Montag, 23. Januar 2017

Rezension "Kein Rockstar für eine Nacht" von Kylie Scott

Rezension
Kein Rockstar für eine Nacht
von Kylie Scott

LYX
ASIN: B01L2M1DFK
eBook mit ca. 354 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Contemporary Romance
Preis: 8,99 €

Reihe: Stage Dive #1
1. Kein Rockstar für eine Nacht
2. Wer will schon einen Rockstar?
3. Rockstars bleiben nicht für immer
4. Rockstars küsst man nicht




Inhalt
Am Morgen nach ihrem einundzwanzigsten Geburtstag wacht Evelyn Thomas in einem Hotelzimmer in Las Vegas auf - neben einem attraktiven, tätowierten und leider vollkommen fremden jungen Mann. Sein Name ist David Ferris, er ist Gitarrist und Songwriter der erfolgreichen Rockband Stage Dive - und seit weniger als zwölf Stunden Evelyns rechtmäßig angetrauter Ehemann.

Meine Meinung
Kein Rockstar für eine Nacht ist ein hochemotionales Buch, welches mich packen konnte. Die Geschichte beginnt wahnsinnig interessant: Dank Scotts locker-flockigem Schreibstil amüsiert man sich köstlich über Evelyns missliche Lage und zur gleichen Zeit tut es einem wahnsinnig Leid, dass sie sich wirklich so gar nicht mehr von ihrer Hochzeitsnacht erinnern kann.

Der Schreibstil dieser Geschichte war sowieso das Allerbeste am ganzen Buch. Immer wieder wird man mit witzigen Stellen super unterhalten, während aber die Emotionalität nicht zu kurz kommt. Die Ich-Perspektive war für den Ton und Stil perfekt gewählt: Evelyns Gedankenfluss mit dem oft leicht selbstironischen Ton bringt ihre Emotionen und Befindlichkeiten perfekt herüber. Dadurch trägt der Schreibstil auch viel zum Charakterdesign der Protagonistin bei, die man schnell ins Herz schließt. 

Damit beginnen aber auch die Probleme, die die beiden in ihrer Beziehung zueinander haben und die zwar einleuchten, mich aber genervt haben. Die beiden reden einfach nicht miteinander - nicht zu Beginn, als es die Situation zu klären gilt; nicht in der Mitte, als sie die Gelegenheit hätten, sich vernünftig kennenzulernen und auszusprechen; nicht am Ende, als der unweigerliche Bruch folgte. Das war für meinen Geschmack einmal zu oft. Natürlich sorgte das Zerwürfnis in der zweiten Hälfte für den großen Herzschmerz, durch den sie sich schlussendlich zusammengerauft haben (ich verrate damit wohl nicht zu viel, denn von dieser Art Buch kann man ein Happy End erwarten). Aber dieser Form des Streits und der dadurch erreichten Plotentwicklung bin ich überdrüssig.
Zweiter Kritikpunkt an der Geschichte: bis auf Mal mochte ich keinen einzigen der Nebenfiguren aus Davids Band. Statt eine eingeschworene Gemeinschaft zu sein, wie es Schoolboy Choir bei Nalini Singh oder die Sinners bei Olivia Cunning sind, scheint hier jeder ein Arsch zu sein, der sich einen Dreck um seine Bandkollegen schert. Zum Ende hin zeichnet sich zwar Besserung ab, aber das muss in den nächsten Bänden dringend besser werden.

Diese Meckerei sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich das Buch in wenigen Stunden durchgelesen habe und von vorne bis hinten in der Geschichte gefangen war. Sie hat mich gut unterhalten und die Liebesgeschichte war süß, herzerwärmend und -zerreißend, genauso wie ich es mir von einer guten New Adult-/Contemporary Romance-Geschichte (für mich ist die Trennung hier wirklich unscharf) sein sollte.

