Im Krebsgang von Günter Grass
Nachdem die ersten paar Seiten wirklich ausnehmend
anstrengend waren, weil man vor lauter Namen, anonymen Erzählern und Sprüngen
zwischen verschiedenen Geschehnissen gar nicht wusste, mit was genau sich diese
Geschichte befassen soll, war das Buch anschließend recht interessant.
Die Problematik ist sehr aktuell (die Novelle ist ja auch
noch nicht besonders alt) und Rechtsradikalismus spielt ja auch jetzt noch eine
große Rolle, gerade ist ja wegen der Gruppe Rechtsradikaler in den Medien die
Hölle los.
Hat man sich einmal eingelesen, sind die Sprünge zwischen
den Handlungssträngen nicht mehr so verwirrend und man liest abwechselnd über
die Geschehnisse um das KdF-Schiff Wilhelm Gustloff in der Vergangenheit und
die Auswirkungen seines Sinkens bis in die heutige Zeit. Sehr interessant
gestaltet Grass die Nacherzählung der Handlungen der einzelnen Personen, die
dann alle beim Untergang der Gustloff zusammenlaufen.
Es wird einem zum einen vor Augen geführt, wie grausam der
Krieg und die damit verbundene Massenflucht aus Ostpreußen nach Deutschland waren
und zum anderem schildert Grass anschaulich, wie schnell auch heute noch Menschen
von der Vergangenheit beeinflusst werden. Das ganze spitzt sich bis zum Ende
dramatisch zu und man wird nachdenklich zurückgelassen.
Man lernt in diesem Buch an einem speziellen Fall zum einen
das Kraft durch Freude-System der Nazis besser kennen und zum anderen macht der
Autor deutlich, dass es in Deutschland auch heute noch genug rechtsradikales
Potenzial gibt.
Kurzmeinungen sind kurze subjektive Leseeindrücke ohne Punktebewertungen, die keinesfalls eine vollständige Rezension darstellen sollen.
Quelle: Cover

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Liebe Grüße, Selina