Montag, 6. September 2010

Rezension "Darkyn 1: Versuchung des Zwielichts" (Lynn Viehl)

Darkyn 1: Versuchung des Zwielichts von Lynn Viehl


Die ersten Worte:
"Wir haben schon wieder 'nen Brief von diesem Cyprien gekriegt", meinte Grace Cho, während sie die Post auf Dr. Alexandra Kellers Tisch legte.

Inhalt:
Alexandra ist Ärztin aus Leidenschaft. Sie betreut Opfer von Gewaltverbrechen und tut alles um ihnen helfen zu können, opfert für sie sogar einen Großteil ihrer Freizeit.
Ihre Praxis erreichen immer wieder Briefe, in denen ein gewisser Michael Cyprien ihre Dienste erbittet. Er weigert sich jedoch, in Alex' Praxis zu kommen. Alexandra lehnt die Angebote immer wieder ab, die in immer unbegreiflichere Höhen steigen. Ihre Verweigerung macht Cyprien allerdings nichts aus - er lässt sie kurzerhand entführen.
Zunächst wehrt sich Alex' weiterhin gegen seine Versuche, sie von einer Operation zu überzeugen. Als sie dann jedoch Cypriens bis zur Unkenntlichkeit entstelltes Gesicht sieht, willigt sie doch ein, obwohl ihr die Geschehnisse sehr dubios vorkommen.
Statt sich in eine Klinik einliefern zu lassen, gibt Cyprien lieber ein halbes Vermögen aus, um Alex' die komplette Ausstattung zu bezahlen, die sie benötigt. Und dann ist da noch der seltsame Umstand, dass Cyprien überdurchschnittlich schnell heilt.
Als die OP endlich zu Ende gebracht ist, fällt Cyprien Alex' in einem Anfall von Blutdurst an und macht sie zur Vampirin, denn auch er ist ein solcher, einer der Darkyn, die schon lange neben den Menschen existieren. Alex' ist mit dieser Wendung überhaupt nicht zufrieden, denn sie wird nie wieder in ihre alte Welt zurückkehren können. Während sich der vampirische Virus in ihrem Körper ausbreitet, beginnt ein Kampf gegen Krankheit und Liebe und der Ausgang ist ungewiss...

Parallel zu Alex' Geschichte wird auch die ihres Bruders John erzählt. Die beiden haben kaum Kontakt, da John sie in jungen Jahren zurückgelassen hat, um nach Südamerika zu gehen.
Inzwischen ist dieser Priester geworden, zweifelt jedoch immer mehr an der kirchlichen Wahrheit, an die er jahrelang geglaubt hat. Er wird gedrängt, einem Orden beizutreten, der gegen die Darkyn kämpft, doch das alles dient einem höheren Zweck, den er nicht durchschaut...

Meinung:
Das Buch lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück.
*Positiv: Das Buch war von vorn bis hinten wirklich spannend, man konnte es kaum aus der Hand legen. Außerdem hat man sowohl von der guten, als auch von der bösen Seite einiges erfahren, denn Lynn Viehl hat die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven beschrieben: aus Alex’, Michaels und Johns Sicht. Viehls Schreibstil hat mir ebenfalls gut gefallen, wenn auch etwas derb, hat er zu der Geschichte gepasst, da diese im Allgemeinen recht blutig war. Ein sehr schöner Charakter war meiner Meinung nach Phillipe, Michaels Untergebener, seine Loyalität gegenüber dem Meister erschien sehr echt.
*Negativ: Das Hin und Her zwischen Michael und Alex hat mich wirklich genervt. Erst kommen sich die beiden näher und nach einem kleinen Intermezzo stößt einer von beiden den anderen zurück und haut ab. So läuft es 3 oder 4 Mal ab – während die beiden die offensichtliche Sympathie füreinander völlig ignorieren. Bis zum Schluss kommen die beiden nicht wirklich auf einen grünen Zweig miteinander. Außerdem verändern sich sowohl Alex als auch Michael während der Geschichte radikal und unverständlich. Alex wird von der mitfühlenden, hilfsbereiten Ärztin zu einer teils sehr brutalen, sarkastischen und eigenbrötlerischen Vampirin. Michael ist zu Anfang des Buches ganz der Vampir-Gentleman, wird aber später arrogant und vor allem erzwingt er sich oft, was er von Alexandra möchte.
Die Perspektiven-Aufteilung ließ auch ein wenig zu wünschen übrig. John hatte mir einfach zu viele Parts. Auf den Seiten, die er einnahm, hätte Alex stattdessen etwas mehr Tiefe oder Nachvollziehbarkeit ihrer Gefühle erhalten können, denn nach ihrer Wandlung interessieren sie plötzlich weder Freunde noch Patienten mehr.
Und das allergrößte Minus: das ständige Französisch. Es hat genervt, die Hälfte der Sätze, die Michael und seine Angestellten sprechen, nicht zu verstehen. Und im Absatz danach wird einfach viel zu selten klar, was sie nun wieder besprochen haben.
Das Ende ging mir einfach zu schnell und ich habe gedacht: Nein, das war’s jetzt?! Ich habe zwischenzeitlich gedacht, es würde im 2. Band wieder um die beiden gehen, aber nada! Es blieben viele Fragen um die beiden ungeklärt, die Verhältnisse scheinen mehr verfahren als harmonisch, ein Haufen an Problemen ist ungelöst.
Ob ich mir den 2. Teil der Reihe anschaffen werde, dass muss ich mir noch einmal ernsthaft durch den Kopf gehen lassen… Wird wohl vorerst nicht passieren.

2,5 von 5 Sternchen.

Buchinformationen:  
Taschenbuch: 390 Seiten
Verlag: Egmont Lyx
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802582691
ISBN-13: 978-3802582691
Originaltitel: If Angels Burn
Jasmin.

Kommentare:

  1. ich bin schon die ganze zeit am überlegen ob es sich lohnt das buch zu lesen...

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  2. Es gibt wirklich Besseres, ich kann es nicht ohne weiteres empfehlen. Man muss schon mit vielem Hin und Her in einer Beziehung klarkommen, die eigentlich bereits geklärt sein könnte. Und am meisten nervt es, dass auf ein "erotisches Intermezzo" immer ein Abgang folgt, nach dem Motto "so, nun ist die Lust befriedigt, jetzt kann ich ja wieder dazu übergehen, ihn/sie zu hassen"... Auf der anderen Seite ist das Buch von vorne bis hinten spannend und hat echt Potential. schwierig zu sagen...

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