Fazit
Eine sehr emotionale Liebesgeschichte, deren Plot und Figuren mich völlig in ihren Bann geschlagen haben. Bester Teil des Buches ist der Schreibstil, der Evelyns Gedanken und Gefühle perfekt und in einem sehr unterhaltsamen und angemessenen Ton zum Ausdruck bringt. Das nächste mal bitte etwas mehr zwischenmenschliche Kommunikation und ein bisschen weniger unsymphatische Nebenfiguren, dann habe ich nichts mehr zu beanstanden.

4 von 5 Buchwelten

Neugierig geworden?
Mehr zu "Kein Rockstar für eine Nacht": GoodreadsAmazon mit LeseprobeWebsite der Autorin

Montag, 16. Januar 2017

Die Wissenschaft des Lesegenusses: Die Tücken des Hörbuches

Hallo ihr Lieben!
Es ist keine zwei Jahre her, da war das Hören von Hörbüchern für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Nicht, dass die Sache an sich mir nicht gefiel. Ich habe es nur einfach nicht geschafft, mich vernünftig auf das Hörbuch zu konzentrieren. 

Einer meiner nervigeren Ticks ist es, dass meine Hände immer etwas zu tun haben müssen. Diese Angewohnheit hat dazu geführt, dass ich mich schlecht auf Hörbücher konzentrieren konnte, weil mein Fokus einfach nicht beim gehörten Wort blieb. Die Hände suchen nach Beschäftigung, der Blick schweift im Zimmer umher und schließlich ab - und die Gedanken gleich mit. Oh, was war jetzt in den letzten zwei Minuten gleich noch mal los? Mit Vorliebe bin ich außerdem abends beim Hören eingeschlafen. Und dann geht das Gesuche los: Wo ist sie, diese letzte Stelle, die ich bewusst aufgenommen habe?

Kurzum waren Hörbücher nicht die beste Idee. Das hat sich jedoch geändert. Nicht, dass ich nun Hörbücher en masse höre, doch es sind zumindest zehn Prozent der Titel in 2016 gewesen. Gerettet haben mich Malbücher "für Erwachsene".


Besonders angetan haben es mir die floralen Muster - und zwar die sehr feinen, da ich gerne mit Fineliner ausmale und daher wenig Lust habe, große Flächen stupide auszufüllen. Gefunden habe ich meine Lieblingsmuster bei Johanna Basford, deren Bücher wirklich sehr hübsche Mandala und Szenen beinhalten. Viele andere Malbücher versammeln mir zu grobe Muster, für die ich Buntstifte nehmen müsste - oder (- Gott bewahre! -) Fasermaler.

Seitdem ich beim Hören meine Hände durch das in der Tat sehr entspannende Ausmalen beschäftigen kann, driften weder meine Finger noch Gedanken ab und inzwischen ist seit August letzten Jahres jeden Monat mindestens ein Hörbuch dabei. 
Zusätzlich habe ich dadurch gelernt, mich mehr auf die Hörbücher zu konzentrieren, sodass ich sie inzwischen auch bei längeren Autofahrten oder immer dann höre, wenn ich müde Augen habe und sie nur noch schließen und ausruhen möchte.

Trotzdem bleibe ich ein wenig wählerisch: die Hörprobe ist für mich vor dem Hörbuchkauf ein absolutes Muss, denn manche Stimmen passen in meinem Kopf so gar nicht zum Buch oder Protagonisten, sodass ich mich dann gegen die Hörbuchversion entscheide. Es wäre schließlich schade, wenn eine Stimme, die mir persönlich weniger zusagt, das Leseerlebnis zum schlechteren beeinflusst.

