Montag, 18. April 2011

Rezension "Neva" (Sara Grant)


Neva von Sara Grant

Die ersten Worte:
Ich stehe im Dunkeln. Nicht im weichen Dunkelgrau der Dämmerung oder im samtigen Schwarz einer Mondnacht, sondern in pechschwarzer Finsternis. Mein Herz flattert gegen meine Rippen wie ein aufgeregter Vogel in einem gläsernen Käfig.

Inhalt:
Neva lebt in einem Land, das sich selbst vom Rest der Welt isoliert hat: in Heimatland, welches von der Protektosphäre umgeben wird, die kein Mensch überwinden kann.
Seit 16 Jahren lebt Neva nun in diesem Land und hat es langsam satt, mit ansehen zu müssen, wie ähnlich sich die Menschen durch die Inzucht sehen und wie die Menschen von der Regierung kontrolliert werden und einfach Personen verschwinden, ohne jemals wieder aufzutauchen – so wie Nevas Großmutter.
Gemeinsam mit ihrer Freundin Sanna will Neva rebellieren, doch sie muss erkennen, dass sie dies in große Gefahr bringt. Bereits nach ihrer ersten Protestaktion vernimmt man sie im Polizeipräsidium und macht ihr unglaubliche Angst.
Als Sanna sich in Braydon verliebt und die beiden zusammen kommen, gibt auch Sanna den Aufstand auf, da Braydon sie darum bittet. Doch Neva denkt gar nicht daran, sich geschlagen zu geben und bald bietet sich ihr eine Möglichkeit, mehr darüber herauszufinden, warum immer wieder Menschen verschwinden und mehr über die Regierung herauszufinden, auch wenn sie sich und ihr Umfeld so immer mehr in Gefahr bringt… Und dann sind da auch noch ihre widersprüchlichen Gefühle für Braydon, die sie gar nicht zulassen darf, um Sanna nicht auch noch als Freundin zu verlieren.

Meinung:
Was „Neva“ betraf, hatte ich sehr hohe Erwartungen, weil das Buch von vielen Rezensenten sehr positiv bewertet wurde. In dieser Hinsicht wurde ich zwar nicht enttäuscht, war aber auch nicht restlos begeistert.
Zu Beginn des Buches gerät man mitten in eine „Dunkelparty“ hinein und weiß die ersten paar Seiten nicht so ganz, was eigentlich Sache ist. Hat man sich dann allerdings ein wenig eingelesen, erfährt man immer mehr über Heimatland. Die Situation des Landes stimmte mich sehr nachdenklich, schließlich sind derlei Zustände nie vollkommen undenkbar.
Die Welt wirkte sehr real, auch wenn die Autorin noch intensiver auf die Zustände im Land hätte eingehen können. Immer wieder mal liest man von kaputten Gegenständen, die recycelt und auch kaputt weiterbenutzt werden, aber es hat sich für mich einfach kein komplettes Gesamtbild ergeben. Auch die Protektosphäre konnte ich mir nur schwer vorstellen.
Was die Spannung betraf, war ich nicht ganz zufrieden. Die erste Hälfte des Buches bleibt matt, die Ereignisse plätscherten eher so dahin. Als Neva dann aber endlich mehr erfährt, nimmt die Geschichte an Tempo zu und konnte mich endlich mitreißen.
Mit Neva konnte ich mich von Beginn an recht gut identifizieren.
Die Anziehung zwischen Neva und Braydon wird schnell sichtbar, aber es dauert auch hier, bis sie sich näher kommen, wobei ich mit Braydon allgemein nur langsam warm wurde, da er nur sehr spärlich beleuchtet wird.
Das Ende der Geschichte ist zwar ein ziemlicher Cliffhanger, lässt aber auf mehr spekulieren. Ich hege meine Hoffnungen darauf, dass es in einem zweiten Band genauso rasant weitergeht, wie „Neva“ geendet hat.
Sara Grants Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und war flüssig und angenehm zu lesen.

Fazit:
Eine interessante Dystopie, die mich unterhalten hat, der aber zu Beginn eindeutig die Spannung fehlte. Trotzdem ist das Buch jedem Freund von Dystopien zu empfehlen und beschäftigt den Leser auch nach dem Ende der Geschichte noch.

4 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: PAN
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783426283486
ISBN-13: 978-3426283486
Originaltitel: Dark Parties
Preis: 16,99 €
Leseprobe
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Über die Autorin:
Sara Grant wurde 1968 in Washington geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren beiden erwachsenen Stiefkindern in London. Sara Grant studierte Journalistik und Psychologie an der Bloomington Universität in Indiana und machte später den Master in Creative and Life Writing am Goldsmiths College der Universität von London. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet Sara Grant auch für Working Partners, die erfolgreiche Buchreihen für Kinder produzieren.

Kommentare:

  1. oha fandest das die spannung fehlt ?? hmm ich fand bei Die Auswahl um einiges gravierender ^^ aber td eine schöne rezi :D ich liebe deine ersten sätze immer hihi

    lg july

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  2. Ja, eindeutig und ich es kam mir bei Neva auch gravierender vor als bei "Die Auswahl". Letztendlich konnte mich Ally Condie mit ihrer Welt wahrscheinlich etwas besser fesseln als Sara Grant.
    Dankeschön :)

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