Freitag, 25. November 2011

Kurzmeinung "Im Krebsgang" (Günter Grass)


Im Krebsgang von Günter Grass


Nachdem die ersten paar Seiten wirklich ausnehmend anstrengend waren, weil man vor lauter Namen, anonymen Erzählern und Sprüngen zwischen verschiedenen Geschehnissen gar nicht wusste, mit was genau sich diese Geschichte befassen soll, war das Buch anschließend recht interessant.
Die Problematik ist sehr aktuell (die Novelle ist ja auch noch nicht besonders alt) und Rechtsradikalismus spielt ja auch jetzt noch eine große Rolle, gerade ist ja wegen der Gruppe Rechtsradikaler in den Medien die Hölle los.
Hat man sich einmal eingelesen, sind die Sprünge zwischen den Handlungssträngen nicht mehr so verwirrend und man liest abwechselnd über die Geschehnisse um das KdF-Schiff Wilhelm Gustloff in der Vergangenheit und die Auswirkungen seines Sinkens bis in die heutige Zeit. Sehr interessant gestaltet Grass die Nacherzählung der Handlungen der einzelnen Personen, die dann alle beim Untergang der Gustloff zusammenlaufen.
Es wird einem zum einen vor Augen geführt, wie grausam der Krieg und die damit verbundene Massenflucht aus Ostpreußen nach Deutschland waren und zum anderem schildert Grass anschaulich, wie schnell auch heute noch Menschen von der Vergangenheit beeinflusst werden. Das ganze spitzt sich bis zum Ende dramatisch zu und man wird nachdenklich zurückgelassen.
Man lernt in diesem Buch an einem speziellen Fall zum einen das Kraft durch Freude-System der Nazis besser kennen und zum anderen macht der Autor deutlich, dass es in Deutschland auch heute noch genug rechtsradikales Potenzial gibt.

Kurzmeinungen sind kurze subjektive Leseeindrücke ohne Punktebewertungen, die keinesfalls eine vollständige Rezension darstellen sollen.
Quelle: Cover

1 Kommentar:

  1. Dein Blog ist wirklich toll! :) Bin gleich mal Leserin geworden :D
    Würde mich freuen, wenn du auch mal bei mir vorbei schaust:
    http://meine-lesewelt.blogspot.com/
    Liebe Grüße, Selina

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