Zufälle gibt’s…: Vor einem Jahr gab es die Rezension zu „Arkadien brennt“ und genau ein Jahr später nun die zum Nachfolger "Arkadien fällt":
Arkadien 3: Arkadien fällt von Kai Meyer
- kann Spoiler zu Band 1 "Arkadien erwacht" und Band 2 "Arakdien brennt" enthalten -
Die ersten Worte:
„Wären wir Narben, dann wären unsere Erinnerungen die Fäden,
die uns zusammenhalten. Du kannst sie nicht zerschneiden. Wenn du das tust,
dann reißt es dich entzwei.“
Inhalt:
In Ruhe wollen Rosa und Alessandro ihren Freund Fundling
beerdigen, doch selbst auf dem Friedhof werden sie überwacht, denn obwohl es
nur eine kleine Trauergemeinde ist, tauchen die Richterin Quattrini und ihre
Leibwächter auf dem Friedhof auf.
Die Richterin will sich mit Rosa und Alessandro treffen und
trotz Alessandros Zweifeln fahren die beiden zum Treffpunkt. Kaum hat die
Unterhaltung begonnen, kommt es zu einem Angriff durch Harpyien, Gestaltwandlereulen,
die die Richterin ermorden. Rosa und Alessandro bleiben unverletzt, wissen
aber, dass sie nun als Mörder der Richterin gesucht werden, da sie mit der
Richterin allein waren.
Es beginnt eine Verfolgungsjagd auf die beiden, denn nicht
nur die Polizei sucht sie nun, sondern auch ihre eigenen Familien haben sich
gegen die beiden verbündet und ihnen die Harpyien auf den Hals gehetzt, um ihre
capi loszuwerden.
Zu allem Überfluss steht auch der Hungrige Mann kurz davor,
wiederzukehren, der mit Rosas und Alessandros Hilfe wieder zum capo dei capi und Anführer der Arkadier aufsteigen
will – doch gefangen genommen werden sie schließlich von jemand ganz anderem…
Meinung:
In „Arkadien fällt“ taucht man nun ein letztes Mal in Rosas
und Alessandros sizilianische Welt der Mafia und Arkadier ein und fühlt sich
dort sofort wieder so zu Hause, wie in den beiden Vorgängerbänden.
Immer wieder mal kommt dabei ganz schön ins Grübeln, da es
bei mir schon ein Jahr her ist, dass ich „Arkadien brennt“ gelesen habe,
weswegen mir Begriffe wie TABULA, Thanassis, Stabat Mater oder der Hungrige
Mann erstmal nicht mehr so ganz geläufig waren. Das meiste klärte sich aber im
Laufe der Handlung von selbst, weil man sich an immer mehr Dinge zurückerinnert
und auf den Rest kommt man dann auch so wieder.
Die Spannung in diesem Band der Arkadien-Triologie erschien
mir aber eindeutig als der Spannendste, denn durch die Flucht, die Rosa und
Alessandro antreten müssen und die Verfolger, die sie abschütteln müssen, wird
es ganz und gar nicht langweilig. In diesem Band geht es auch zur Sache, was
die Action angeht, denn nach der Art der Mafia gibt es eine Menge Schießereien
und die beiden müssen einiges wagen, um heil davonzukommen. Es geht außerdem
auch wesentlich blutiger zu, als in den Vorgängerbänden. Wichtig war mir dabei,
dass trotz allem weder Rosa noch Alessandro die Skrupel verloren und begonnen
haben, aus Eigennutz zu töten.
Getragen wurde die Spannung außerdem auch von den vielen
Wendungen, die die Geschichte an unerwarteten Stellen nahm.
Rosa und Alessandro bleiben weiterhin willensstark und
authentisch, sie halten zusammen, obwohl sie bei weitem nicht immer derselben
Ansicht sind. Trotz der oft krassen Maßnahmen, sie sie ergreifen müssen, um auf
ihrer Flucht zu überleben, werden sie nicht skrupellos oder überheblich. Sie
sind sich bewusst, dass Mord ihr letztes Mittel bleiben muss.
Man merkt aber deutlich, dass die beiden sich
weiterentwickelt haben und nicht mehr die naiven Teenager aus „Arkadien erwacht
sind“. Als capi kennen sie den Preis,
den sie für ihren Reichtum zahlen. Sie spüren die Last, die auf ihren Schultern
liegt und handeln wesentlich verantwortungsvoller.
Wie es sich für einen Abschlussband gehört, kommt man in
Bezug auf alle offenen Fragen auf seine Kosten. Es wird Licht ins Dunkel
gebracht, was die Abstammung der Arkadier und die Verbindung mit den alten
Mythen abgeht; Rosa findet endlich heraus, wer hinter TABULA steckt und kommt
der Wahrheit um ihren Vater auf die Schliche.
Die Geschichte gipfelt dann schließlich in einem
dramatischen Showdown, der mir wirklich ein bisschen Herzrasen bereitet hat –
wie übrigens einige andere Stellen auch – da Rosa und Alessandro beinahe ums
Leben kommen.
Für Spannung und Nervenkitzel war also eindeutig gesorgt,
weswegen ich sehr froh war, dass die Beziehung zwischen Rosa und Alessandro nicht
auch noch auseinandergepflückt wurde. Es wird ja in solchen Geschichten immer
gerne noch mal ein Keil zwischen die Hauptcharaktere getrieben, was dann oftmals
wirklich anstrengend wird. Ich bin über jede Geschichte froh, in der man keine
spektakulären Streitereien und Trennungen braucht, um Drama in die Handlung zu
bringen, sondern das Paar auch gemeinsam auf Abenteuer schicken kann – und so
ein Buch ist „Arkadien fällt“.
Fazit:
„Arkadien fällt“ bildet einen fantastischen, spannenden
Abschluss der Triologie, in dem alle Fäsen zusammenlaufen. Rosa und Alessandro
sind erwachsen geworden; gemeinsam stellen sie sich ein letztes Mal ihren Widersachern
und decken die Geheimnisse um die Arkadier auf.
5 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 448 SeitenVerlag: Carlsen Verlag GmbH; Auflage: 1 (26. September 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551582033
ISBN-13: 978-3551582034
Preis: 19,90 €
Reihe: Teil 3 von 3 der Arkadien-Triologie
Aus der "Arkadien-Triologie":
- Arkadien erwacht
- Arkadien brennt
- Arkadien fällt
Zum Autor:
geboren 1969, studierte Film- und Theaterwissenschaften und
arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben von
Büchern verlegte. Er hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht,
darunter zahlreiche Bestseller, und gilt als einer der wichtigsten
Phantastik-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-,
Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in siebenundzwanzig Sprachen
übersetzt.Homepage des Autors: www.kai-meyer.com
Quellen: Autor, Buchinformationen, Cover


Mal wieder eine super Rezension!!!
AntwortenLöschenHabe allerdings noch nicht einmal den ersten Teil gelesen. Ich sollte mich schämen die Bücher noch nicht gelesen zu haben, wo sie doch so weit oben bei den Bestsellerlisten sind :/
Liebste Grüße :)
Corinna
Ach na ja, man kann ja nicht immer alles zugleich lesen - geschweige denn das Geld für all die teuren Hardcover haben. Und nur weil es auf der Bestsellerlist ist, muss das ja noch gar nichts heißen *lach*.
AntwortenLöschenVielleicht kommst du ja in Zukunft irgendwann mal dazu ;)
Hallo, hier bin ich nochmal :D
AntwortenLöschenSchau mal auf meinem Blog...da wartet ein Blogaward auf dich ;)