Donnerstag, 10. November 2011

Rezension "Vampir im Schottenrock" (Katie MacAlister)

Vampir im Schottenrock von Katie MacAlister

Die ersten Worte:
„Hi.“ Eine Frau stand in der Tür, und nach ihrer kehligen Stimme zu urteilen, war sie Amerikanerin. „Sind Sie zufällig Payann?“
Paen erschauderte ob der falschen Aussprache seines Namens und sah von einem zerfledderten Manuskript auf.

Inhalt:
Die Halbelfe Samantha ist gerade dabei, mit ihrer Cousine Clare eine Detektei für diskrete Ermittlungen zu eröffnen, als auch schon der erste Kunde hereinschneit. Der Vampir Paen Scott muss innerhalb von 5 Tagen eine geheimnisvolle Statue finden, denn sonst verliert seine Mutter ihre Seele. Da er aber keine Ahnung hat, wo sich diese Statue befindet, beauftragt er notgedrungen Sam, diese aufzuspüren.
Sam macht sich sofort mit großer Begeisterung daran, ihren ersten Fall zu bearbeiten. Und ebenso schnell erkennt sie, dass sie und Pean zusammengehören, denn der Vampir besitzt als Dunkler keine Seele und Sam ist in der Lage, ihm diese zurückzugeben.
Während die beiden gemeinsam auf Jagd nach der Statue gehen, kommen sie einander immer näher, aber Pean ist eindeutig der Meinung, er ist allein viel besser dran und braucht nie im Leben eine Geliebte und seine Seele…

Meinung:
Nachdem ich die ersten 3 Bücher der Reihe schon voriges Jahr im Sommer gelesen habe, war es Zeit, sich mal wieder einen von Katie MacAlisters Vampirromanen vorzunehmen. Man wird zwar wieder in MacAlisters Welt entführt, in denen es magische Wesen wie Dunkle gibt, aber ansonsten hat „Vampir im Schottenrock“ kaum etwas mit den drei Vorgängern zu tun.

Im Prolog wird auf den ersten Seiten zuerst Pean kurz vorgestellt, man bekommt schon mal einiges zu lachen, denn seine Brüder gehen ihm schon gerne mal auf die Nerven. Man lernt auch den wenig sympathischen Caspar Green kennen, der Pean zwingt, nach der geheimnisvollen Statue zu suchen, da andernfalls seine Mutter ihre Seele verlieren wird.
Anschließend beschreibt Sam aus der Ich-Perspektive, wie sie sich mit ihrer Cousine Clare herumschlägt und sich trotz einiger Tiefschläge voller Motivation daran macht, ihre erste Ermittlung in der neuen Agentur anzustellen.
Dabei gerät sie nicht nur einmal in gefährliche Situationen, denn es steckt um einiges mehr hinter dieser einfachen Statue, als gedacht. Es dauert zwar eine Weile, ehe die Dinge wirklich ins Rollen kommen und die Spannung einen dann auch packt, aber man wird über das ganze Buch hinweg durch den lockeren und witzigen Erzählstil unterhalten.
Es fehlt jedoch trotzdem teilweise der bissige Humor, den man von der Autorin kennt, denn ich habe wesentlich weniger gelacht, als bei anderen Bänden der Reihe.

Sam ist ganz nach MacAlister-Manier zwar clever, kommt aber eben auch auf die blödesten Ideen. Ohne die wären ihre Geschichten allerdings wahrscheinlich nicht halb so unterhaltsam. Und so motiviert, wie Sam ihre Ermittlungen führt, so hartnäckig versucht sie auch, die Seelen von Pean und seiner Mutter zu retten, denn im Gegensatz zu Pean akzeptiert sie von Anfang an, dass sie seine Geliebte ist.
Pean – seines Zeichens ganz der gequälte seelenlose Dunkle – ist trotz allem sehr überzeugt davon, dass er keine Geliebte braucht und auch ohne seine Seele ein zufriedenes Leben führt. Sonst erscheint er als sehr vernünftig, aber in Bezug darauf bleibt er wirklich so lange halsstarrig, dass es fast schon ins nervige abdriftet. Im Nachhinein muss ich aber auch sagen, dass sonst die dramatischen Wendungen des Buches so nicht zu Stande gekommen wären.

