Freitag, 10. Februar 2012

Rezension "Bodyfinder: Das Echo der Toten" (Kimberly Derting)


Bodyfinder: Das Echo der Toten von Kimberly Derting

Die ersten Worte:
Violet Ambrose zog es fort von ihrem Vater, als die sanften Klänge sie wie ein zartes Netz umspannen. Das Rascheln der Blätter vermischte sich mit den unablässigen Rufen der Vögel und dem fernen Rauschen des eisigen Flusses hinter dem Wald.

Inhalt:
Schon seit ihrer Kindheit kann Violet das Echo der Toten sehen. Manchmal sind es Gerüche, dann wieder ein Geschmack, Geräusche oder Erscheinungen, die sie zu den toten Tieren im Wald führen, die sie dann beerdigt. Doch mit 8 Jahren macht sie leider eine weit schlimmere Entdeckung – sie findet ein totes Mädchen im Wald.
Doch seitdem ist viel Zeit vergangen. Und seit diesem Schuljahr erscheint Violet ihr Sandkastenfreund Jay plötzlich in ganz neuem Licht. Über die Ferien scheint er erwachsen geworden zu sein und sie hat das seltsame Gefühl im Magen, mehr für ihn zu empfinden als bloß Freundschaft. Während die Leichtigkeit dieser Freundschaft dahin ist, gibt es in der Umgebung immer wieder Entführungen von Mädchen, die dann ermordet aufgefunden werden.
Auf einer Party findet Violet schließlich erneut selbst eine Mädchenleiche, angelockt von einem seltsamen Film, der über einem Fleck im See zu liegen scheint – dem Echo des Mädchens.
Violet ist überzeugt, dass sie den Mörder erkennen wird, wenn sie ihn sieht, da ihm das selbe Echo anhaften muss, wie dem Opfer; und beschließt, ihn zu suchen, um dem Schrecken ein Ende zu machen. Dazu überredet sie auch Jay, denn sie weiß – allein hat sie keine Chance…

Meinung:
An dieses Buch hatte ich an sich kaum irgendwelche Erwartungen, da es eine Spontananschaffung war. Deshalb war ich auch positiv von der Lektüre überrascht, denn trotzdem der Fantasy-Anteil eher klein gehalten war, konnte mich der Jugendthriller für sich einnehmen.

Die Spannung zieht sich praktisch über das ganze Buch, da verteilt immer wieder Mädchen entführt und ermordet werden. Zusätzlich zieht sich der Kreis immer enger um die Hauptfigur Violet zusammen, denn sogar Mädchen aus ihrer Umgebung geraten ins Visier des Mörders. Und nicht zuletzt ist es auch Violet, die eine der Leichen findet und durch ihre besondere Gabe versucht, den Mörder zu fassen, um irgendwie zu helfen. Zusätzlich verleihen die kurzen Kapitel aus der Sicht des Mörders dem ganzen ein weiteren Kick, da man immer wieder kurz Einblick in das kranke Denken der "bösen Seite" der Geschichte erhält. Dabei wird aber nicht zu viel verraten, so dass die Geschichte unvorhersehbar bleibt.

Weiterhin hat mir Violet als Hauptcharakter sehr gut gefallen, da sie mir ihrer Gabe, das Echo von (unbeerdigten) Toten in Form von Geruch, Geschmack, Geräuschen oder Erscheinungen zu erkennen, sehr natürlich umgeht, statt es als Fluch aufzubauschen. Natürlich bringt ihr die Gabe Nachteile, aber trotzdem akzeptiert sie diese als Teil von sich selbst.
Auch Jay war an sich als männlicher Hauptprotagonist sehr schön ausgearbeitet, auch wenn er alles in allem etwas zu glatt wirkte. Klar, er hatte auch mal Stress mit Violet, aber letztendlich lief alles auf die "große Liebe" hinaus, die sich von Anfang an anbahnt, und Jay ist am Ende ja nur sauer, weil Violet ihre Gefühle partout nicht zugeben möchte. Ansonsten ist er mir zu sehr der verständnisvolle Traummann ohne Ecken und Kanten, was dann schnell mal langweilig wirkt.
Nicht ganz überzeugt war ich daher vom Verlauf der Liebesgeschichte, die eingebunden war. Die „Kennenlernphase“ hat die Autorin dadurch übersprungen, dass sich Jay und Violet schon seit Kindertagen sehr gut kennen. Aber ich fand es nicht ganz überzeugend, dass nun seit dem Schuljahr, in dem die Handlung stattfindet, ganz plötzlich alles anders sein soll und Violet sich unwiderstehlich zu Jay hingezogen fühlt. Sieht man darüber aber hinweg, sind Violet und Jay ein schönes Paar.

Das Ende gestaltet sich als schöner Abschluss, der nochmals viel Drama und Spannung bringt und einen schon fast zum weinen bringt. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut. Mit genau dem richtigen Maß an Beschreibungen hat sie sehr viel Spannung aufbauen können – vor allem durch der Perspektive des Mörders, die sehr schauerlich geschrieben ist.

Fazit:
Ein toller Thriller für Jugendliche mit einem Touch Fantasy, der trotz kleinerer Schwächen mit viel Spannung und einer überzeugenden Hauptfigur besticht.

 4 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 343 Seiten
Verlag: Coppenrath, Münster; Auflage: 1., Aufl. (1. September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3815798736
ISBN-13: 978-3815798737
Originaltitel: Bodyfinder
Preis: 16,95 €
Reihe: Teil 1 von bisher 2 Bänden
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