Wie steht ihr zu Hörbüchern?
Liebe Grüße, eure Jasmin.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Rezension "Jetzt, Baby" von Julia Engelmann

©Goodreads



Jetzt, Baby
von Julia Engelmann

Goldmann
ISBN978-3442485680
Taschenbuch mit 128 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Poetry Slam/Lyrik
Preis: 7,00 €

Weitere Poetry Slam-Bände der Autorin:
1. Eines Tages, Baby
2. Wir können alles sein, Baby





Inhalt
Seit ihr Slam „One Day“ ein sensationeller Interneterfolg wurde, fängt Julia Engelmann wie keine andere das Lebensgefühl einer ganzen Generation ein. Ob auf der Bühne performt oder auf Papier gedruckt – ihre Texte sind mitreißend, ehrlich und berührend. So auch in ihrem neuen Buch: Mit ihrem einzigartigen Sound und ihrer besonderen Sprache schreibt sie darüber, wie wir unser Glück in die Hand nehmen, Träume wahr machen und uns dabei treu bleiben. Lass uns Glücksmomente feiern, im bunten Konfettiregen tanzen und das Leben leben – jetzt, Baby! ©Goodreads

Meine Meinung
Julia Engelmanns Texte muss man vor allem fühlen.

Im ersten Moment macht Engelmann es nicht viel anders, als viele andere junge Lyriker der Szene. Ihre Themen sind sehr lebensnah, ihre Textform und -sprache insgesamt wenig verschlüsselt und klar. In Jetzt, Baby sind die zwischenmenschlichen Beziehungen tonangebend, es geht viel um Familie, Freundschaft. Sie denkt in ihren Texten darüber nach, wer sie sein will, warum die "junge Generation" sich nicht entscheiden kann, wer sie sein will, wohin es gehen soll, wo sie daheim ist. Besonders an der Umsetzung dieser Themen ist es für mich, dass sie mein Lebensgefühl damit einfängt und mir viel Identifikationspotenzial und einiges an Stoff zum Nachdenken bietet. 
Sie erfindet das Rad thementechnisch also nicht neu (man vergleiche diesbezüglich z. B. mit Babelsprech/Lyrik Jetzt), was aber nicht verkehrt ist, da sie uns gerade mit dieser Lebensnähe einzufangen vermag.

Teil der Faszination ist außerdem die starke Rhythmisierung der Texte. Wo ihnen die strenge Form von "traditionellen" Gedichten fehlt, wie es für die moderne Lyrik typisch ist, spürt man die lyrische Strukturierung anhand der Stropheneinteilung und der fließenden Rhythmen sehr deutlich. Unterstützt durch sich reimende Passagen erwischt man sich dabei, manchen Vers doppelt zu lesen, weil man nach dem Rezept sucht, welches es der Lyrikerin erlaubt, ihre Gedichte so stark "klingen" zu lassen, selbst wenn sie sich gerade nicht reimen. Engelmann hat definitiv ein sehr poetisches Sprachgefühl, welches ihre Texte zum Leben erweckt.
Nach der Lektüre habe ich mir die Hörprobe zum Hörbuch (von Engelmann selbst eingesprochen) zu Gemüte geführt und würde die Audioversion jedem ans Herz legen, der zwischen den beiden Formaten schwankt. Ich habe mir die Gedichte selbst laut vorgelesen, da sie so - wie für Poetry Slam üblich - eine zusätzlich verstärkte Wirkung haben. Je nach Betonung und Tempo ergeben sich ganz neue Details, sodass man bei jedem Gedicht verweilen sollte, um es wirken zu lassen und die kleinen versteckten Bedeutungen für sich selbst auszudeuten.

Jetzt Baby! beinhaltet Texte, die man sehr wörtlich interpretieren kann, daneben jedoch auch solche, die etwas stärker künstlerisch angehaucht sind. Sehr faszinierend war beispielsweise die Ballade des Königs, die von der Eingeschlossenheit im eigenen Leben erzählt. Sehr berührt hat mich außerdem Erwachsensein - denn wann fühlt man sich, wann ist man eigentlich erwachsen? -, Luna erzählt von Weltschmerz, Vergänglichkeit und Sehnen, Meine Stimme ist ein Appell daran, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen und zum Wohl Anderer und der Welt beizutragen.

