Montag, 4. April 2011

Rezension "Ruf der Vergangenheit" (Nalini Singh)


Ruf der Vergangenheit von Nalini Singh

Die ersten Worte:
Der Tod war die Geißel der Vergessenen. Ein erbarmungsloser Geselle, der kein Mitleid kannte.
Voller Zuversicht hatten sie sich vom Medialnet gelöst, auf der Suche nach einem Leben, das anders war als die kalte, gefühllose Welt ihrer Brüder und Schwestern im Netz.

Inhalt:
Devraj Santos, Anführer der Vergessenen und Chef der Shine-Stiftung, hat noch nie gute Erfahrungen mit Medialen gemacht. Seine Vorfahren waren ebenfalls Mediale die sich abspalteten, als das Silentium-Projekt durchgesetzt wurde, das allen Medialen die Gefühle abtrainierte. Niemals wollten sie gefühllos leben müssen.
Als Dev die bewusstlose Mediale Katya vor seiner Tür findet, verhält er sich nicht nur deshalb defensiv und misstrauisch, weil sie eine Spionin sein könnte. Katya scheint ihr Gedächtnis verloren zu haben und ihre Erinnerungen kehren nur langsam und bruchstückhaft zurück.
Bald wird jedoch klar, dass sie gebrochen und anschließend darauf programmiert wurden, Dev zu töten, da der Medialenrat die Vergessenen ausrotten möchte.
Dev ahnt von Anfang an, dass sie eingeschleust wurde, um Schaden anzurichten und doch kann er sich der Gefühle nicht verwähren, die auf ihn einstürmen. Denn Katya bricht durch die Mauer, die Dev um sich errichtet hat, um der strenge, grausame Anführer zu werden, den die Vergessenen brauchen, um ihre Existenz sichern zu können.
Auch Katya spürt diese Anziehung und beginnt gegen die Befehle zu kämpfen, die ihr einprogrammiert wurden. Sie weigert sich, die Instruktionen auszuführen, denn sie erkennt, wen es eigentlich zu bekämpfen gilt…

Meinung:
In siebten Band ihrer Gestaltwandler-Reihe entführt Singh wieder in einen anderen Teil ihrer faszinierenden Zukunftswelt. Diesmal beleuchtet sie das Volk der Vergessenen näher, deren Vorfahren mediale Rebellen waren.
Singh hat es wieder geschafft, entscheidende Handlungsstränge gut zu verbinden und von der ersten bis zur letzten Seite Spannung aufzubauen und zu erhalten.
Dev und Katya sind abermals Charaktere, die ihre ganz eigene Stimme haben und sich perfekt ergänzen. Dev wird immer wieder sehr treffend mit zwei Seiten beschrieben, seine grausame und kalte Seite als Anführer und seine emotionale und sanfte Seite als einfacher Mann. Anfangs scheinen diese Teile sehr klar differenziert, doch Katya setzt die Verbindung beider Seiten in Gang.
Die Mediale lernt man auf ihrem Weg von der gebrochenen Seele zur starken Persönlichkeit sehr schnell kennen und kann sich gut mit ihr identifizieren. Obwohl ihr so viel Leid angetan wurde, gibt sie doch nicht auf und schafft es schließlich, als Phönix aus ihrer Asche aufzuerstehen. Auch ihr innerer Konflikt ist dabei sehr sensibel geschildert, denn oft ist sie unsicher, ob ihre Gedanken ihre eigenen sind oder doch nur vorbestimmt durch ihre Programmierung.
Zwischen den Kapiteln sind immer wieder Briefe einer gewissen Familie Petrokov eingestreut, die die Geschichte kurz vor Silentium und die Abspaltung der Rebellen vom Medialnet aus einer persönlichen Perspektive schildern. Am Ende werden diese Briefe aufschlussreich mit der Geschichte verknüpft, genauso wie die geheimnisvollen kurzen Berichtprotokolle der Station Sunshine, die eingefügt sind.
Singh hat auch dem Rat der Medialen abermals immer wieder für einige wenige Seiten Platz eingeräumt, so dass man auch weiterhin auf dem Laufenden bleibt, welche Veränderungen und Vorgänge im Medialnet vor sich gehen.
Anfangs war ich ein wenig wehmütig, da die Geschichte sich von den DarkRiver-Leoparden entfernt. Aber Singh hatte auch hier wieder eine Überraschung für mich parat, denn auch das Rudel hat sie wieder aktiv mit eingebunden, so dass man alte Bekannte wieder treffen kann.
An Neuentwicklungen mangelt es außerdem auch nicht, denn im Medialnet tauchen neue Probleme auf und es gibt Instabilitäten, die nicht zuletzt auch den Rat beeinflussen.
Einziger kleiner Negativpunkt ist für mich, dass der Showdown ein wenig flach ausfiel. Die Situation um Dev und Katya blieb zwar bis kurz vor Schluss ungeklärt, da ein großes Problem das Glück der beiden behindert, aber es fehlte dennoch der große „Knall“, den es bisher immer gab.
Singhs Schreibstil lässt wie immer keine Wünsche offen, flüssig und sensibel schreibt sie über die Gefühlswelt ihrer Charaktere.

Fazit:
Kurz und gut: Starke Charaktere, Spannung pur, voller Romantik, eine facettenreiche faszinierende Welt der Zukunft – Singhs Romane darf man sich einfach nicht entgehen lassen.

 5 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Broschiert: 405 Seiten
Verlag: Lyx (11. März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802584023
ISBN-13: 978-3802584022
Originaltitel: Blaze of Memory
Preis: 9,95 €
Leseprobe

Aus der "Gestaltwandler-Reihe":
  1. Leopardenblut
  2. Jäger der Nacht
  3. Eisige Umarmung
  4. Im Feuer der Nacht
  5. Gefangener der Sinne
  6. Sengende Nähe
  7. Ruf der Vergangenheit
  8. Fesseln der Erinnerung (erscheint im September 2011)

Kommentare:

  1. Die Rezension hab ich jetzt mal nur überflogen, denn ich kenne noch keinen Teil dieser Serie - aber für diesen Urlaub sind sie vorgemerkt und ich bin schon ganz gespannt. Und nachdem Du schon 5 Welten gibst, werde ich bestimmt nicht enttäuscht *freu*

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  2. Schöne Rezi! Und dein Blog gefällt mir auch sehr gut. Lass mal liebe Grüße da ;D Lina

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  3. Fabella:
    Die Reihe ist wirklich fantastisch und gehört zu meinen liebsten Schätzen in meinem Regal! Ich hoffe, du bist von der Reihe genauso begeistert wie ich. Singhs Welt nimmt einen unglaublich schnell gefangen!

    Lina:
    Dankeschön, freut mich, dass es dir hier gefällt ;)

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  4. danke für die rezi, bis jeztt ist die reihe auch total an mir vorbeigeflogen, werde mir jetzt aber gleich mal die bücher bei lb auf die wunschliste ziehen und später übertragen. bis 5 bücherwelten von dir kann ja eigentlich nix schief gehen.

    lg kerry

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