Das Ende hat mir dann allerdings nicht so besonders gefallen. Man bekommt zwar wie gewohnt ein Happy End, aber die Lösung des Rätsels wirkt an einigen Stellen verworren und teilweise sehr weit hergeholt. Man bekommt zwar einen ordentlichen Showdown, aber ein wenig lächerlich erschien er mir an einigen Stellen schon.

Fazit:
Katie MacAlister konnte mich auch mit ihrem vierten Roman der Dark Ones-Reihe gut unterhalten, an einigen Stellen sind die Geschehnisse aber etwas weit hergeholt. Für ein paar unterhaltsame, spannende Lesestunden taugt „Vampir im Schottenrock“ auf jeden Fall, man sollte aber nicht zu viel erwarten. 
3,5 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Lyx; Auflage: 1., Aufl. (15. Oktober 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802581768
ISBN-13: 978-3802581762
Originaltitel: Even Vampires Get the Blues
Preis: 9,95 €
Reihe: Teil 4 der Dark Ones-Reihe
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Aus der "Dark Ones-Reihe":
  1. Blind Date mit einem Vampir
  2. Küsst du noch oder beisst du schon?
  3. Kein Vampir für eine Nacht
  4. Vampir im Schottenrock
  5. Vampire sind zum Küssen da
  6. Ein  Vampir kommt selten allein
  7. Vampire lieben gefährlich
  8. Ein Vampir in schlechter Gesellschaft (erscheint im Januar 2012)
Zur Autorin:
Katie MacAlister begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit einem Sachbuch über Software. Da sie darin jedoch weder witzige Dialoge noch romantische Szenen unterbringen durfte, beschloss sie, von nun an nur noch Liebesromane zu schreiben. Seither sind zahlreiche Romane aus ihrer Feder erschienen, die regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten stürmen.
Katies Webseite: http://www.katiemacalister.com/

Kommentare:

  1. Gört sich ja nicht so prall an. :-/ Ich hab die ersten drei Bände hier ungelesen im Regal. Lohnt sich das? Andererseits... nachdem du auch schon Band 5 liest. XD

    Oh, und du liest auch "Im Krebsgang"? Mussten wir damals auch lesen. ~_~ Ich hab so gut wie keine Erinnerungen mehr dran. *lol*

    Deine Bewertungsgrafik hat's übrigens zweimal reingezogen.

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  2. War leider auch nicht so dolle... Ich habe keine Ahnung, ob mein Geschmack sich innerhalb des letzten Jahres so sehr geändert hab, aber letzten Sommer haben mir die 3 ersten Bände sehr gut gefallen. Ich denke, das würden sie auch jetzt noch. Die hatten einfach einen anderen Charme. Ja, ich lese jetzt Band 5, weil ich dachte, vielleicht ist ja Band 4 einfach ein Tiefpunkt und es geht wieder bergauf, aber bisher finde ich Band 5 kein bisschen besser - eher noch schlechter...

    Die ersten 40 Seiten waren wirklich sehr anstrengend, aber mittlerweile finde ich es ganz in Ordnung. Es geht ja um den Nationalsozialismus, im Speziellen um's KdF-Schiff Wilhelm Gustloff und die Wirkungen bis in unsere Zeit. Und das ist echt nicht uninteressant...

    Danke für den Hinweis, hab's gerade geändert ;).

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  3. Ich werd mich einfach mal selbst überzeugen. Zur Not kann ich sie ja immer noch verkaufen. :-/
    Aber eine positive Prognose sieht anders aus. *lach*

    Gustloff! Da klingelt was... Aber ich kann mich echt an nichts mehr erinnern... War wohl doch zu lang her oder wir haben es damals so exzessiv durchgenudelt, dass ich's verdrängt hab... X_x

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  4. Ja, defintiv... Aber wie gesagt, Band 1-3 waren nicht so schlecht.

    Na ja, es ist jetzt wahrscheinlich auch nichts, dass ewig im Gedächtnis bleibt. Selbst ich vergesse ja schon Teile der Werke, owbohl ich die im Abi nochmal dringend brauchen könnte @.@...

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