Montag, 10. Januar 2011

Rezension "Vampirsohn" (J.R. Ward)

Kurze Novelle, lange Rezi.

Vampirsohn von J.R. Ward
Die ersten Worte:
Claire Stroughton griff nach ihrem Coffee-to-go-Becher, ohne ihre Augen von dem Testament zu nehmen, das sie eben aufgesetzt hatte und nun schnell noch einmal durchsah.
„Ich hasse es, wenn du das machst.“
Claire warf ihrer Assistentin am anderen Ende des Büros einen Blick zu. „Was denn?“

Inhalt:
Claire ist eine erfolgreiche Anwältin, die bei Fusionen millionenschwerer Firmen die Verhandlungen übernimmt. Da bleibt kaum Zeit für Beziehungen oder Privates.
Ihr nächster Termin steht bei Ms Leeds an, eine alte Dame mit einem unermesslichen Vermögen, die alle paar Monate ihr Testament ändern lässt.
Dort angekommen, wird Claire wieder einmal von der alten Dame nach einem Partner gefragt und wie bei jedem Gespräch betont sie, sie brauche keinen Mann, um glücklich zu sein.
Das scheint nur zu sein, worauf Ms Leeds gewartet hat, denn der Tee, den Claire trinkt, hat sie mit Betäubungsmittel versetzen lassen und sperrt sie in den Keller ihres Herrenhauses, zusammen mit ihrem Sohn – dem Vampir Michael, zu dem sie sich schon bald angezogen fühlt.

Meinung:
Unter der Einschränkung betrachtet, dass auf einer Novelle von guten 140 Seiten nicht allzu viel Spielraum bleibt, hat Ward hier wieder eine tolle Geschichte geschaffen.
Von Anfang bis Ende fühlt man sich von der Geschichte vereinnahmt, auch wenn keine wahnsinnig spannenden Kämpfe oder Auseinandersetzungen vorkommen. Dafür hat Ward den Fokus einfach zu sehr auf Romantik und Erotik gerichtet. Davon gibt es wirklich mehr als genug, im Vergleich zum Rest der Geschichte betrachtet. Ward beschreibt sehr einfühlend, wie sich in dieser kurzen Zeit Claires Gefühle für Michael entwickelt haben.
Claire kommt von Anfang an als sehr selbstständige, mutige Frau daher, die sich in einem von Männern dominierten Job ihren Platz an der Spitze erkämpft hat.
Michael dagegen war ein recht blasser Charakter, stets nur der weggesperrte, zurückhaltende, aber sexy Vampir, er hat einfach keine Ecken und Kanten. Erst gegen Ende bekommt er ein wenig mehr Farbe.
In sich ist die Novelle abgeschlossen. Der Happy-End-Junkie in mir hat gejauchzt, denn das Ende kann sich in Sachen Romantik und schöner Abschluss wirklich sehen lassen.
Ward hat nur aus Claires Perspektive erzählt, die Action ist auf das Nötigste beschränkt, dafür lag der Fokus auf Romantik und der Beziehung zwischen den beiden.
Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und angenehm zu lesen, wie man es von “Black Dagger“ kennt.
Ich will nicht kleinlich nach Mankos suchen und meckern, aber für die paar Seiten sind auch 5,99 € etwas übertrieben, wie ich finde (und auch wenn ich sie trotzdem bezahlt habe…), zumal Buchrücken und Rückseite sehr einfach gehalten sind und das Buch überhaupt nicht so besonders bezaubernd aufgemacht ist...

Fazit:
Wer eine nette Vampir-Geschichte mit viel Romantik für Zwischendurch lesen möchte, der ist hier richtig. Ward hat gezeigt, dass sie auch in einer kurzen Geschichte bezaubern kann.
Ich finde es einfach Schade, dass keine größere Geschichte daraus geworden ist. Die Geschichte hätte das Zeug zu mehr, aber auf 140 Seiten ist eben nicht übermäßig viel Platz zur Potentialentfaltung.

4 von 5 Buchwelten.
Buchinformationen:
Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453527895
ISBN-13: 978-3453527898
Originaltitel: The Story of Son
Preis: 5,99 €
Genre: Romantic Fantasy

Kommentare:

  1. danke für deine rezi! das cover sieht toll aus!
    mal sehen, vielleicht fällt es mir ja mal in die hände :)

    liebe grüße
    anka

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  2. Die Rezi macht mir wirklich Lust auf das Buch...
    LG Sylvia

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  3. Ich habe zwar nur die ersten beiden Bücher der Black Dagger Reihe gelesen, aber trotzdem bin ich mir sicher, dass ich den Rest der Bücher auch noch lesen werde. Die Black Dagger-Brüder sind doch anbetungswürdig, oder? *schmacht*

    Das Buch hört sich gut an, aber leider finde ich das mit dem Preis genau wie du. Das ist mir aber auch bei den anderen Büchern aufgefallen. Die sind ja nie sooo dick, ich glaube ja auch so um die 200-300 Seiten, oder? Da finde ich 8,95€ auch recht viel. Ich habe die Zusammenfassung von Heyne für 10€. Das finde ich auch besser, da zwei Bücher ja immer zu einem Abschnitt gehören.

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  4. Ja, Black Dagger ist wirklich eine fantastische Reihe, ich wünsch dir ganz viel Spaß mit den nächsten Teilen!

    Die Black Dagger Bücher (die deutschen) werden aber immer dicker. Die ersten 10 oder 12 kosten "nur" 7,95 €, danach folgende kosten 8,95 € und mittlerweile sind wir bei 8,99 € angekommen. Toll! Ich mag den Sammelband nicht. Erstens ist er so dick und solche Bücher bekommen schnell Buchrückenknicke (was ich gar nicht leiden kann) und außerdem sieht das Cover nicht soooo berauschend aus.

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