die Geschichte mag zwar ein wenig ruhiger beginnen, da Goodman Wert darauf legt, dass man sich in ihre Welt einfindet und ihre Strukturen kennen lernt, dafür ist man Eona allerdings von Anfang an sehr nahe und versteht, wie mutig sie sein muss, um ihren Weg weiterzugehen.
Und als die Geschehnisse dann einmal anlaufen – mit der Zeremonie zur Wahl des neuen Lehrlings, klebt man nur noch so an den Seiten.
Die vielen Konflikte, die das Buch bereithält, schüren die Spannung, da man genau weiß, dass es zwangsläufig darauf hinauslaufen muss, dass Eona als Mädchen entlarvt wird… Und es gibt einige weitere schwierige Begebenheiten (die ich jetzt natürlich nicht verrate), die nur Unheil verheißen können. Zusätzlich sind die Menschen um Eona nicht immer das, was sie vorgeben zu sein und so ereilte mich die ein oder andere Wendung, die ich nicht für möglich gehalten hätte.

Wie oben schon erwähnt, kommt einem Eona daher von Anfang an sehr mutig und stark vor. Und dabei bewahrt sie trotzdem Schwächen. Sie ist lange keine perfekte, erfolgreiche Rebellin, sondern vielmehr getrieben von Selbstzweifeln, denn sie hat ihre wahre Identität schon so weit begraben, dass sie kaum noch weiß, wer sie wirklich ist. Sie wäre gerne einfach Eon, doch ständig muss sie sich anstrengen, um diese Maske zu erhalten.
Und gerade das macht sie in meinen Augen so charaktervoll und tapfer, denn trotzdem schlägt sie sich trotz aller Gedanken ans Aufgeben durch alle Konflikte hindurch und findet sich dadurch endlich selbst – auch wenn sie es anfangs gar nicht merkt.
Es stehen Eona dabei einige sehr interessante Nebencharaktere bei, die alle von Anfang an ihre ganz eigenen Züge haben und daher genauso lebendig wirken, wie Eona selbst.

Ebenso faszinierent wie ihre Bewohner, ist auch die Welt selbst. Wer die Kultur Chinas oder Japans ein kleinwenig kennt, dem stehen sicherlich die traditionellen Darstellungen der Drachen vor Augen. Und an die wurde ich wirklich lebhaft erinnert. Die zwölf Drachen, die ihren Drachenaugen Macht verleihen, ihnen aber gleichzeitig Kraft entziehen, sind sehr lebendig dargestellt und man glaubte genauso selbstverständlich an sie und die große Macht der Götter, wie es Eona selbst tut. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie natürlich und real mir das Reich der Himmlischen Drachen von Anfang an erschien.
Dazu trägt auch Goodmans großartiger Schreibstil bei. So ätherisch und erhaben wie ihre Welt ist auch ihr Schreibstil, der allen Dingen unmerklich Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit einhaucht und den Leser in die Geschichte hinein zieht und nicht mehr loslässt, bis man die letzte Seite umgeschlagen hat – die zwar einen gewissen Abschluss bildet, einen aber doch sofort dazu treibt, die Fortsetzung lesen zu wollen. Und zwar pronto!

Fazit:
Eine magische, faszinierende Welt mit einer mutigen und realistischen Heldin, die sich mit unglaublich vielen Konflikten und Intrigen konfrontiert sieht und trotzdem einen Weg zu sich selbst findet. Von der ersten bis zur letzten Seite herrscht eine unglaublich packende Atmosphäre, die einen sofort in ihren Bann zieht und nicht wieder loslässt.

 5 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: cbj (22. Februar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570135659
ISBN-13: 978-3570135655
Originaltitel: Eon-Dragoneye Reborn
Preis: 18,95 €
Reihe: Teil 1 von 2 der "Eona"-Reihe
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Zur Autorin:
Alison Goodman wurde 1966 geboren und lebt heute, nach vielen Reisen, wieder in ihrer geliebten Heimat Melbourne, wo sie kreatives Schreiben unterrichtet und Jugendbücher schreibt. EONA – Drachentochter, der erste Teil ihrer neuen Fantasy-Saga, wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem begehrten Aurealis Award 2008 für den besten Fantasyroman. Inzwischen ist der zweite Teil erschienen, EONA – Das letzte Drachenauge.

Kommentare:

  1. Das Buch klingt echt gut. Ist mir vorher schonmal aufgrund des schönen Covers aufgefallen, aber jetzt habe ich es endgültig auf den Wunschzettel gesetzt. Schöne Rezension.

    Gruß

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  2. Ach, die Reihe besteht nur aus zwei Teilen?! Dachte, dass ist eine Trilogie. Das Buch klingt auf jeden Fall total interessant. Drachen interessieren mich sehr, von daher ist das Buch auf jeden Fall was für mich. Danke für's Vorstellen!

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  3. Ich habe dieses Buch auch gelesen, nur leider hat es mir nicht ganz so gut gefallen! Den zweiten Band werde ich mir auf alle Fälle auch noch kaufen.


    Vielleicht kannst du auch mal bei mir vorbei schauen? :) Ich würde mich sehr freuen!
    http://good-books-never-end.blogspot.de/

    Alles Liebe, Jule

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