Vampire sind zum Küssen da von Katie MacAlister
Die ersten Worte:
"Oh, sieh nur, ein Kornkreis! Halt doch mal an - vielleicht werden wir ja von Aliens entführt!"
"Warum um alles in der Welt willst du dich von Aliens entführen lassen? Die verpassen einem doch nur merkwürdige Implantate und Analsonden, und das muss ich nicht haben. Unter Spaß verstehe ich etwas anderes!"
Inhalt:
Die Physikerin Portia Harding macht mit ihrer besten
Freundin Sarah eine Reise durch England, auf der die beiden die übernatürlichen
Geheimnisse des Landes kennen lernen wollen. Von Séancen bis zu Geisterjagden
nehmen sie alles mit und während Sarah vollauf begeistert ist, gibt sich Portia
alle Mühe, alle angeblich paranormalen Vorkommnisse logisch zu erklären und
somit als Schwindel zu enttarnen. Denn als Physikerin und Logikerin, die sie
ist, weiß sie natürlich ganz genau, dass diese ganzen Geschichten über
Feenkreise, Vampire und Geisterhäuser nichts weiter als Lug und Trug sind.
Als sie dann versehentlich die Tugendkraft Hope beschwört,
die Portia ihre Gabe übergibt, weigert sie sich hartnäckig einzusehen, dass sie
nun das Wetter kontrollieren kann. Sie hält das alles für eine Illusion. Und
als sie und Sarah dann auch noch dem attraktiven Theo begegnen, der behauptet,
der Sohn eines gefallenen Engels zu sein, erklärt sie die Engländer endgültig
für übergeschnappt. Erst als sie sich Prüfungen stellen muss, durch die sie
selbst zur Tugendkraft werden soll, beginnt sie zu merken, dass wohl doch nicht
alles Übersinnliche logisch erklärbar ist. Theo ist wohl der Einzige, der ihr
helfen kann und als sich Portia damit abgefunden hat, beginnt sie seine
Gegenwart sogar zu genießen…
Meinung:
Wo die anderen Romane der Dark Ones-Reihe und deren
Charaktere noch witzig waren, ist dieses Buch leider nur noch nervig. Mit
„Vampire sind zum Küssen da“ hat MacAlister mich wirklich enttäuscht.
Nachdem die ersten 50 Seiten so vor sich hin dümpelten, aber
den einen oder anderen Lacher brachten, kam die Handlung danach in Fahrt und
die Spannung stieg kurzzeitig. Nachdem Portia Hope beschworen und deren Gabe
übernommen hat, wird sie erst einmal von Theo überrumpelt und vor einer
angeblichen Bedrohung gerettet. Zwecks dessen entführt er sie allerdings – was
Portia natürlich nicht auf sich sitzen lässt und der Polizei Feuer unterm
Hintern macht, damit sie den Schuft finden und festnehmen. So geht das dann
eine Weile lang, jedes Mal wenn Theo oder einer der Prüfer auftauchen, die
Portia allesamt für Verrückte hält – die Spannung ist auf dem Nullpunkt.
Währenddessen fühlt sie sich von Theos Aktionen einfach nur abgestoßen, auch
wenn sie mehrmals erwähnt, dass er doch eigentlich schon ein heißer Feger mit
bester Ausstattung ist. Und dann merkt sie, dass sie ja doch das Wetter
kontrollieren kann und folglich wohl nicht alles logisch erklärbar ist. Dazu
musste sich Theo dann aber auch erstmal von einem Dämon verprügeln lassen.
Und schnipp – plötzlich akzeptiert Portia, dass sie eine
Gabe hat und Tugendkraft werden soll und verliebt sich mit einem Schlag
unsterblich in den ach so tollen Theo. Plötzlich erkennt sie, dass sie seine
Seele retten muss und auf ewig mit ihm in Liebe verbunden sein will (denn als
Tugendkraft wird sie natürlich unsterblich sein).
Und danach muss sie eben die Prüfungen meistern, sich auch
noch einer Verschwörung stellen (denn man bezichtigt sie, Hope ermordet zu
haben) und ganz nebenbei Theos Seele retten. Spannung kam dabei nicht mehr so
richtig auf. Der locker-leichte Schreibstil trägt über die Seiten – wenn der
nicht gewesen wäre, hätte ich das Buch wohl nicht beendet.