Fazit
Jedes Gedicht Julia Engelmanns bietet relevanten Stoff und löst Emotionen aus, sodass mich jeder Text mit seinem Inhalt und seiner Sprache berührt hat. Darauf kommt es an, und deshalb sollte man Jetzt, Baby nicht zu sehr zerreden und tot analysieren, sondern auch fühlen.

Neugierig geworden?
Mehr zu "Jetzt, Baby" auf: Goodreads, Amazon (mit Hörprobe!), Website der Autorin

Sonntag, 1. Januar 2017

2016 in Büchern: Die Jahresstatistik

Hallo ihr Lieben!
Nun ist die Zeit für die große Jahresstatistik gekommen: im folgenden wird alles in Zahlen und Fakten auseinander genommen, was mir eingefallen ist und interessant vorkam. Ein paar weitere interessante Kleinigkeiten könnt ihr euch auf der My Year in Books-Seite bei Goodreads ansehen.
Vorher aber noch das Wichtigste: meine Highlights und meine Enttäuschungen habe ich bereits in den letzten Tagen vorgestellt. Es geht also auch um in den Inhalt und die inneren Werte - nur eben nicht in diesem Post ;).
Also legen wir los:


Ich bin doch erstaunt, wie viel ich rückblickend auch dieses Jahr wieder gelesen habe. Man merkt der Statistik deutlich an, dass der Juni/Juli sehr stressig war und dass ich im März Blockpraktikum und dadurch viel anderweitig zu tun hatte. Wie ich es hingegen im August auf 12 Bücher geschafft habe, obwohl ich da absoluten Umzugsstress hatte, ist mir nicht ganz klar, aber es freut mich umso mehr. So ganz genau kann man das Stresslevel eben doch nicht an den gelesenen Büchern ablesen.


Man sieht: Urban Fantasy und Parnormal Romance sind inzwischen meine bevorzugten Genres. Trotzdem komme ich bei Jugendbüchern immer noch auf 17 Bücher - das liegt allerdings daran, dass allein 4 davon Titel von Sarah J. Maas sind, die für mich nicht mehr wirklich Jugendfantasy sondern eher High Fantasy sind. Allerdings habe ich mich bei der Zählung an die allgemein akzeptierte Einordnung gehalten. Ganz ähnlich ist bspw. auch die Six of Crows-Duologie kaum noch Jugendbuch. Diese Titel sind für mich schon eher für Junge Erwachsene mit 18 +.

Durch allerlei Rereads und das Nachholen der noch fehlenden Novellen aus der Kate Daniels-Reihe bin ich doch tatsächlich auf ganze 9 Titel von Ilona Andrews gekommen. Auch von Nalini Singh habe ich einiges nachgeholt und einiges gerereadet. C. L. Wilson schließlich ist eine Neuentdeckung dieses Jahres, von der ich die Tairen Soul-Reihe komplett verschlungen und ihre Weathermages of Mystral-Reihe begonnen habe.


Hui, fast doppelt so viele eBooks wie Printbücher! Das hätte ich tatsächlich nicht erwartet, obwohl es den Trend wiederspiegelt, dass ich insgesamt auch nur noch wenige gedruckte Bücher kaufe und meinen Kindle inzwischen sehr lieb gewonnen habe.
Ein Trauerspiel ist es natürlich, dass ich unglaubliche 31 Reihen neu begonnen, jedoch nur 10 Abschlussbände gelesen habe. Wenigstens habe ich mehr Fortsetzungen als erste Bände gelesen! Trotzdem artet das ziemlich aus *lach*.
Lustigerweise habe ich im ersten Halbjahr sehr viel mehr auf Deutsch gelesen und im zweiten Halbjahr ist es umgeschlagen und ich habe sehr viel Englisch gelesen. So ist es gekommen, dass ich dieses Jahr wohl zum ersten Mal mehr Englisch als Deutsch gelesen habe. Krass!

Was hat euch an eurem eigenen Leseverhalten 2016 überrascht?

Ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gestartet! Ich wünsche euch allen viel Glück, Freude, Gesundheit und Erfolg in 2017!

Liebe Grüße, Jasmin.