Montag, 12. September 2011

Rezension "Meridian: Dunkle Umarmung" (Amber Kizer)

Meridian: Dunkle Umarmung von Amber Kizer

Die ersten Worte:
Die Insekten waren die Ersten, die zu mir kamen; am Morgen, nachdem meine Eltern mich aus dem Krankenhaus nach Hause brachten, mussten sie tote Ameisen aus meinem Tragekörbchen entfernen. „Tot“ war das erste Wort, das ich lernte.

Inhalt:
Schon seit ihrer Kindheit weiß Meridian, dass sie nicht normal ist. Und obwohl ihre Eltern es als Gabe bezeichnen, haben sie doch Angst vor ihr und Meridian sieht nichts als einen Fluch darin, dass in ihrer Umgebung immer wieder Tiere sterben. Morgens wacht sie auf und auf ihrem Kopfkissen liegt eine tote Maus – so geht es ihr schon ihr ganzes Leben lang.
Als sich an ihrem 16. Geburtstag die Ereignisse zuspitzen, schickt ihre Mutter sie allein zu ihrer Tante Merry.
Erst dort erfährt Meridian, warum sie schon immer anders war: sie ist eine Fenestra, die den Seelen der Toten zur Erlösung verhilft.
Bei ihrer Tante, die selbst eine Fenestra ist, soll sie nun lernen, ihre Gabe zu beherrschen. Dabei helfen soll ihr auch Tens, ein Junge, der bei ihrer Tante wohnt. Der allerdings scheint gar nicht so begeistert, dass er sich mit Meridian auseinandersetzen muss…
Derweil merkt Meridian bald, dass jemand hinter ihr her ist und muss sich gegen die Feinde der Fenestrae behaupten…

Meinung:
Auf „Meridian: Dunkle Umarmung“ war ich sehr gespannt, da ich mir wegen der Fenestrae – die zumindest mir vorher noch nie in einem Buch begegnet sind – schon eine besondere Geschichte vorgestellt hatte. Dem war leider nicht ganz so.

Zu Anfang war ich vom Spannungsniveau noch sehr angetan, man hat Meridian und ihre Gabe kurz kennen gelernt, bevor sie an ihrem 16. Geburtstag plötzlich allein zu ihrer Tante geschickt wird. Dadurch wird es schon auf den ersten Seiten recht spannend, da Meridian bis zu ihrer Tante ein ganzes Stück Weg vor sich hat. Doch als sie einmal angekommen ist, fällt das Buch bis kurz vor Schluss ins Spannungstief. Die Ereignisse plätschern so vor sich hin, immer mal wieder passiert etwas, dass die Feinde der Fenestrae angezettelt haben, aber wirklich bedrohlich wird das erst im Showdown, so dass Meridian auch erst dann wirklich zum Handeln gezwungen ist.

Meridian als Hauptfigur hat mir soweit recht gut gefallen, sie ist trotz allem ein starkes Mädchen und trotz ihrer Außenseiterrolle nicht weinerlich oder selbstmitleidig. Als sie von ihrer Gabe erfährt, ist sie verständlicherweise erstmal von den Socken, kommt darüber dann aber auch mal hinweg.
Ihre Tante Merry und Tens bleiben aber etwas schwach. Man erfährt zwar etwas aus ihrer Vergangenheit aber ansonsten bekommen sie wenig Tiefgang.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Meridian und Tens kam mir etwas dürftig vor. Erst scheint Tens Meridian so was von gar nicht abzukönnen, wobei das aber mehr wie eine Verzögerung wirkt, bevor er dann zwischen Fürsorglichkeit und Verschlossenheit hin und her tingelt. Und dann stellen die beiden plötzlich fest, dass sie ineinander verliebt sind, weil das Schicksal die beiden ja verbunden hat…

Die Feinde der Fenestrae, die sogenannten Aternocti, hat man auch kaum näher beleuchtet. Es wird zwar klar, dass sie die Seelen für den Teufel sammeln, aber wie viele es gibt, wie sie organisiert sind und so weiter, davon erfährt man rein gar nichts. Meridians Feind in diesem Band hat derweil mal eine ganze Stadt auf seiner Seite, da er eine ominöse Kirchengemeinschaft aufgebaut hat. Dadurch werden auch noch die Einwohner der Stadt als einfältige Stümper abgestempelt. Klasse.

Der Schreistil las sich angenehm und flüssig.

Fazit:
Nicht ganz das, was ich erwartet hatte – ein unterhaltsames Buch für zwischendurch, mehr aber auch nicht, da in Sachen Spannung und echter Liebe nicht so wahnsinnig viel los ist.

 2,5 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: PAN (5. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426283018
ISBN-13: 978-3426283011
Preis: 12,95 €
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Aus der Reihe "Meridian":
  1. Meridian 1: Dunkle Umarmung
  2. Meridian 2: Flüsternde Seelen (erscheint am 1.12.11)
Zur Autorin:
Amber Kizer liebt saure Süßigkeiten, laute Popmusik und den Geruch von Lilien. Außerdem backt sie für ihr Leben gerne und lebt auf Whidbey Island, einer Insel, die leider nicht in der Südsee liegt, sondern vor der Küste des US-Bundesstaats Washington. Mehr Informationen im Internet: www.AmberKizer.com

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