Portia ist in ihrer „Ungläubigkeit“ oft ganz witzig, es
schlägt aber empfindlich ins Nervige um, wenn sie – egal wie offensichtlich –
wieder rumkrakeelt, dass das alles Schwindel sei. Außerdem grenzt ihr
plötzlicher Gefühlswandel von absoluter Ablehnung zu inbrünstiger Liebe für
Theo innerhalb weniger Seiten schon ans Lächerliche. Anschließend lieben sich
die beiden sofort unendlich und wiederholen alle zwei Seiten, dass sie nicht
ohne einander leben können und wollen, was dann wirklich nicht mehr kitschig,
sondern lächerlich ist. Portia ist angeblich die große Physikerin und
Logikerin, aber logisch verhält sie sich nur selten und zögert mit ihrem
kindischen Verhalten die Handlung hinaus und zieht die Prüfungsphase künstlich
in die Länge.
Theo verhält sich zwar wenigstens wie ein normaler Mensch/Vampir/Nephillim,
aber er wirkt weichgespült, wie er Portia wieder mal seine innige Liebe
beteuert, nachdem sie gerade für nichts und wieder nichts absoluten Mist verzapft
hat.
Die einzige Person, die ich in dieser Geschichte mochte, war
Sarah, die in ihrer quirligen aber praktischen Art Portia zur Seite steht, egal
was diese gerade wieder anstellt.
Im Prinzip war die Grundidee gar nicht schlecht, denn
letztendlich steckt hinter dem ganzen Schlamassel ein ziemlich perfider Plan,
den Theo und Portia unwissentlich unterstützt, aber letzten Endes doch noch
verhindert haben. Das Komplott war gut durchdacht und am Ende auch clever
aufgelöst. Nur leider haben die Charaktere mir die Lesefreude wirklich versaut.
Portia war oft so nervig, dass Spannung gar nicht aufkommen konnte und die
Liebesgeschichte unecht wirkte. Merke: Wenn der Hauptcharakter, der aus der
Ich-Perpektive erzählt, unsympathisch und nervig ist, dann kann man das ganze
Buch vergessen…
Fazit:
Von „Vampire sind zum Küssen da“ war ich einfach nur
enttäuscht. Portia ist als Hauptfigur extrem nervig, ihre Handlungen naiv und
nicht nachvollziehbar, die Liebesgeschichte lächerlich und Theo weichgespült.
Die Grundidee und das Komplott, welches am Ende aufgedeckt wird, hatten
wirklich Potential, aber Spannung kam nicht auf. Schade. Für mich ist an dieser Stelle (zumindest vorerst) Schluss.
Hartgesottene Fans sollten sich das Buch aber vielleicht
trotzdem anschauen. Wer Portia leiden kann, dem wird auch die Geschichte
gefallen.
2 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Taschenbuch: 351 Seiten
Verlag: Lyx; Auflage: Deutsche Erstausgabe (15. Januar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802582098
ISBN-13: 978-3802582097
Originaltitel: The Last of the Red-Hot Vampires
Preis: 9,95 €
Reihe: Teil 5 der Dark Ones-Reihe
Aus der "Dark Ones-Reihe":
- Blind Date mit einem Vampir
- Küsst du noch oder beisst du schon?
- Kein Vampir für eine Nacht
- Vampir im Schottenrock
- Vampire sind zum Küssen da
- Ein Vampir kommt selten allein
- Vampire lieben gefährlich
- Ein Vampir in schlechter Gesellschaft (erscheint im Januar 2012)
Zur Autorin:
Katie MacAlister begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit einem
Sachbuch über Software. Da sie darin jedoch weder witzige Dialoge noch
romantische Szenen unterbringen durfte, beschloss sie, von nun an nur
noch Liebesromane zu schreiben. Seither sind zahlreiche Romane aus ihrer
Feder erschienen, die regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten
stürmen.
Katies Webseite:
www.katiemacalister.com